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Firefox: Künftig auch als Bezahl-Abo? | BR24

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Firefox

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    Firefox: Künftig auch als Bezahl-Abo?

    Die Dominanz des Google-Browsers Chrome ist ungebrochen. Mozilla versucht sich aus dieser Umklammerung mit seinem Browser Firefox zu befreien. Man denkt deshalb jetzt sehr konkret über kostenpflichtige Abo-Dienste nach.

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    Google ist praktisch und gratis, doch der Nutzer bezahlt mit seinen Daten. Und Google nutzt auch seine macht auf dem Browser-Markt, um bisweilen die Autonomie der Nutzer einzuschränken. Beispielsweise will Google bei künftigen Chrome-Versionen Adblocker beschränken. Google bezeichnet das als sicherheitsrelevante Änderungen.

    Für knapp fünf Dollar Firefox-Premium

    Firefox versucht zu punkten, indem es sich weiter als datensicherer Browser mit vielen Zusatzmöglichkeiten präsentiert. Trotzdem und gerade, um solchen Versuchungen aus der Werbebranche nicht zu erliegen, muss Mozilla, die Stiftung die hinter dem Firefox steht, Geld verdienen. Das könnte nun mit einem Abo für eine Premiumversion des Browsers geschehen, wie Mozilla-CEO Chris Beard in einem Interview ankündigte. Der Nutzer könnte für 4,99 US-Dollar pro Monat (umgerechnet 4,44 Euro) Zusatzdienste bekommen, die ihm zum Beispiel ermöglichen, bestimmte Internetseiten mit Firefox werbefrei anzusurfen. Angeboten werden sollen eventuell auch journalistische Inhalte und Audios, wie etwa Hörbücher. Im Gespräch sind zudem sichere Speichermöglichkeiten oder ein VPN-Service.

    💡 Was ist eigentlich VPN?

    Die Abkürzung steht für Virtual Private Network. Es handelt sich dabei um eine Art Tunnel, der eine direkte Verbindung zwischen dem PC des Nutzers und einer Internetseite schafft. Der Vorteil: Hacker oder Spione können sich nicht mehr dazwischenschalten und Daten abgreifen. VPN-Verbindungen sind zum Beispiel sinnvoll, um in einem öffentlichen WLAN-Netz einigermaßen sicher surfen zu können.

    Von Firefox gab es bislang nur vage Andeutungen. Wer auf der Mozilla-Internet-Seite auf einen Button für das 4,99-Dollar-Abo klickte wurde eine zeitlang zu einer Umfrage weitergeleitet, mit der Mozilla offenbar herausfinden wollte, wie groß die Akzeptanz in der Nutzerschaft ist, jeden Monat knapp 5 Dollar zu zahlen. Der Button ist inzwischen aber wieder verschwunden. Angeblich sollen im Herbst die Premiumfunktionen erstmals öffentlich präsentiert werden. Bis dahin wird dem Mozilla-Chef zufolge noch ausgelotet, ob einzelne Services kostenpflichtig werden sollen, oder ob es ein Komplettpaket für "Firefox-Premium" geben wird.

    Firefox weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz

    Firefox ist stark unter Druck, denn die Dominanz von Chrome ist mittlerweile erdrückend. Weltweit erreicht der Google-Browser unterschiedlichen Quellen zufolge schon rund 70 Prozent Marktanteil, während Firefox als Nummer 2 bei gerade mal zirka 10 Prozent steht. Und Google versucht die Dominanz weiter auszubauen, indem es zum Beispiel auf Chrome verweist, wenn der Nutzer Google-Dienste wie Gmail oder YouTube über andere Browser ansurft. Die Logik ist wohl die gleiche, wie schon bei der Suchmaschine: je mehr Menschen den Browser nutzen, desto mehr Daten, desto bessere Profile und desto teurer kann Werbung verkauft werden. Google darf den Bogen nur nicht überspannen, sonst werden weitere Kartellverfahren und empfindliche Strafen, etwa durch die EU-Kommission wohl nicht ausbleiben. Thema übrigens auch in unserem Podcast.