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© Tobias Gotthardt
Bildrechte: Tobias Gotthardt

Tobias Gotthardt hätte gerne die bayerische Flagge bei WhatsApp. Statt Facebook muss er dafür jedoch bei Unicode anfragen.

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    FW-Politiker will Bayern-Flagge als Emoji - doch das wird schwer

    Gut versteckt, am Ende der Emoji-Liste unserer Smartphones, finden sich unzählige Flaggen. Die bayerische ist aber nicht dabei. Der Freie Wähler Tobias Gotthardt will das ändern. Ganz so einfach, wie er wohl dachte, dürfte das aber nicht werden.

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    Von
    • Thomas Moßburger

    Ob nun Fußballturnier, Urlaubsgrüße oder Heimatliebe: Es gibt so manchen Grund, ein kleines Flaggensymbol per Messenger an Freunde, Bekannte oder Kollegen zu versenden. Wer bei den Emojis neben der deutschen die bayerische Flagge sucht, wird aber nicht fündig. Das fiel jüngst auch dem Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt (Freie Wähler) auf.

    Oder besser gesagt seinen Kindern, die ihn per Emoji bei WhatsApp grüßen wollten. Da müsste man doch etwas unternehmen können, dachten die Kinder und am Ende auch der Vater. Er schickte dem Facebook-Deutschland-Chef eine Nachricht.

    „Lassen Sie Ihre kreativen Köpfe doch auch die Bayernflagge – ein einfaches Weiß-Blau reicht, müssen weder Löwe noch Raute sein – designen und schenken Sie uns und allen Bayernfreunden weltweit ein Bild, um unsere Liebe zum Freistaat Bayern auch bei whatsapp, facebook oder messenger zu zeigen“, schreibt Gotthardt laut einer Mitteilung, die dem BR vorliegt..

    Unicode entscheidet

    Ganz so einfach, wie Gotthardt sich das vorstellt, dürfte das Einfügen einer Bayern-Flagge in die Emoji-Riege bei WhatsApp und Co. allerdings nicht werden. Denn nicht Facebook entscheidet, welche Emojis bei WhatsApp oder im Messenger zu sehen sind, sondern das Unicode-Konsortium, eine Initiative zur Standardisierung von Schriften und Text auf digitalen Geräten.

    Da auf der Welt viele verschiedene Smartphones, Laptops, PCs oder Smartwatches mit vielen verschiedenen Betriebssystemen ebenso im Umlauf sind wie unzählige Sprachen mit verschiedenen Buchstaben- und Zeichensystemen, versucht Unicode möglichst global gültige digitale Codes für verschiedene Schriftzeichen, aber eben auch Emojis festzulegen, die dann jeder Software-Entwickler etwa für WhatsApp, Telegram oder TikTok nutzen kann.

    Um dies übersichtlich zu halten, ist auch die Zahl der offiziellen Emojis begrenzt, die jedem von uns zur Verfügung stehen. Allerdings kommen immer wieder auch neue hinzu. Das funktioniert nach einem speziellen Verfahren, nach festen Kriterien und nach Beratungen eines Unicode-Komitees.

    Klare Kriterien

    Entscheidend für die Aufnahme eines Emojis in den Kanon der Symbole ist etwa, ob ein Symbol sich überhaupt in Emoji-Grüße sinnvoll darstellen lässt, ob nicht bereits andere Emojis etwas Ähnliches aussagen, und ob das Emoji wirklich weltweit häufig genutzt werden würde.

    Aussichtlos ist das Vorschlagen eines Emojis aber keineswegs. So schlug der BR-Jugendkanal PULS bei Unicode etwa ein Döner-Emoji vor und hatte am Ende Erfolg. Seit einigen Jahren ist der Deutschen liebstes Fast Food Teil der Emoji-Welt.

    Antrag bei Unicode?

    Ob auch eine bayerische Landesflagge das schaffen kann? Dafür müsste erst einmal jemand, wie etwa FW-Politiker Gotthardt, die Flagge vorschlagen und dabei am besten begründen, warum es die Flagge braucht. Erste Argumente lässt er bereits in seinem Brief an Facebook anklingen: So sei Bayern und seine Kultur, etwa das Oktoberfest, weltweit bekannt und beliebt und auch britische Landessteile wie Schottland und Wales hätten ihre eigene Flagge als Emoji.

    Ob das die Unicode-Entscheider überzeugt, wird sich erst noch zeigen müssen. Möglicherweise möchte das Konsortium aber keine Präzedenzfälle für Bundesstaaten-Flaggen schaffen. Schließlich könnten sich allein in den USA schnell 50 weitere Kandidaten mit Emoji-Ansprüchen melden. Auf einige Wartezeit sollte FW-Mann Gotthardt sich aber auf jeden Fall einstellen: Beim BR-Döner-Vorschlag vergingen rund zwei Jahre zwischen Idee und Erscheinen auf den Smartphones dieser Welt.

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