BR24 Logo
BR24 Logo
Netzwelt

Gegen den Hass: Twitter will Usern mehr Kontrolle geben | BR24

© Picture Alliance

Steht immer wieder wegen Hate-Speech in der Kritik: Der Kurznachrichtendienst Twitter

Per Mail sharen

    Gegen den Hass: Twitter will Usern mehr Kontrolle geben

    Hass und Häme sind auf Twitter Alltag. Nun möchte die Plattform dagegen vorgehen, in dem sie den Nutzern die Möglichkeit gibt, selbst zu entscheiden, wer ihnen antworten soll. Möglicherweise ein Plan mit Nebenwirkungen.

    Per Mail sharen

    Es ist erst einmal nur ein Test, aber ein Test, der gerade viel Beachtung findet. Twitter experimentiert mit einer neuen Funktion, die es den Nutzern erlauben soll, genau festzulegen, wer auf ihre Tweets antworten darf. Drei Optionen soll es geben:

    - Alle können auf einen Tweet antworten

    - Nur die Follower können auf einen Tweet antworten

    - Nur Accounts, die in dem Tweet vertagged wurden, können antworten

    Das angedachte Feature richtet sich insbesondere auch gegen sogenannte "Reply Guys". So werden Nutzer genannt, die auf Posts gerne mit Hass und Häme antworten. Twitter ist als Plattform offener als etwa Facebook, standardmäßig kann Jeder Jedem antworten. Das führt einerseits zu lebendigen Debatten, aber andererseits auch zu jeder Menge schlechter Stimmung. Bislang konnte man Antworten auf die eignen Tweets nur dann unterbinden, wenn man seinen gesamten Account auf komplett "privat" umstellte. Das hatte dann allerdings auch zu Folge, dass nur Follower die Tweets lesen konnten.

    Wohnzimmer statt Marktplatz

    Twitter folgt mit seinen Überlegungen einem Trend, der sich schon länger abzeichnet: Soziale Netzwerke sollen mehr zu Orten privater Kommunikation werden. Facebook setzt schon länger auf Facebook-Gruppen, der Newsfeed verliert hingegen an Bedeutung. Facebook und Twitter wollen in Zukunft also eher Wohnzimmer sein, anstatt Marktplatz.

    Wird Twitter zum reinen Verlautbarungsorgan?

    Allerdings ist das Vorhaben von Twitter keineswegs unumstritten. Zum einen gibt es die Befürchtung, dass die Maßnahmen gegen den Hass wenig ausrichten wird. Denn es bleibt die Möglichkeit, einen Tweet mit Kommentar zu retweeten und darin allerlei Boshaftigkeiten unterzubringen. Vor allem aber könne die Plattform an Lebendigkeit verlieren, denn Twitter lebt auch vom Austausch der Nutzer untereinander. Eine weitere Kritik: Politiker und Unternehmen könnten in Zukunft die Kommunikation einseitig gestalten. In Antworten auf Tweets finden sich oft auch nachvollziehbare Kritik oder sachliche Richtigstellungen. Die Befürchtung: All das könnte in Zukunft verschwinden und aus Twitter würde eine Plattform voller Ja-Sager.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!