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Fremde können WhatsApp-Gruppen beitreten | BR24

© BR/Julia Müller

Über Suchmaschinen kann sich jeder potentiell Zutritt zu einer WhatsApp-Gruppe verschaffen. Man kann den Link jedoch zurücksetzen.

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    Fremde können WhatsApp-Gruppen beitreten

    Eine eigentlich praktische WhatsApp-Funktion sorgt derzeit für Ärger: So können sich Fremde über eine einfache Such-Anfrage Zugang zu WhatsApp-Gruppen verschaffen. Doch jeder Nutzer kann seine Gruppen selbst schützen.

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    WhatsApp-Gruppen gehören in Deutschland schon seit Jahren zum Alltag. Ob für die Organisation von Festen, Absprachen zu einem gemeinsamen Geschenk oder fürs schnelle Teilen von Informationen in Familien, Schulklassen oder Freundeskreisen.

    Nicht selten geht es auch in solche Gruppen um Vertrauliches und Persönliches. Nun wurde jedoch klar, dass WhatsApp-Gruppen teils bei in Suchmaschinen-Ergebnissen angezeigt werden und so von für Fremde einsehbar waren und es teilweise immer noch sind.

    Wer WhatsApp und ein bestimmtes Stichwort sucht, kann über einen Link in den Suchergebnissen zu verschiedenen Gruppen beitreten. Der Autor dieses Artikels wurde etwa kurzzeitig Mitglied einer Gruppe zum Thema Fußball, konnte die Telefonnummern der anderen Mitglieder einsehen und auch in die Gruppe schreiben. Die alten Inhalte waren nicht einsehbar, neue Beiträge wären es gewesen.

    Viele Privatleute, Vereine, Elternbeiräte und teils auch Ämter und Politiker nutzen WhatsApp-Gruppen. Auch die sicherlich teils sensiblen Gesprächsinhalte solcher Gruppen könnten bei Suchmaschinen teilweise offen liegen. Daneben haben Journalisten berichtet, dass ihnen über Suchmaschinen auch Gruppen von Rechtsextremen oder Gruppen zum Tausch von Kinderpornographie angezeigt wurden.

    "Mit Link einladen"-Funktion als Einfallstor

    Möglich wird der ungewollte Gruppen-Zutritt von außen durch eine eigentlich sinnvolle WhatsApp-Funktion. Über die Funktion "Mit Link einladen" kann der Gründer oder Administrator einer Gruppe auch Nutzer hinzufügen, deren Nummer er nicht in seinen Smartphone-Kontakten hat. Indem er ihnen einfach den Einladungslink zur Gruppe schickt, per E-Mail zum Beispiel.

    Ein Klick auf den Link und eine Bestätigung genügt und schon sind alle künftigen Chats für das über den Link eingeladene Neumitglied mitlesbar. So weit, so praktisch.

    Facebook sieht kein Problem

    Dass Gruppenchats aber über eben diese Einladungslinks auch über Suchmaschinen auffindbar sind, dürfte den wenigsten WhatsApp-Nutzern bekannt sein. Bei WhatsApp-Mutter Facebook scheint kaum Problembewusstsein.

    Dass potentiell alle WhatsApp-User per Link jeder beliebigen Gruppe beitreten könnten, sei Absicht, teilte der Konzern einem Hacker mit, der Facebook auf das Problem aufmerksam machte. Zudem habe man keine komplette Kontrolle darüber, was Google in seinen Ergebnissen zeige.

    Der Suchmaschinen-Riese Google selbst hat unterdessen reagiert. Dort sind die WhatsApp-Gruppen nicht mehr auffindbar. Andere Suchmaschinen zeigen dagegen weiterhin Einladungslinks an und bieten ungebetenen Gästen so die Möglichkeit, fremden Gruppen beizutreten. Unser oben beschriebener, erfolgreicher Beitrittsversuch in einer Fußballgruppe erfolgte etwa am 26.02.2020 über Microsofts Suchmaschine Bing.

    So werden WhatsApp-Gruppen sicher

    Wer selbst eine WhatsApp-Gruppe betreibt und schon einmal über einen Link neue Mitglieder eingeladen hat, sollte für seine Sicherheit selbst aktiv werden: Unter "Gruppeninfo", finden Sie die Option "Mit Link einladen". Klicken Sie darauf, können Sie wiederum über Klick auf "Link zurücksetzen" dafür sorgen, dass der bisherige Einladungslink seine Gültigkeit verliert. So ermöglicht er – selbst wenn er bei Bing und Co. auffindbar ist – keine unerwünschten Gruppenbeitritte mehr.

    Fürs Erste empfiehlt es sich wohl den Beitrittslink immer wieder einmal zurückzusetzen. Außerdem wichtig: Treten Personen, die Sie nicht kennen, in eine Ihrer WhatsApp-Gruppen ein, fragen Sie nach der Identität und entfernen Sie die Person im Zweifel. Sollten Sie selbst nicht Administrator der Gruppe sein, bitten Sie diesen darum, den ungebetenen Gast zu entfernen. WhatsApp zeigte neue Gruppenbeitritte klar sichtbar in der Gruppe an.