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Familienkonflikte wegen Fortnite & Co.: Tipps für Eltern | BR24

© BR/Karin Goeckel

Die neuen Eltern-Informationsbroschüren zu Computerspielen wollen helfen und geben Handlungsempfehlungen.

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    Familienkonflikte wegen Fortnite & Co.: Tipps für Eltern

    Wie viel Zeit dürfen Kinder und Jugendliche mit Computerspielen verbringen? Welche Spiele sollte ich erlauben und welche nicht? Antworten auf Fragen rund um Computerspiele bieten die neuen Elternbroschüren des Bayerischen Familienministeriums.

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    Heute sind die Eltern-Informationsbroschüren auf einer Fachtagung für Digitale Spielkultur im Pellerhaus in Nürnberg vorgestellt worden. Erarbeitet haben die acht Broschüren zu unterschiedlichen Themen das Münchner Institut für Medienpädagogik, JFF und das Nürnberger Medienzentrum Parabol.

    Faszination des Shooter-Spiels "Fortnite"

    Ausgehend von typischen Konfliktsituationen in der Familie versuchen sie, die Sichtweise sowohl der Eltern als auch der Kinder zu vermitteln. So wird empfohlen, Games als Teil der Jugendkultur zu akzeptieren und zu respektieren, etwa die Faszination des Shooter-Spiels "Fortnite". Wie stark die Jugendkultur davon schon beeinflusst ist, habe sich etwa bei der letzten Fußball-WM gezeigt, als einige Spieler als Torjubel "Fortnite"-Tänze aufführten, erklärt Spielpädagoge Jens Fissenewert.

    "Computerspiele gehen nicht weg, 'Fortnite' geht erst mal auch nicht weg, und wenn 'Fortnite' weg ist, dann kommt irgendwas anderes. Da dürfen wir die Augen nicht vor verschließen, das ist da und das wird bleiben." Jens Fissenewert, Spielepädagoge

    Wichtig sei, dass Eltern sich für die Spielewelt ihrer Kinder interessieren und sich damit auseinandersetzen, sagt Familienstaatssekretärin Carolina Trautner. "Jugendliche müssen ihren Eltern zeigen dürfen, was sie an diesen Spielen begeistert und warum sie das so gern machen", so Trautner. Die Aufgabe der Politik sei es, ein Auge auf die Gefahren von Computerspielen zu haben und diesen vorzubeugen, etwa bei versteckter Werbung oder Kostenfallen.

    Spiel-Zeiten aushandeln

    Grundsätzlich sollten Eltern ihren Kindern das Recht auf Spielen einräumen, allerdings nicht uferlos. Klaus Lutz vom Medienzentrum Parabol empfiehlt, mit den Kindern Spielzeiten und spielfreie Zeiten auszuhandeln.

    Denkbar sei zum Beispiel, dass die Jugendlichen von Montag bis Donnerstag ihre Freizeit ohne Computer verbringen, aber am Freitag nach der Schule so lange spielen dürfen, bis sie keine Lust mehr haben. Auch sei die Spielzeit davon abhängig, welche Spiele gespielt werden, wie lange sie dauern oder wann die Freunde der Kinder online sind.

    Jugendliche suchen Konflikt – das ist normal

    "Dass es einen Konflikt gibt zwischen Computerspielzeiten und Erziehung, das gehört auch zum Erwachsenwerden dazu. Dass sie den Konflikt suchen, dürfen wir ihnen nicht übel nehmen", so Lutz. "Ich würde immer so verfahren, dass man mit den jungen Menschen die Zeit abspricht und sie auch ins Zeitmanagement mit einbezieht." Die Broschüren können bestellt oder heruntergeladen werden unter www.games.jff.de