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Facebook reduziert Politikinhalte im Newsfeed | BR24

© dpa-Bildfunk/Dominic Lipinski

Facebook will politische Inhalte im Newsfeed für einige Nutzer reduzieren.

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    Facebook reduziert Politikinhalte im Newsfeed

    Weniger Politik im Newsfeed. Das will Facebook nun testweise ausprobieren. Man wolle "die Temperatur senken", mit der politische Debatten teilweise geführt werden. Das gilt zunächst nur in Indonesien, Brasilien und Kanada - später auch in den USA.

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    Von
    • Anne Hemmes

    Angekündigt hatte Facebook die Änderung schon vor ein paar Wochen. In dem aktuellen Blogpost heißt es, die Nutzerinnen und Nutzer würden nicht wollen, dass Politik ihren Feed dominiert - insbesondere nicht vor Postings von Freunden oder Familie.

    Innerhalb der nächsten Monate will Facebook verschiedene Varianten testen, um besser auf die jeweiligen Präferenzen der Nutzerinnen und Nutzer einzugehen. Als ersten Schritt sieht das US-Unternehmen nun die Einschränkung von politischen Inhalten im Newsfeed vor - diese soll aber zunächst nur für eine kleine Personenanzahl in Kanada, Brasilien und Indonesien ausgerollt werden. In den kommenden Wochen dann auch in den USA.

    Weniger Politik im Newsfeed: Nutzer sollen befragt werden

    Während dieser ersten Tests will Facebook nach eigenen Angaben eine Reihe von Möglichkeiten ausprobieren, um politische Posts im Newsfeed der Nutzerinnen und Nutzer anhand verschiedener Signale zu bewerten. Was das konkret bedeutet, wird nicht erläutert. Auch Nutzerbefragungen können wohl Teil der Tests sein, heißt es.

    Im Anschluss soll dann entschieden werden, welche Ansätze in Zukunft für die Ausspielung von politischen Inhalten verwendet werden.

    Ausgenommen von den Tests sind Posts zu Covid-19-Informationen von amtlichen Gesundheitsbehörden wie beispielsweise der Weltgesundheitsorganisation (WHO), aber auch von nationalen oder regionalen Gesundheitsämtern und -diensten. Auch Inhalte von offiziellen Regierungsbehörden sollen eine Ausnahme bilden.

    Vorwurf: soziales Netzwerk tut zu wenig gegen Hass

    Facebooks Ankündigung kommt nicht überraschend. Bereits im Januar hatte Mark Zuckerberg bei einer Konferenz gesagt, dass die Plattform Nutzerinnen und Nutzern keine politischen oder gesellschaftlichen Gruppen mehr empfiehlt. Man wolle "die Temperatur senken", mit der politische Debatten in dem Netzwerk teilweise geführt werden. Die Nutzerinnen und Nutzern wollten nicht, dass Politik und Streitereien dominieren, wenn sie auf Facebook unterwegs sind.

    Immer wieder wird dem Konzern von Mark Zuckerberg jedoch vorgeworfen nicht genug gegen Hass und Hetze in dem sozialen Netzwerk zu unternehmen. Teilweise wurde Facebook auch eine Mitschuld daran gegeben, politische Unruhen in Ländern wie Indonesien oder den Völkermord in Myanmar verschärft zu haben.

    Anpassung laut Facebook eine Reaktion auf Nutzerwünsche

    Man könnte die Anpassungen des Feeds nun als eine Reaktion von Facebook darauf sehen. Eine Reaktion, die verdeutlicht, dass der Konzern Kritik an- und ernst nimmt. Dafür allerdings greifen sie zu kurz und sind bislang auch erstmal nur ein Test. Denn, wenn Facebook will, kann es sehr wohl strenger durchgreifen: Anfang 2018 hatte es beispielsweise den Newsfeed entsprechend angepasst, so dass Inhalte von Medien weniger angezeigt wurden und dafür mehr von Freunden und Familien. 


    In der Mitteilung heißt es nun, politische Inhalten würden beispielsweise in den USA nur sechs Prozent von dem ausmachen, was im Newsfeed angezeigt wird. Die kommende Anpassung ist daher nach Facebooks Logik lediglich ein Eingehen auf die Wünsche der Nutzerinnern und Nutzer.

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