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Fake News erkennen: Was leisten NewsGuard und das Trust Project? | BR24

© BR/Marcus Schuler

Sie sollen Internetseiten mit unseriösen Inhalten erkennen und anzeigen: Browser-Erweiterung wie NewsGuard oder das Trust Project. Sie sehen sich dabei als eine Art Verkehrsampel. Grün steht für eine sichere Quelle, rot für nicht ganz astrein.

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Fake News erkennen: Was leisten NewsGuard und das Trust Project?

Sie sollen Internetseiten mit unseriösen Inhalten erkennen und anzeigen: Browser-Erweiterung wie NewsGuard oder das Trust Project. Sie sehen sich dabei als eine Art Verkehrsampel. Grün steht für eine sichere Quelle, rot für nicht ganz astrein.

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NewsGuard ist ein Start-up, das mehr Transparenz in den Nachrichtenjournalismus bringen möchte. Co-Gründer Steven Brill hat dazu im vergangenen Jahr begonnen, mit einem Team von Journalisten die Online-Angebote amerikanischer Medien zu durchforsten.

"Wir geben dem Leser Hintergrundinfos über das jeweilige Medium: Wer es besitzt, wer dafür verantwortlich ist, wie es mit Beschwerden umgeht." Steven Brill, Mitgründer von NewsGuard

Wenn die Organisation beispielsweise eine Nachrichtenseite zum Thema Fracking untersucht, und sie ist von der Erdöl-Lobby finanziert, werde das auch sichtbar gemacht, so Brill.

NewsGuard untersucht jetzt auch europäische Webseiten

Seit einigen Monaten werden auch europäische Medien evaluiert. NewsGuard vergibt für Nachrichtenseiten im Netz Zertifikate. Professionelle Journalisten beurteilen dabei eine Nachrichtenseite nach Kriterien wie Glaubwürdigkeit oder Transparenz. Bis zu 100 Punkte in neun Kategorien können sie vergeben. Dazu hat das Start-up aus New York ein kleines Programm, eine Erweiterung herausgebracht, die man in seinem Chrome-, Firefox- oder Safari-Browser installieren kann.

Anzeige von NewsGuard schaltet auf rot oder grün

Je nachdem welche Nachrichtenseite man im Internet gerade liest, färbt sich das NewsGuard-Symbol in der Browserleiste ein - bei der Internetseite der Tagesschau oder BR24 leuchtet das Newsguard-Symbol in grün, heißt: Der Anbieter gilt als glaubwürdig. Grün gibt es auch für spiegel.de oder faz.net.

Bei Seiten, die gegen journalistische Mindeststandards verstoßen, wie zum Beispiel RT.com, einer Propaganda-Website der russischen Regierung, leuchtet das Symbol rot auf mit einem Ausrufezeichen. Ähnlich macht sich die Browser-Erweiterung auch bei der Google-Suche bemerkbar.

💡 NewsGuard: Vertrauensbeweis für BR24

BR24.de und BR.de waren mit die ersten Internetseiten, die von NewsGuard auf Glaubwürdigkeit getestet wurden, noch vor der Europawahl im Mai 2019. Das Ergebnis war ein echter Vertrauensbeweis für das Online-Angebot des Bayerischen Rundfunks (BR). Es gab durchweg grüne NewsGuard-Häkchen für BR24.de und br.de, denn, so NewsGuard: BR24 und BR.de erfüllen "alle grundlegenden Anforderungen an Glaubwürdigkeit und Transparenz“. Also: Höchste Punktzahl. Vertrauen, das wir uns immer wieder neu erarbeiten. "NewsGuard“ prüft regelmäßig nach, ob wir die strengen NewsGuard-Kriterien weiter erfüllen. Zum Beispiel in Sachen Glaubwürdigkeit: "Klare Unterscheidung zwischen Nachricht und Meinung“, aber auch: ehrliche Korrekturen. Machen wir - in unserer Rubrik "Standards und Korrekturen". Transparenz ist wichtig: Wir informieren, wer bei BR24 schreibt, mit welcher Expertise. Deshalb zeigen wir "Gesicht"", weil wir wissen: die Expert/innen des BR stehen für Qualität - bei BR24. Damit sich sich auf uns verlassen können.

3.000 Nachrichtenseiten bewertet

Newsguard hat seit seinem Start im vergangenen Jahr, nach eigenen Angaben, rund 2.300 US-Nachrichtenseiten bewertet, sowie rund 700 Seiten aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien.

Die Bewertung journalistischer Inhalte findet David Greene gut. Er arbeitet für die Datenschutzorganisation Electronic Frontier Foundation in San Francisco.

"Der Gedanke, dass wir stets akkurate Nachrichten konsumieren, die immer unvoreingenommen sind, reflektiert nicht, wie Nachrichtenbetriebe funktionieren." David Greene, Electronic Frontier Foundation

Der Datenschützer von der EFF sieht aber noch eine weitere Schwierigkeit für Unternehmen wie NewsgGuard. Wie gehen sie mit Angeboten um, die in Ländern erscheinen wie Russland, der Türkei oder China, wo die Presse kontrolliert und oft unterdrückt wird?

"Solche Dienste funktionieren nicht so gut, in Ländern, wo Autoren ihre Texte nicht mit ihrem Namen veröffentlichen können. Und das würde dann zu einer Abwertung führen. In manchen Gegenden der Welt können Artikel aber nur unter solchen Bedingungen entstehen." David Greene, Electronic Frontier Foundation

Download-Zahlen von NewsGuard noch sehr niedrig

Experten fragen außerdem: Kann ein Nutzer nicht selbst zwischen einem seriösen und einem unseriösen Nachrichtenanbieter unterscheiden? Die Download-Zahlen für die Browser-Erweiterung von NewsGuard sind nach mehr als einem Jahr jedenfalls ernüchternd. Laut Google wurde die Extension für den Chrome-Browser weltweit bislang nur knapp 70.000-mal installiert.

Auch das Trust Project will seriöse Medien stärken

Nicht nur NewsGuard will gute und schlechte Angeboten kenntlich machen. Ähnliche Ziele verfolgt die gemeinnützige Organisation Trust Project im Silicon Valley, aber mit einem komplett anderen Ansatz. Statt mit einer Browser-Erweiterung für die Leser, geht die Organisation dorthin, wo Nachrichten entstehen: in die Medienhäuser und Verlage.

Das Trust Project will durch weltweite Medienkooperationen die Glaubwürdigkeit von seriösen Medienangeboten stärken. Hier machen zum Beispiel die Washington Post oder die Deutsche Presseagentur mit.