Sicherheitsprobleme bei Twitter
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Sicherheitsprobleme bei Twitter

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    Experten warnen: Twitter wird zum Sicherheitsrisiko

    Experten warnen: Twitter wird zum Sicherheitsrisiko

    Nach den Massenentlassungen durch den neuen Twitter-Chef Elon Musk schlagen Fachleute Alarm. Bald könnte es bei Twitter zu Ausfällen und Datenlecks kommen, befürchten sie. Schon jetzt häufen sich die technischen Probleme auf der Plattform.

    Seit seiner kuriosen Übernahme von Twitter hat Elon Musk keine Zeit verloren. Nun hat die strauchelnde Social Media-Plattform, die seit Jahren in der Krise steckt, die radikale Veränderung, die Musk von ihr wollte. Seit er das Unternehmen Ende Oktober gekauft hat, hat Elon Musk Twitters Verwaltungsrat aufgelöst, rund die Hälfte der Belegschaft entlassen, tausende Dienstleister abbestellt und intern angekündigt, auf alle Mitarbeiter verzichten zu wollen, die nicht "extrem hardcore" seien.

    Nun schlagen Fachleute Alarm: Denn das drastische Zusammenkürzen von Twitters Arbeitskraft in so kurzer Zeit könnte nicht nur eine große Herausforderung werden – sondern auch ein technisches Risiko.

    Sicherheit in Gefahr?

    Ein Grund, warum sich manche Sorgen machen: Zu den vielen entlassenen Twitter-Mitarbeitern zählen auch die ranghöchsten Sicherheits-Experten, darunter die Leiterin für Informationssicherheit Lea Kissner und der Leiter für Datenschutz Damien Kieran. Nachbesetzt wurden die Stellen bisher nicht.

    Gleichzeitig hat Musk angekündigt, Twitters technische Infrastruktur zu großen Teilen herunterzufahren. "Ein wichtiger Teil wird es sein, "Microservices" abzustellen", schrieb er zuletzt. "Twitter braucht weniger als 20 Prozent davon, um zu funktionieren."

    Zusammengenommen erwecken diese Entscheidungen und Aussagen wenig Vertrauen in Twitters Stabilität. "Es ist unglaublich, wie viele schlaue Leute sich heimlich zuflüstern, dass Elon Twitter mit Absicht zerstört", twitterte Nilay Patel, Chefredakteur des Tech-Magazins The Verge, als Reaktion auf die Ankündigung der Microservice-Abschaltung.

    Probleme bei Zwei-Faktor-Authentifizierung

    Einen Vorgeschmack darauf, wie es aussehen kann, wenn Twitter alle sogenannten Microservices einstellen würde, bekamen zuletzt zahlreiche User beim Versuch, sich in Twitter einzuloggen. Sie kamen nämlich nicht mehr in ihre Accounts.

    Grund dafür war ein Ausfall der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dabei handelt es sich um eine Sicherheitsmaßnahme, die von Fachleuten empfohlen wird. Zusätzlich zum Passwort müssen User hier beim Einloggen einen Code eingeben, der ihnen etwa per SMS mitgeteilt wird. Zuletzt häuften sich jedoch die Berichte von Usern, die diesen Code nie erhalten hatten.

    Kommt es zum Blackout?

    Nun steigen die Sorgen, dass dies nur der Anfang gewesen sein könnte. "Es ist egal, ob ihr diese Seite verlasst oder nicht", sagt Cybersicherheitsspezialist Ian Coldwater. "Macht einen Notfallplan und kümmert euch um eure Kontakte, denn es kann gut sein, dass die Seite euch verlässt."

    Sollte es zu einem Twitter-Blackout kommen, bei dem große Teile der Plattform nicht mehr oder nur noch schlecht funktionieren, könnten massenhaft Nutzerdaten verloren gehen oder von Hackern abgegriffen werden. Dieses Risiko besteht theoretisch bei allen Social Media-Plattformen, jedoch ganz besonders bei einem Dienst, bei dem so viel massiv um- und abgebaut wird wie aktuell bei Twitter.

    Was soll ich jetzt tun?

    Twitter-Nutzer, die sich auf mögliche Daten-Probleme vorbereiten wollen, können ein Archiv ihrer Twitter-Daten herunterladen. Diese Funktion ist in den Einstellungen unter "Dein Account" verfügbar.

    Auch empfehlen viele Experten, die Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht per SMS, sondern per Authentifizierungs-App einzurichten. Apps, die das können, sind beispielsweise Authy und Google Authenticator. Zudem sollte man sicherstellen, einen Backup-Code zur Verfügung zu haben, mit dem man sich einloggen kann, wenn die Zwei-Faktor-Authentifizierung aussetzt.

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