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Games: Skurrile Botengänge, ballern mit Bekloppten und ein Jedi | BR24

© BR / Wolfgang Zehentmeier

Für die Multimediatipps hat Wolfgang Zehentmeier drei Spiele mit Science-Fiction Hintergrund getestet: "Jedi Fallen Order", "Borderlands 3" und "Death Stranding".

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Games: Skurrile Botengänge, ballern mit Bekloppten und ein Jedi

Wolfgang Zehentmeier hat drei ganz unterschiedliche Science-Fiction-Games getestet: In "Death Stranding" trägt man Pakete aus, in "Borderlands 3" wird geballert ohne Ende und in "Jedi Fallen Order" ficht man mit dem Lichtschwert.

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Death Stranding

Wer hätte gedacht, dass ein Paketbote mal zum Helden eines Videospiels werden würde. Aber genau das ist in Death Stranding exklusiv für die Playstation 4 der Fall. Allerdings liefert Bote Sam Porter Bridges seine Pakete in einer unwirtlichen Zukunftswelt aus.

Ein zweiter Urknall hat die Menschheit enorm dezimiert. Schemenhafte Horror-Gestalten aus dem Jenseits greifen nach den Menschen im Diesseits und wollen sie hinüberziehen. In den weiten Landschaften stehen nur wenige futuristische Gebäude. Trotz dieser Widrigkeiten muss Sam aber pünktlich liefern.

Fötus in einer Plastikbox

Dabei hilft ihm - skurriler Einfall der Spielentwickler - ein Fötus in einer Plastikbox, der die Geistwesen sichtbar macht. Und der Regen hat sich verändert: Es ist Zeitregen, der alles, was er berührt, rapide altern lässt.

Der Reiz des Spiels von Star-Entwickler Hideo Kojima liegt zum einen an der ungewöhnlichen Geschichte. Unser Paketbote schleppt sich durch eine fremdartige, feindliche Welt und soll einzelne Städte miteinander verbinden. Schleppen ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen. Denn die ersten Spielstunden trägt Sam die Pakete zu Fuß an speziellen Befestigungen an seinem Körper. Dabei hat Kojima großen Wert auf die Physik-Berechnungen gelegt. Wird Sam nicht gut beladen, verliert er immer wieder das Gleichgewicht, strauchelt, fällt und beschädigt oder verliert die Pakete.

Nicht nur im Spiel scheiden sich die Geister

Die Geschichte des Spiels ist genauso abgedreht, wie die Welt, in der sie spielt. Und so scheiden sich an Death Stranding - nicht nur im Spiel - die Geister: Für die einen ist es Kult, für andere ein Riesenschmarrn - aber in jedem Fall ist es hochinteressant und zumindest einen prüfenden Blick wert.

© Take Two / 2K

Spielszene aus "Borderlands 3"

Borderlands 3

Beim Stichwort: Abgedrehte Science Fiction-Geschichte fällt vielen sofort Boderlands ein. Der Sammel-Shooter im Comicstil setzte vor zehn Jahren Maßstäbe. Mit Boderlands 3 für Playstation 4, Xbox One und Windows PC hat Entwickler Gearbox ein weiteres Kapitel der Kammerjäger aufgeschlagen.

Sowohl Optik wie die Spielweise knüpfen nahtlos an die Vorgänger an. Das ist für Fans der Serie nach der zuletzt längeren Pause wie die Heimkehr auf einen vertrauten Planeten.

Wenig Neues - Kein Wow-Effekt

Doch schnell wird klar: Gearbox hat die Pause leider nicht dazu genutzt, Borderlands entscheidend weiterzuentwickeln. Das Spiel macht bis auf Kleinigkeiten alles so wie seine Vorgänger: Geballer ohne Ende, skurrile Typen, abgedrehte Waffen und der gleiche Humor.

Das ist eine Zeit lang immer noch recht unterhaltsam, aber letztlich viel zu wenig, um den Wow-Effekt des Borderlands von vor zehn Jahren zu erreichen.

© Electronic Arts / Respawn

Spielszene "Jedi Fallen Order"

Star Wars: Jedi Fallen Order

Und noch mal Science Fiction: Jedi Fallen Order ist ein neues Star Wars Abenteuer für Playstation 4, Xbox One und Windows PC. Wir spielen den jungen Jedi-Ritter Cal Kestis. Nach dem Untergang des Jedi-Ordens hat er sich als Schrottsammler auf dem Planeten Bracca versteckt. Doch um einen Freund zu retten, setzt er die Jedi-Macht ein und ist enttarnt.

Jetzt macht das Imperium Jagd auf ihn. Aber er will sich nicht mehr verstecken, sondern zusammen mit einem Ex-Jedi und seinen Freunden den Jedi-Orden wieder aufbauen.

Wenig Überraschungen, aber fantastische Atmosphäre

Die Geschichte von Jedi Fallen Order bietet zwar keine großen Überraschungen, dafür fangen wunderschöne Bilder und das passende Sound-Design die Star Wars Atmosphäre fantastisch ein. Leider bleibt unser Held Cal dabei seltsam blass und konturlos. Selbst der kleine Droide BD1, der Cal unterstützt, ist uns schnell viel näher als der Held selbst.

Steuerung: Lichtschwert exakt, Klettern ärgerlich

Die Kämpfe mit dem Lichtschwert sind beste Action-Unterhaltung und steuern sich wesentlich genauer, als die vielen Jump and Run-Aufgaben, die wegen unübersichtlicher Kameraführung und ungenauer Steuerung Cal immer wieder abstürzen lassen.

Doch davon abgesehen überwiegt bei Jedi Fallen Order am Ende der positive Eindruck einer solide inszenierten Geschichte mit viel Lichtschwert-Action in einer wunderschön gestalteten Star Wars Umgebung.