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Gefahr per Mail: Wie Online-Betrüger Weihnachten ausnutzen | BR24

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Eine Betrugsmail verspricht ein Handy als Entschädigung für ein verspätetes Paket. Doch vorher soll der Empfänger klicken.

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    Gefahr per Mail: Wie Online-Betrüger Weihnachten ausnutzen

    Alle Jahre wieder versuchen Internet-Betrüger mit gefälschten E-Mails von Shops wie Amazon sensible Verbraucherdaten abzugreifen. Gerade zur Weihnachtszeit sind Käufer dafür anfällig. Wir erklären, wie Sie die Betrüger-Mails erkennen.

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    Ein Paar lustige Motivsocken hier, eine Xbox da, neue Christbaumkugeln anderswo: Die Weihnachtszeit ist immer auch eine Zeit des Konsums. Während früher die Kaufhäuser im Advent zum Bersten voll waren, sind sie das heute immer noch, allerdings ist mittlerweile der boomende Online-Handel hinzugekommen.

    Viele Menschen bestellen Geschenke oder sonstige weihnachtliche Notwendigkeiten heute bei Shops wie Amazon und Co.: Laut einer Prognose des Bundesverbands Paket- und Expresslogistik werden 2019 alleine im Weihnachtsgeschäft rund 350 Millionen Päckchen an Privatkunden ausgeliefert.

    Weihnachtsshopping macht verwundbar

    Die Tatsache, dass so viele aktuell auf ein Weihnachtspaket warten oder kürzlich eines erhalten haben, macht viele Verbraucher besonders verwundbar für Online-Betrug. Daher haben auch Kriminelle hinter Phishing-Mails und ähnlichen Betrugsmaschen derzeit ihre ganz eigenen Feiertage.

    Um an Daten und/oder Gelder Ihrer Opfer zu kommen, verschicken Sie E-Mails, die aussehen, als kämen sie von einem Online-Händler wie Amazon, von Media Markt oder Otto. (Unten stehend sehen Sie eine Mail, die uns erreicht hat:)

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    Die Fake-E-Mail wirkt (fast) täuschend echt: Sogar ein weihnachtliches Bild von einem Modell mit Amazon-Paket ist eingebaut.

    Darin entschuldigt sich vermeintlich Amazon für eine Verspätung. Namentliche Ansprache, Firmen-Farben, Amazon-Logo, ein weihnachtliches Bild mit Amazon-Bezug in guter Qualität, ein fehlerfreier Text und sogar ein Impressum am Ende der Mail. Täuschend echt.

    Da vor Weihnachten noch mehr Kunden als sonst bei Amazon bestellen, gibt es auch mehr potentielle Opfer, denen die E-Mail authentisch erscheint. Der Link zur vermeintlichen Entschädigung ist schnell angeklickt – und gefährlich.

    Was ist die Gefahr von Betrugs-E-Mails?

    Beispielsweise könnten Sie auf einer weiteren gut gefälschten Amazon-Website landen, auf der Sie aufgefordert werden, sich mit Ihren Amazon-Kundendaten einzuloggen. Geben Sie dort E-Mail-Adresse und Passwort an, werden Sie allerdings nicht eingeloggt, sondern die eingegebenen Daten werden an die Betrüger geschickt. Die können dann in Ihren Amazon-Account eindringen, weitere Daten abgreifen, einkaufen und vieles mehr.

    Andere Betrüger könnten auf der Seite hinter dem Link wiederum nach Online-Banking-, Kreditkarten- oder Paypal-Daten fragen und so noch direkter an Ihr Geld gelangen. In anderen Fällen wollen Ihnen die Fake-Mail-Sender vielleicht ein Abo andrehen, andere persönliche Informationen abgreifen oder Zugriff auf Ihren Computer erlangen.

    Wie können Sie sich vor Betrug schützen?

    Schutzlos ausgeliefert sind Verbraucher solchen Betrugsmaschen jedoch nicht. Einige einfache Regeln helfen dabei, nicht zum Opfer von Cyberbetrug in zu werden. Egal, ob die Nachricht nur per E-Mail, WhatsApp oder SMS kommt:

    1. Klicken Sie möglichst nicht auf Links und Anhänge in Mails! Ausnahme: Sie haben die Mail erwartet. Beispiele: Der Bekannter hat eine E-Mail mit dem Link zu einem lustigen YouTube-Video angekündigt; der Chef will Feedback zu einem angehängten Dokument, über das sie kürzlich gesprochen hatten; der Newsletter, den sie bestellt haben, kommt zur gewohnten Zeit in Ihr Postfach geflattert.

    2. Geben Sie nie persönliche Daten auf Anfrage weiter! Beispiel: Sie haben auf einen E-Mail-Link geklickt und werden im Anschluss aufgefordert, sensible Daten in eine Eingabemaske zu tippen. Lassen Sie das! Schicken Sie auch keine solchen Daten per E-Mail weiter. Ihre Bank und andere vertrauenswürdige Institutionen würden solche Daten niemals per E-Mail, WhatsApp und Co. abfragen.

    3. Schauen Sie sich die Mail genau an! Rechtsschreibfehler, unkonkrete Formulierungen, unscharfe Bilder oder kryptische Mailadressen sind gute Hinweise auf unseriöse, gefährliche Mails. In der Mail oben wird beispielsweise nicht erwähnt, was der Kunde denn genau bestellt haben soll, zudem finden sich bei genauem Hinsehen kleine Nachlässigkeiten wie fehlende Satzzeichen, unscharfe Schrift im Impressum und eine E-Mail-Adresse aus Zahlensalat.

    4. Nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand! Fragen Sie sich etwa bei einer Mail von Amazon, ob Sie dort überhaupt bestellt haben und bedenken Sie: Was zu gut ist klingt, um wahr zu sein, ist meistens auch nicht wahr. In der obigen Mail wird ein Premium-Handy als Entschädigung für ein verspätetes Paket versprochen. Eher unwahrscheinlich, oder? Ähnliches gilt natürlich auch für Nachrichten, die Ihnen Gewinne wie Autos oder teure Technik versprechen.

    Falls Sie den Verdacht haben, dennoch auf eine Betrugsmail hereingefallen zu sein: Ändern Sie die betroffenen Passwörter und checken Sie Ihre Accounts bei Amazon, Bank und Co. in nächster Zeit auf ungewöhnliche Aktivitäten und Abbuchungen. Hilfe bietet außerdem eine Hotline für Cybercrime-Opfer an, die vom bayerischen Landeskriminalamt betrieben wird: 089/1212-4400.