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Exklusivität und Überraschungen: Wie sich die Gamescom verändert | BR24

© Picture Alliance/Andrea Warnecke

"Borderlands 3" auf der Opening-Night der Gamescom.

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Exklusivität und Überraschungen: Wie sich die Gamescom verändert

Europas größte Videospielmesse hat in Köln begonnen. Auch in diesem Jahr werden wieder hunderttausende Besucher erwartet, die neue Games vor Ort testen können. Einige Trends zwingen solche Messen allerdings zu neuen Strategien.

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Spiele noch vor der Veröffentlichung zu spielen - ein Grund, warum viele Besucher auf die Gamescom strömen. Da wartet man gern schon mal mehr als vier Stunden, um dann das heiß erwartete Spiel kurz anspielen zu dürfen. Die üblichen Verdächtigen hierfür sind aber nicht die großen Blockbuster wie das lang erwartete Remake zu "Final Fantasy VII" oder "Borderlands 3". Für die längsten Warteschlangen sind in der Regel die jährlichen Vertreter einer Spielreihe verantwortlich: "Fifa", "Call of Duty" und "Battlefield". Diese Titel generieren nahezu jedes Jahr ein neues Spiel, müssen aber auch häufig Kritik über mangelnde Innovation einstecken, weil sich der jeweilige neue Titel zu wenig vom Vorgänger unterscheiden würde. Jedoch sind sie auf dem Messegelände berüchtigt für ihre langen Schlangen.

Dieses Jahr hat sich etwas geändert, denn Battlefield erhält kein neues Spiel, was ungewöhnlich für eine Reihe ist, die seit 17 Jahren fast jährlich eine Fortsetzung auf den Markt gebracht hat. Doch das ist nur eine kleine Veränderung von vielen.

Messen kämpfen um Aufmerksamkeit

Zusammen mit der Electronic Entertainment Expo, kurz E3 in Los Angeles, ist die Gamescom einer der wichtigsten Termine für Videospieler. Die E3 ist eher an die Branche selbst gerichtet: Konsolenhersteller und Videospielentwickler halten anlässlich der Messe große Pressekonferenzen ab, um die nächsten Spiele für die Zukunft anzukündigen.

Die Gamescom hingegen hat aufgrund ihrer direkten Interaktion mit dem Publikum, der ausführlichen "hands-on"-Testmöglichkeiten für Spieler, einen großen Vorteil gegenüber der E3. Dennoch muss auch die Gamescom stärker um Aufmerksamkeit kämpfen. Denn immer mehr Entwickler und Publisher halten eigene Streams unabhängig der Messen ab, um eigene neue Spiele anzukündigen und zu zeigen. Nintendo betreibt regelmäßig ihre "Nintendo Direct"-Streams und Sony glänzte dieses Jahr aufgrund ihrer Abwesenheit auf der E3. Sie hielten kurz vor der E3 in Juni einen Stream ab, wo sie ihre Titel zeigten.

Auch Google zeigte die neue Videospielplattform "Google Stadia", in einem eigenen Stream - diesmal sogar noch direkt vor der Eröffnungsveranstaltung der Gamescom. Es ist keine Pflicht oder Dringlichkeit mehr, dass die Entwickler auf den Messen vertreten sind. Durch die Streams können sich Publisher eine gewisse exklusive Aufmerksamkeit sichern, die sie nicht mit der Konkurrenz teilen müssen. Was kann eine Messe wie die Gamescom also tun?

Exklusivität auf der Gamescom

Die Gamescom und ihre Aussteller fahren in ihrem Messeauftritt dreigleisig. Es gibt die Spiele in den Hallen, die jeder Besucher spielen darf. Aber es gibt auch exklusive Präsentationen und Anspielmöglichkeiten für die Presse abseits der Besucher. Schlussendlich gibt es die Präsentationen "hinter verschlossenen Türen". Diese Präsentationen erlauben es den Pressevertretern die Spiele zu sehen und anzuspielen, aber sie dürfen im Nachhinein kein Videomaterial zeigen. Einige Präsentationen stehen auch unter Embargo, was bedeutet, dass der Inhalt des Materials erst ab einem bestimmten Datum freigegeben ist, um darüber zu berichten. Die Gamescom schafft somit ihre eigene Exklusivität.

Dazu gehören dann auch die entsprechenden Überraschungen und Highlights für Spieler: Zu den größten Titeln der Messe zählen "Cyberpunk 2077“, was hinter verschlossen Türen zu sehen ist, das "Final Fantasy VII Remake", "Borderlands 3", "Pokemon Schwert und Schild", "DOOM: Eternal" und "Monster Hunter World: Iceborne". Die Gemeinsamkeit dieser Spiele ist neben ihrem Messeauftritt auch, dass sie in den USA und Japan entstanden sind.

Spielestandort Deutschland

Im Vorfeld der Gamescom wurde auch nochmal die Debatte zur Förderung der deutschen Spieleindustrie angestoßen. Die Branche beklagt, dass sie gegenüber anderen Standorten einen Nachteil hätte - entsprechende Förderung durch das Bundesverkehrsministerium, das 50 Millionen Euro dafür angekündigt hatte, taucht im Haushalt 2020 allerdings nicht mehr auf. Am Dienstag sagte Scheuer auf der Gamescom, dass die Förderung trotzdem auf seiner Prioriätenliste oben stehe.