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Groß ist die Sorge, dass sogenannte "Deep Fakes" zur Propaganda-Waffe im US-Wahlkampf werden. Facebook möchte nun gegen solche Video-Manipulationen vorgehen.

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Facebook will stärker gegen Deep Fakes vorgehen

Groß ist die Sorge, dass sogenannte "Deep Fakes" zur Propaganda-Waffe im US-Wahlkampf werden. Facebook möchte nun gegen solche Video-Manipulationen vorgehen. Die TU München ist führend in der Entwicklung von Algorithmen, die solche Videos erkennen.

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In einem Blog-Eintrag hat das soziale Netzwerk Regeln für den Umgang mit manipulierten Videos bekannt gegeben. Deep Fakes sollen dann gelöscht werden, wenn sie so gut gemacht sind, dass die Manipulation nicht auffällt. Hingegen sollen weiterhin Videos erlaubt bleiben, bei denen lediglich die Qualität verbessert wird oder bei denen die Manipulation einen satirischen Charakter hat.

Knifflige Entscheidungen

Die Ankündigung kommt zu einem pikanten Zeitpunkt: Am Mittwoch findet im US-Repräsentantenhaus eine Anhörung statt, bei der es um Manipulation im Digitalzeitalter gehen soll. Fraglich allerdings bleibt, wie genau Facebook die Linie ziehen möchte zwischen satirischen Deep Fakes und solchen mit ernsthaftem Charakter.

TU München führend beim Aufspüren von Deep Fakes

Leichter dürfte das grundsätzliche Detektieren von Deep Fakes sein: Weltweit arbeiten Forschungseinrichtungen an Technologien zur Deep Fake-Erkennung. Die TU München ist hierbei führend und hat einen Algorithmus entwickelt, der gefälschte Videos kreiert, mit dem wiederum die Software gefüttert wird, die gefälschte Videos erkennen soll. Das Verfahren eignet sich besonders dafür, Deep Fakes zu erkennen, die in niedriger Auflösung vorliegen. Herkömmliche Algorithmen können solche Videos nur mit einer Wahrscheinlichkeit von etwas über 50 Prozent als Fälschungen erkennen. Das Verfahren der TU München liegt bei solchen Videos hingegen zu 78 Prozent richtig.

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Dass Gesichter in Fotos zu täuschend echten Fälschungen gemacht werden können, kennen wir dank Photoshop schon lange. Aber bald werden Computer wahrscheinlich in der Lage sein, komplette Videos zu faken - und das birgt Gefahren.