Betrugsanrufe sind gefährlich und können nerven. Doch es gibt Abhilfe.

Betrugsanrufe sind gefährlich und können nerven. Doch es gibt Abhilfe.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/ESET
    > Netzwelt >

    Europol-Masche: So wehren Sie die nervigen Betrugsanrufe ab

    Europol-Masche: So wehren Sie die nervigen Betrugsanrufe ab

    Sie geben sich als Polizei aus und wollen nur an unser hart verdientes Geld: Seit Monaten nerven Fake-Anrufe die Republik. Wie kann man sie fernhalten?

    Europol, Interpol, FBI – eine ganze Reihe von international bekannten Polizei-Organisationen versucht uns derzeit um unser Geld zu bringen. Viele Menschen erhalten derzeit Anrufe bei denen sich diese Stellen mit Bandansagen melden, natürlich handelt es sich um eine Betrugsmasche. Am Ende geht es darum, dem Angerufenen persönliche Daten wie Bankkennziffern zu entlocken oder ihn zu einer Überweisung an die Betrüger zu verleiten. Wird man entsprechend angerufen, gilt die simple Devise: Auflegen.

    Tun Sie nichts, was das Gegenüber fordert, Europol und Co. würden niemals telefonisch um Daten oder Überweisungen bitten. Notieren Sie höchstens die Rufnummer auf dem Display und erstatten Anzeige. Und wichtig: Klären Sie auch Ihre Kindern, Eltern und Großeltern über die Masche auf.

    Doch lassen sich schon die Anrufe selbst verhindern? Die schlechte Nachricht: Die Anrufe lasse sich nicht zu 100 Prozent verhindern. Die gute Nachricht: Man sie etwas unwahrscheinlicher machen.

    1. Nur bekannte Anrufer durchlassen

    Die wohl radikalste Methode Spam- und Betrugsanrufe abzuwehren, ist zwar wohl auch die effizienteste, aber nicht für jedermann geeignet. Auf modernen Handys ist es möglich, alle Anrufe von fremden Nummern zu blockieren. Dann kommen nur noch Anrufe von Nummern durch, die im Telefon eingetragen und nicht unterdrückt sind. Betrüger dürften so kaum eine Chance haben, Arbeitskollegen, entfernte Bekannte oder Kunden aber auch nicht. Ideal ist die Methode daher vor allem für Menschen mit Diensthandy und sehr gut geführtem Telefonbuch – und für Millennials und Gen Z, die sowieso ungern telefonieren. Die Option, Anrufe von allen unbekannten Nummern ruhigzustellen, finden Sie in den „Telefon“-Einstellungen ihres Handys (bei iPhones über die Einstellungen-App, bei Android über ihre Telefon-App anwählbar).

    2. Call Screening einschalten

    Für diese Methode benötigt man leider ein Pixel 6-Telefon, aber es ist wahrscheinlich, dass immer mehr Smartphones mit sogenanntem "Call Screening" ausgestattet werden. Hier kann man auf Knopfdruck den Google-Assistenen bitten, den Anruf entgegen zu nehmen. Spam-Anrufer legen in der Regel sofort auf. Bei automatischen Ansagen wird diese transkibiert und muss nicht weiter beachtet werden.

    3. Spam-Datenbanken nutzen

    Sowohl Apple als auch Android bieten darüber hinaus die Möglichkeit Spam-Anrufe abzuwehren. Bei Android lässt sich dies ebenfalls über die Einstellungen der Telefon-App aktivieren („Anrufer-ID und Spam-Schutz“). Tut man das, wird die Nummer des Anrufers mit einer Datenbank abgeglichen. Ist sie dort als Spam oder Betrügernummer gemeldet, wird der Anruf gesperrt.

    Auch bei Apple gibt es die Option "Anrufe blockieren und identifizieren". Hierfür braucht der User jedoch eine oder mehrere weitere Apps, die wiederum die Datenbanken mit Nummern bereitstellen, hinter denen Betrug oder Spam steckt. Die sind oftmals kostenpflichtig. Letztlich ist diese Methode jedoch natürlich nur so gut wie die Datenbanken, auf die sie angewiesen ist.

    Wer möchte kann sowohl als Android- wie auch als Apple-User außerdem den jeweiligen App Store nach einer entsprechenden Spam- oder Anruf-Blocker-App durchforsten und sich durch die Bewertungen dieser Apps recherchieren.

    4. Blockieren

    Darüber hinaus lohnt es sich natürlich auch die Nummern zu blockieren, die einen schon einmal mit Spam oder Betrug genervt haben. Da die Betrüger allerdings oftmals die Nummern wechseln dürften und auch teils falsche Nummern vorgaukeln, dürfte das nur teilweise helfen.

    Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, Spam- und Betrugsnummern etwa bei der Bundesnetzagentur zu melden. Die kann dann im Zweifel gegen die Betrüger aktiv werden. Hier geht es zu den Formularen.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!