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Facebook startet eigenen Dating-Dienst | BR24

© Facebook

Facebook-Dating

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    Facebook startet eigenen Dating-Dienst

    Es soll nicht um kurze Affären gehen, sondern um langfristige Beziehungen: Facebook hat seinen Dating-Dienst in den USA gestartet. In Europa sollen Nutzer nächstes Jahr via Facebook-Dating auf Partnersuche gehen können.

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    Seit etwa einem Jahr lief die Testphase, jetzt hat Facebook seinen Dating-Dienst offiziell gestartet. In den USA und 19 anderen amerikanischen und südostasiatischen Ländern können Nutzer seit Donnerstag via Facebook auf Partnersuche gehen. In Europa soll der Dienst kommendes Jahr starten.

    Jeder Nutzer, der mindestens 18 Jahre alt ist, kann sich auf Facebook ein separates Dating-Profil anlegen. Dieses Profil ist laut Facebook nicht für die eigenen Freunden sichtbar. Überhaupt: Die eigene Freundesliste wird aus der Flirterei weitestgehed rausgehalten.

    Die Freundesliste ist erstmal tabu

    Facebook schlägt einem potenzielle Dating-Partner vor, und zwar basierend auf den gemeinsamen Interessen, Freunden oder Veranstaltungen, die man besucht hat - und bei Facebook angegeben hat. "Mit Facebook Dating kannst Du mit Freunden von Freunden zusammenkommen oder mit Leuten, die nicht in Deinem Freundeskreis sind", erklärte der zuständige Manager Nathan Sharp.

    Potenzielle Partner aus der eigenen Freundesliste werden einem nur vorgeschlagen, wenn man sie im Dating-Profil als "heimlichen Schwarm" markiert. Davon erfahren Nutzer nur, wenn es eine gegenseitige Übereinstimmung gibt.

    Liken statt Swipen

    Vorgeschlagene potenzielle Partner werden hier nicht wie bei Tinder mit einem Wisch aussortiert - stattdessen bleibt Facebook sich treu und setzt auf "Likes". Die kann man an ein Profil versenden oder zu einem Foto. Alternativ kann man über das Profil direkt kommunizieren.

    Bei Facebook kann man schon lange seinen Beziehungsstatus angeben. Bei Facebook Dating soll es aber "um den Aufbau echter, langfristiger Beziehungen gehen, nicht um schnelle Abenteuer", hatte Konzernchef Mark Zuckerberg vergangenes Jahr angekündigt.

    Und der Datenschutz?

    "Einen Liebespartner finden ist sehr persönlich - daher haben wir "Heimlich verknallt" sicher gemacht", sagte Sharp. Sicherheit und Privatsphäre seien das Wichtigste bei Facebook-Dating. So gebe es die Möglichkeit, andere Nutzer zu blockieren oder zu melden. Zudem können zwischen den Profilen keine Fotos, Links, Zahlungen oder Videos verschickt werden. Alle Dating-Aktivitäten sollen auch nicht über das "normale" Facebook-Profil erkennbar sein.

    Allerdings soll der Dienst die Möglichkeit bieten, Inhalte aus der Facebook-Tochter Instagram einzubetten. Schon jetzt können in Facebook-Dating Fotos aus dem eigenen Instagram-Profil eingebaut werden - in Zukunft soll das auch für Stories möglich sein. Das mache das eigene Dating-Profil authentischer, so Sharp.

    Datenschützer in Deutschland kritisieren die Dating-Funktion von Facebook. "Dass alle verschiedenen Dienste in der Hand eines Anbieters sind, mag auf den ersten Blick für die Nutzer verlockend sein", sagte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar der "Welt". Aus Datenschutzsicht sei das jedoch sehr problematisch. Er sehe die Gefahr, dass vertrauliche Angaben von Nutzern unbeabsichtigt in die Öffentlichkeit gelangen könnten. "Da bleibt dann künftig wenig übrig, was Facebook-Profile über Personen nicht enthalten", so Caspar.

    Die Landesbeauftragte für Datenschutz in Schleswig-Holstein, Marit Hansen, rät gleich davon ab, Facebook-Dating auszuprobieren. Sie rät dazu "lieber seriöse Dating-Angebote" zu nutzen.

    Facebook weiter kostenlos?

    Für viele Nutzer dürfte es jedoch attraktiv sein, dass Facebook-Dating - im Gegensatz zu anderen Online-Dating-Anbietern - kostenlos ist. Genau wie Facebook selbst. Doch gerade um diesen Sachverhalt gibt es nun Spekulationen.

    "Facebook ist und bleibt kostenlos" - so wurde man auf der Startseite begrüßt, wenn man sich auf Facebook registrieren wollte. Doch seit Anfang August wurde der Slogan gegen ein "Es geht schnell und einfach" ausgetauscht. Wird Facebook also bald ein optionales Abo-Modell einführen? Zahlen wir bald mit echtem Geld, anstatt mit unseren Daten? Die Frage ist eben, wie man "kostenlos" definiert. So erklärte der Anwalt und Digitaljurist José Antonio Castillo dem "Business Insider", dass die persönlichen Daten der Facebooknutzer schon immer Facebooks Währung waren und sind.

    Manche Datenschützer vermuten deswegen, dass Facebook mit dem Slogan-Austausch nur auf eine EU-Richtlinie vom Mai 2019 reagiert hat. Darin wird festgehalten, dass Datenaustausch eine Form der Bezahlung ist.