| BR24

 
 

Bild

Der "Gefällt mir"-Knopf könnte bald manche heimliche Funktionen verlieren.
© picture alliance/Geisler-Fotopress

Autoren

Gregor Schmalzried
© picture alliance/Geisler-Fotopress

Der "Gefällt mir"-Knopf könnte bald manche heimliche Funktionen verlieren.

Scheinbar wöchentlich kommt es bei Facebook zu neuen Lecks und Skandalen - Nutzerdaten geraten immer wieder in die falschen Hände. Ob der Konzern dagegen wirksam vorgeht, bleibt fürs Erste fraglich. Dafür will das Bundeskartellamt jetzt an anderer Stelle ansetzen und verhindern, dass Facebook überhaupt so viele Daten über seine Nutzer sammeln kann. So berichtet es zumindest die Bild am Sonntag.

Facebook schaut überall zu

Anscheinend ist dem Kartellamt vor allen Dingen das Datensammeln auf Drittseiten ein Dorn im Auge. Denn man muss nicht einmal facebook.com oder die Facebook-App besuchen, um von Facebook beobachtet zu werden. Stattdessen bietet Facebook den Betreibern anderer Seiten und Apps einfache Tools an, mit denen Schnittstellen eingebaut werden können.

Manche dieser Schnittstellen sind sichtbar, wie etwa der "Gefällt mir"- oder "Teilen"-Button oder die Möglichkeit, sich auf einer Seite via Facebook-Login anzumelden. Andere sind versteckt und beobachten zum Beispiel, was für Schuhe man sich gerade im Online-Shopping ansieht. Genau die bekommt man dann später als Facebook-Werbung vorgeschlagen.

Das Kartellverfahren läuft schon lange

Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks teilt das Bundeskartellamt mit: Man äußere sich zwar nicht zu laufenden Verfahren oder kommenden Auflagen für Facebook, doch eine Entscheidung könne noch Anfang des Jahres erwartet werden. Auch ist die Rechtsauffassung aus Sicht des Bundeskartellamts bereits seit 2017 klar. Da meinte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: "Das Ausmaß und die Ausgestaltung der Datensammlung verstößt gegen zwingende europäische Datenschutzwertungen."

Die Konsequenzen wird das Amt also bald ankündigen. Wie streng die Einschränkungen sein werden und ab wann der Konzern ihnen folgen muss, ist noch nicht bekannt. Sollte hart durchgegriffen werden, wäre das für Facebook wohl ein Eingriff ins Geschäftsmodell. Facebook finanziert sich fast ausschließlich durch die Sammlung und Verarbeitung von Nutzerdaten - vor allem zur Ausspielung von Werbung. Die Europäische Union hat das mit der Datenschutzgrundverordnung bereits erschwert. Weitere Regulierung wäre ein klares Signal: Dass Facebook mit Nutzerdaten so unverantwortlich umspringt, hat Konsequenzen.