Zurück zur Startseite
Netzwelt
Zurück zur Startseite
Netzwelt

Facebook: Haben Netflix und Spotify private Nachrichten gelesen? | BR24

© PA

Produziert Skandale im Wochentakt: Facebook

Per Mail sharen

    Facebook: Haben Netflix und Spotify private Nachrichten gelesen?

    Skandale ohne Ende: Facebook soll externen Firmen Zugriff auf private Chatnachrichten seiner Kunden gewährt haben. Der Konzern wiegelt ab.

    Per Mail sharen

    2018 ist und bleibt ein katastrophales Jahr für Facebook. Keine Woche vergeht ohne Skandal, erst kürzlich war ein Datenleck bekannt geworden, bei dem Facebook 6,8 Millionen Fotos preisgegeben hatte. Nun also der nächste Aufreger: Wie die New York Times schreibt, soll Facebook Daten mit über 150 Unternehmen geteilt haben. Darunter sind vor allem Tech-Firmen, aber auch Autobauer und Medienunternehmen, unter anderem übrigens auch die New York Times selbst. Microsoft beispielsweise soll Zugriff gehabt haben auf die Namen von Facebook-Freunden. Bing, die Suchmaschine des Windows-Konzerns, soll anhand der Facebook-Daten Such-Ergebnisse personalisiert haben – offenbar ohne, dass Nutzer ausdrücklich eingewilligt hätten. Noch pikanter: Facebook soll einigen Diensten, etwa der Musikstreaming-App Spotify oder dem Videostream-Dienst Netflix, sogar Zugriff auf private Facebook-Nachrichten gegeben haben.

    Facebooks Offenheit der Anfangstage rächt sich

    Facebooks Probleme haben mit Entscheidungen zu tun, die aus der Frühzeit des Unternehmens stammen. 2010 wollte Facebook eine Plattform für andere Services sein, mit eigenem Appstore. Beispielsweise galten damals Spiele, man denke nur an Farmville, als gewinn – und zukunftsträchtig. Das Unternehmen bot deswegen freigiebig Schnittstellen an, welche die Entwickler für ihre Dienste nutzen konnten. Diese Offenheit rächte sich dieses Jahr zunächst beim Skandal rund um Cambridge Analytica, als bekannt wurde, dass die umstrittene Firma Zugriff auf 87 Millionen Facebook-Profile bekommen hatte. Der neue Skandal zeigt: Offenbar hat Facebook den Überblick über die Zugriffsrechte seitens Drittanbietern verloren.

    Unternehmen wussten teilweise wohl nicht von Facebooks Daten-Freigiebigkeit

    Seit 2017 gehören solche Daten-Deals der Vergangenheit an, laut der New York Times sind aber manche noch bis heute in Kraft. Viele große Unternehmen, etwa Amazon oder Microsoft, haben dabei Zugriff auf sehr viel mehr Daten bekommen, als Cambridge Analytica, darunter auch auf E-Mail-Adressen oder Telefonnummern. Anscheinend waren sich diese Unternehmen oftmals gar nicht bewusst, welche Daten ihnen Facebook zur Verfügung stellte. Netflix und Spotfy beispielsweise haben mittlerweile erklärt, gar nicht gewusst zu haben, dass Facebook ihnen Zugriff auf sensible Daten gewährt hat.

    Facebook verspricht Besserung - wieder mal

    In einem Blog-Eintrag hat sich mittlerweile auch Facebook zu Wort gemeldet. Der Konzern verweist darauf, dass man bereits dabei sei, die Schnittstellen zu externen Partnern zu überprüfen und eingeräumt, dass man ein zupackender Management bezüglich solcher Schnittstellen benötige. Bezüglich der Tatsache, dass Apps wie Spotify Zugriff auf Nachrichten erhalten hätte, erklärte der Konzern, dass dies nur geschehen sei, wenn sich die jeweiligen Nutzer mit Hilfe von Facebook bei Spotify eingeloggt hätten. Man hätte den Usern die Möglichkeit geben wollen, Facebook-Nachrichten zu verschicken, ohne die Spotify-App verlassen zu müssen.

    Was Nutzer tun sollten

    Wer sichergehen möchte, dass Facebook keine Informationen mit anderen Diensten teilt, sollte sich in den Facebook Einstellungen umsehen. Unter „Kontoeinstellungen“ findet sich der Punk „Apps“. Hier kann man herausfinden man, welche Apps auf Facebook-Informationen zugreifen. Klickt man auf „Anschauen“ sieht man, welche Daten die Apps abgreifen und kann allzu neugierige Apps per Mausklick entfernen.