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Finanztest: Schlechte Noten für Versicherungs-Makler-Apps | BR24

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Finanztest hat Versicherungs-Makler-Apps untersucht. Test-Redakteurin Claudia Bassarak ist im Gespräch mit Tanja Zieger wenig begeistert.

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Finanztest: Schlechte Noten für Versicherungs-Makler-Apps

Die Zeitschrift Finanztest hat Makler-Apps angeschaut, die Auskunft darüber geben sollen, wie gut man versichert ist. Das Ergebnis: Besonders in puncto Beratungsleistung ließen Apps wie Check24 oder Verifox zu wünschen übrig.

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Versicherungsmakler sind für viele Vertrauenspersonen. Oft besteht zu ihnen ein langjähriges Verhältnis. Im Internetzeitalter verzichten aber KundInnen zunehmend auf die persönliche Betreuung und begnügen sich mit Apps. Beim Abschluss oder beim Vergleich von Versicherungen kann das allerdings eine schlechte Wahl sein. Die Zeitschrift Finanztest der Stiftung Warentest hat sich sechs Apps genau angesehen.

Keine der Apps schneidet gut ab

Neben den besonders bekannten Anbietern Check 24 und Verivox handelt es sich um Clark, Treefin, Knip und Wefox. Schlusslicht im Test war Wefox. Treefin bekam als Gesamtnote immerhin noch ein "befriedigend" und war damit Spitzenreiter. Alle Apps, mit Ausnahme von Check24, wollen nicht nur beraten, sondern verkaufen auch Policen, werden also als klassische Versicherungsmakler tätig. Allerdings geben sie sich meist nicht als solche zu erkennen. Die Tester wollten von den Anbietern nun zum einen wissen, ob eine bestimmte Versicherung für sie passend ist. Zum anderen wurde abgefragt, ob man insgesamt gut versichert ist – also ob eine Versicherung fehlt oder man zu viele Policen abgeschlossen hat.

Mängel bei der Beratung

Besonderer Wert wurde beim Test auf die Beratungsleistung gelegt. Die wird von den Unternehmen manchmal als Telefon-Gespräch, oft aber auch nur als Chat oder E-Mail erbracht. Gerade bei dieser essentiellen Aufgabe patzten vielen Anbieter. Bis auf Treefin und Verivox erhielten alle Firmen höchstens ein "ausreichend". Clark schnitt sogar mit "mangelhaft" ab. Ein Anbieter kündigte sogar eigenhändig die Police eines Test-Kunden, so dass dieser – ohne es zu wissen – plötzlich ohne Schutz dastand.

"Wir würden sagen, diese Apps eigenen sich nur für Leute, die wenig Beratungsbedarf haben und die da eher einen einfachen Preisvergleich suchen und ansonsten auch gut informiert sind in Versicherungsfragen." Claudia Bassarak, Stiftung Warentest

Technisch ok, aber schludrig beim Datenschutz

Etwas besser fallen die Ergebnisse beim Punkt Bedienbarkeit aus. Persönliche Daten wie Einkommen, Familienstand, Wohneigentum etc. lassen sich gut in die Apps eingeben und auch bereits bestehende Versicherungspolicen, die man untersuchen lassen möchte, werden zügig in die Programme eingearbeitet. Dagegen wird man die Apps nicht so ohne weiteres wieder los. Ein Löschen der Programme reicht nicht aus, man muss - am besten schriftlich - bei den Anbietern kündigen. Und noch ein großes Manko gibt es: die App-Makler nehmen es nicht sonderlich genau mit dem Datenschutz. Persönliche Informationen werden zum Teil sogar an Facebook gesendet.