BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Fabian Stoffers
Bildrechte: BR/Fabian Stoffers

Die Fotos zweier prominenter Vertreterinnen der Münchner Lokalpolitik wurden ungefragt auf eine Porno-Website geladen.

4
Per Mail sharen

    Fotos von Münchner Politikerinnen auf Porno-Website geladen

    Die Münchner Bürgermeisterin Habenschaden (Grüne) und die Ex-OB-Kandidatin Frank (CSU) sind ungewollt Teil einer Porno-Website geworden. Fremde luden Fotos von ihnen hoch. Wie kann Otto-Normal-Nutzer sich vor so etwas schützen?

    4
    Per Mail sharen
    Von
    • Thomas Moßburger

    Die Weiten des Internets sind für dein Einzelnen nicht kontrollierbar oder auch nur überblickbar. Und so erfuhren auch die Münchner Bürgermeisterin Katrin Habenschaden und die Kommunalreferentin und ehemalige Ob-Kandidatin der CSU, Kristina Frank, erst von der Münchner Abendzeitung AZ, dass Fotos von ihnen auf einer Porno-Website gelandet sind.

    Dabei handelte es sich laut AZ nicht um intime Aufnahmen, sondern um Presse-Bilder aus dem Wahlkampf. Hochgeladen von einem User namens "Eierlikör1" vor etwa sechs Monaten. Der Porno-Website-Betreiber mit Sitz in Zypern äußerte sich gegenüber der Zeitung zunächst nicht.

    Bei unserer Recherche waren diese Fotos nicht mehr auffindbar, Presse-Fotos anderer deutscher Prominenter tauchten jedoch sehr wohl auf. Habenschaden und Frank prüfen nun rechtliche Schritte, wie sie gegenüber dem Bayerischen Rundfunk bestätigten. Sie sehen es laut eigener Aussagen als ihre Pflicht, dagegen vorzugehen, weil es auch viele Frauen betrifft, die sich nicht so wehren könnten.

    Wie kann ich mich schützen?

    Ungewollt auf einer pornographischen Website aufzutauchen, ist für viele Menschen sicherlich eine Horror-Vorstellung. Doch auch abseits von solchen Seiten können Fotos missbraucht oder ungewollt hochgeladen werden und die Abgebildeten in missliche Lagen bringen. Einen einhundertprozentigen Schutz dagegen, dass Fremde Bilder von einem im Netz veröffentlichen, gibt es nicht. Einige Tipps, wie Sie es vielleicht verhindern können und wie Sie im Fall der Fälle vorgehen sollten, jedoch schon.

    Banal, aber der wichtigste Tipp: Vorsichtig sein! Achten Sie darauf, was Sie selbst, was Freunde, Familie, Kollegen und Co. über Sie ins Netz stellen oder auch was Sie untereinander versenden. Fotos, die nicht in die Öffentlichkeit gelangen sollen, etwa auch Nacktbilder, sollten schlicht nicht versandt oder irgendwo hochgeladen werden. Bitten Sie außerdem auch Freunde, Kollegen oder Verwandte darum, keine Fotos von Ihnen ins Netz zu stellen - wenn Sie das nicht möchten.

    Was, wenn es doch passiert?

    Ist doch ein Foto von Ihnen im Netz gelandet, gibt es mehrere Möglichkeiten, diese wieder loszuwerden. In jedem Fall wichtig ist, "Beweise" zu sichern, also Screenshots zu machen, in denen man das Bild, den Usernamen und sonstige wichtige Daten wie das Datum erkennt. Außerdem sollten Sie den Link zu dem Foto dokumentieren. Anschließend bieten sich folgende Wege an:

    1. Löschen durch Hochlader: Wenn Sie den Hochlader des Fotos kennen, bitten Sie ihn darum, es zu löschen. Tut er das nicht, können Sie mit einem Anwalt drohen und diesen dann auch einschalten. Der kann dann alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.
    2. Zur Polizei gehen: In einigen Fällen kann auch ein Gang zu Polizei sinnvoll sein. Etwa, wenn Sie sich durch ein Bild verleumdet fühlen oder Ihr Recht am eigenen Bild verletzt sehen.
    3. Löschung durch Website-Betreiber: Wenn Sie den Hochlader nicht kennen, wie etwa die Münchner Politikerinnen, sollten Sie sich an den Betreiber der Website wenden, auf der die Fotos zu sehen sind. Handelt es sich um ein größeres Portal wie Facebook, Instagram oder Youtube können Sie den Vorfall als Mobbing oder Belästigung melden, es gibt durchaus Chancen auf Löschung. Bei dubioseren Anbietern ist oft kein Kontakt möglich. Auch hier können Sie Anwalt und Polizei konsultieren.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!