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Gamescom: Der Corona-Boom der Spiele-Industrie | BR24

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Findet dieses Jahr im Internet statt: Europas größte Messe für Computer - und Videospiele "Gamescom"

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    Gamescom: Der Corona-Boom der Spiele-Industrie

    Live-Stream statt Halle: Die diesjährige Gamescom findet im Internet statt. Die Stimmung dürfte trotzdem gut sein, denn die Computerspielindustrie ist einer der großen Gewinner der Corona-Krise.

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    Es ist der 20. März 2020. Die Zeit des Lockdowns, von #stayathome und Supermarkt-Schlachten um die letzte Klopapierrolle. Der Chef der WHO Tedros Adhanom Ghebreyesus appelliert an die Solidarität der Menschen und gibt Tipps gegen den Stress und die Angst. "Hört Musik, lest ein Buch und spielt Spiele!", sagt der Mann von der WHO.

    Heute, knapp fünf Monate nach diesem Appell, lässt sich konstatieren, dass die Welt sich zumindest an den Corona-Ratschlag "spielt Spiele" gehalten hat. Denn noch nie wurde so viel gespielt, wie in der Zeit des Lockdowns. Das führte sogar dazu, dass wegen Fornite und Co. in manchen Ländern das Internet unter der Datenflut ächzte und weltweit die Nintendo-Konsole Switch ausverkauft war.

    Computerspiele sind Corona-Gewinner

    Abgesehen von den Anbietern von Homeoffice-Devices, Videostreaming-Diensten und Herstellern von FFP2-Masken dürfte von der Corona-Pandemie kaum eine Branche so sehr profitiert haben, wie die der Computerspiele. "Gerade die großen Publisher haben ja durch die Bank die historisch besten Quartalszahlen gemeldet, weil die Nachfrage einfach alle Planungen übertroffen hat", sagt Petra Fröhlich vom Branchenmagazin GamesWirtschaft.

    Auch in Deutschland sei die Brache gut durch die Krise gekommen. "Es sind auch nur ganz wenige Fälle bekannt, in denen es beispielsweise zu Kurzarbeit gekommen ist", so Fröhlich. Viele Studios planen sogar, am Jahresende mehr Menschen zu beschäftigen, als vor der Krise.

    Urlaub in Azeroth anstatt auf den Azoren

    Auch Dank Lockdown wurde beispielsweise die Lebenssimulation Animal Crossing, ein kunterbunte Gegenentwurf zur tristen Corona-Realität, zum Megaseller. Auf dem PC wurde in World of Warcraft die Fantasylandschaft Azeroth durchstreift, aber auch komplexe Simulationen und Browser – sowie Handyspiele standen hoch im Kurs. Computer und Videospiele machten den Lockdown erträglicher und füllten die Kassen der jeweiligen Hersteller. "Viel Geld, das sonst in Bundesliga-Wochenenden oder Urlaube fließt, wurde und wird nun für Spiele ausgegeben und für die entsprechende Hardware", sagt Petra Fröhlich von Gamesmarkt. Und noch etwas kam der Branche zu Gute: Sie konnte relativ einfach in den Home-Office-Modus schalten, anders als andere Brachen aus dem Kulturbetrieb, wie etwa Kinos oder Konzertveranstalter.

    Experiment Online-Gamescom

    Die Frage allerdings ist, wie die Gamescom die Corona-Zeit überstehen wird. Letztes Jahr walzten sich noch 370.000 Menschen durch die Kölner Messehallen, um bei der größten Spielemesse Europas dabei zu sein. Dieses Jahr muss das Branchen-Schaulaufen Corona-bedingt digital stattfinden. Allerdings setzen viele Spielefirmen in ihrer Kommunikation mit der Community schon heute auf Youtube, Twitch, Twitter und Co. Wenn es also einer Veranstaltung gelingen dürfte, auch in Zeiten von Corona ein interessantes Messeerlebnis zur kreieren, dann am ehesten der Gamescom.

    Neue Konsolen im Herbst

    Das Experiment wird aufmerksam verfolgt, denn sollte die Corona-Gamescom ein Erfolg werden, dann könnte das ein Vorbild sein auch für andere Messen. Und noch aus einem anderen Grund handelt es sich bei dieser Gamescom um eine besonders wichtige Ausgabe der Messe: Im November stehen neue Konsolen von Sony und Microsoft ins Haus. Auf der Playstation 5 und der Xbox Series X sollen noch opulentere Computerspiele möglich werden. Diese Gamescom zeigt also nicht nur die mögliche Zukunft von Messeevents Zeiten von Corona, sondern auch die des Mediums Computerspiel.

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