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Netzwelt

Geburtsstunde des Internets | BR24

© UCLA Samueli School of Engineering

Gilt als Geburtsort des Internets: die "Boelter Hall" in der Samueli School of Engineering (gehört zur Universität von Los Angeles).

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Geburtsstunde des Internets

50 Jahre ist es her, dass Wissenschaftler zwei Computer in Los Angeles und dem Silicon Valley verbunden haben und dadurch Daten austauschen konnten. Völlig unspektakulär - aber mit weitreichenden Konsequenzen.

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Es war so etwas wie die erste Inbetriebnahme des Internets. Zwei Studenten waren damals beteiligt. Im Rechenzentrum an der Universität von Los Angeles (UCLA) saß der Informatikstudent Charles S. Kline: "Ich war 21, und ich hab damals Tag und Nacht programmiert."

Rund 600 Kilometer nördlich, am Stanford Research Center in Menlo Park, mitten im Silicon Valley, befand sich Bub Duvall. Kline saß vor einem SDS Sigma 7 Computer, ungefähr so groß wie ein Wohnzimmer. "Irgendwann wollten wir das Ganze ausprobieren. Wir hatten das nicht geplant. Wir wollten einfach loslegen."

© UCLA Samueli School of Engineering

Der SDS Sigma 7 Computer wird an der UCLA eingebaut (ca. 1967). Dabei wurde ein Gabelstapler benötigt und eine Wand eingerissen.

Es war halb elf Uhr nachts, als die beiden miteinander telefonierten und nun die Vernetzung ihrer beiden Computer ausprobieren wollten. Der erste Versuch ging gleich schief. "Erst habe ich ein L getippt und er hat das L auf seinem Bildschirm empfangen, dann hab ich ein O getippt - und dann crashte sein Computer."

Erfolg im zweiten Versuch

Eine Stunde später wiederholten Kline und Duvall ihren Test. Dann klappte alles, und das Wort LOGIN wurde von einem auf den anderen Computer übertragen. Die beiden Rechner bildeten ein Netzwerk. Gut einen Monat später kamen zwei weitere Rechner in anderen Teilen der USA dazu.

© UCLA Samueli School of Engineering

Die Boelter Hall der UCLA, in den 1960er Jahren.

Im Nachhinein ärgert sich einer der geistigen Väter des Internets, Professor Leonard Kleinrock, dass er und sein Team sich damals keinen coolen Spruch ausgedacht haben - so wie Neil Armstrong, als er als erster Mensch wenige Monate zuvor den Mond betrat:

"Wir hätten uns eine schöne Text-Zeile zurecht legen sollen. Stattdessen wollten wir uns nur von einem Rechner in LA auf einem anderen Rechner in Menlo Park einloggen." - Leonard Kleinrock, Informatik-Professor an der UCLA
© UCLA Samueli School of Engineering

Leonard Kleinrock, Informatik-Professor an der UCLA.

Ausgedacht hatte sich das Arpanet, so hieß der Vorläufer des Internets, unter anderem der NASA-Wissenschaftler Robert W. Taylor. 1969 stellte er sich dieses Netz so vor:

"Innerhalb des Netzwerks sollen Funktionen und Dienste wie Investitionsberatung, Steuerberatung, Fachinformationen sowie Kultur-, Sport- und Unterhaltung stattfinden." - Robert W. Taylor, NASA-Wissenschaftler

💡 Woher kommt eigentlich der Begriff „Surfen“?

Der Begriff „Surfen“ wurde erst viel später erfunden – nämlich 1992. Im Jahr des Mauerfalls, 1989, hat Tim Berners-Lee am CERN in der Schweiz die Programmier- bzw. Auszeichnungssprache HTML erfunden. Mit der konnte man im Netz Internetseiten aufbauen, programmieren und vor allem anschauen.

1992 schrieb dann eine Bibliothekarin mit dem Namen Jean Armour Polly in den USA einen Artikel über das „Surfen“ im (damals noch langsamen) Internet. Heute betreibt sie die Seite „netmom.com“.

Es gibt aber noch eine andere Person, der man diesen Begriff zuschreibt: dem US-amerikanischen Informatiker Marc P. McCahill. Er hat das Email-Protokoll POP mit erfunden. Ihm wird nachgesagt, den Begriff „Surfen“ in Umlauf gebracht zu haben.

1984 kommt das Internet nach Deutschland

Von da an verläuft die Entwicklung des Internets erst einmal im Schneckentempo. Im März 1984 kommt das Internet nach Deutschland. An der Uni in Karlsruhe steht der erste deutsche Knotenpunkt. 1989 entwickelt Tim Berners Lee am Cern in der Schweiz eine Sprache, mit der grafische Seiten im Netz übertragen werden können. Das WWW ist geboren, ein Dienst im Internet.

Heute ist das Netz weltumspannend: 81 Prozent der Menschen in den Industriestaaten sind im Web. In Entwicklungsländern liegt die Quote bei 41 Prozent.