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Funkloch-App zeigt: kaum 4G Mobilfunk an bayerischen Grenzen | BR24

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Bei der Digitalisierung will sich niemand gerne abhängen lassen. Um den Anschluss nicht zu verlieren braucht es aber gute Mobilfunknetze ohne Funklöcher.

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Funkloch-App zeigt: kaum 4G Mobilfunk an bayerischen Grenzen

Wie gut die Mobilfunk-Netze sind, ermittelt die Bundesnetzagentur mit einer App für Smartphonenutzer. Die von ihnen gemessenen Werte gibt es erstmals auf einer Karte im Überblick. Bayern schneidet darin nicht überall gut ab.

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Seit einem Jahr ist die FunklochApp der Bundesnetzagentur online, mit der NutzerInnen die Qualität ihrer Mobilfunkverbindung überprüfen und melden können. Wer die App mit dem etwas verwirrenden Namen „Breitbandmessung“ heruntergeladen hat, klickt dort auf die Unterrubrik Funklöcher und startet damit die Messung. Die App erfasst dann die Mobilfunkverbindung etwa alle 50 Meter neu. Der Vorgang wird erst wieder angehalten, wenn man auf den Stopp-Button klickt. Falls man sich in einem Funkloch befinden, merkt sich diese App Funkzelle und überträgt die Information sobald wieder Kontakt zum Netz besteht. Die in den letzten 12 Monaten gesammelten Rückmeldungen sind nun in einer Übersichtskarte der Bundesnetzagentur verfügbar.

© Bundesnetzagentur

Karte der Bundesnetzagentur

Deutschland ist größtenteils mit LTE versorgt

Beim ersten Blick auf die Karte fällt auf, dass Deutschland zum allergrößten Teil über 4G bzw. LTE, also das bislang schnellste Mobilfunknetz versorgt ist. Signifikant schlechter steht nur ein Gebiet da, das sich durch Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern zieht. Dort gibt es einen breiten Streifen in dem Mobilfunkkunden überwiegend nur mit 2G versorgt werden. Mobiles Surfen mit dem Smartphone ist dort kaum möglich.

In Bayern schwache Versorgung in den Grenzgebieten

In Bayern gibt es eine solch schwache Versorgung mit überwiegend 2G-Netzen insbesondere entlang der Grenze zu Tschechien, vereinzelt auch an der österreichischen Grenze. Besonders lückenlos ist das 4G-Netz dagegen erwartungsgemäß in den Städten, insbesondere München, Nürnberg und Regensburg sind auf der Karte der Bundesnetzagentur durchgehend lila, das ist die Farbe für die besten Übertragungsraten mit 4G. Soweit die grobe Übersicht.

Wer in die Karte hineinzoomt kann dann auch die richtigen Funklöcher entdecken, die meist nur punktuell auftreten. Allerdings gibt es in Bayern anscheinend auch ein paar größere Lücken, zum Beispiel im Ebersberger Forst bei München, bei Freihung in der Oberpfalz sowie bei Kaufbeuren im Regierungsbezirk Schwaben.

Guter Überblick – aber lückenhafte Datenbasis

Die Karte bildet die Realität nicht unbedingt 1:1 ab. Manche bekannten Schwachstellen tauchen womöglich noch nicht auf. Aber die Datenbasis ist eben noch relativ dünn, denn die Funkloch-App wurde bislang erst 187.000 mal heruntergeladen. Damit wurde bislang nach Angaben der Netzagentur 160 Millionen Messungen erstellt. In einigen Gegenden gibt es dennoch graue Stellen, das heißt ohne Messergebnisse. Außerdem ist ein zeitlicher Vergleich noch nicht möglich, denn die Karte ist jetzt zum ersten Mal veröffentlicht worden. Spannend wird deshalb sein, wie sie im nächsten Jahr aussieht. Die farbliche Darstellung und der Vergleich mit dem Vorjahr wird dann recht anschaulich zeigen, ob die Mobilfunkkonzerne ihre Versprechen zum Netzausbau einlösen.