Vor allem ältere Menschen sind im Visier der Betrüger.

Vor allem ältere Menschen sind im Visier der Betrüger.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Roland Weihrauch
    > Netzwelt >

    Europol-Fake-Anrufe nehmen zu: So schützen Sie sich

    Europol-Fake-Anrufe nehmen zu: So schützen Sie sich

    Ungewöhnliche Nummer, blecherne Stimme und eine angeblich ganz wichtige Information: So beginnen die berüchtigten Europol-Abzock-Anrufe. Die Masche ist perfide, doch Sie können sich schützen. Wir sagen Ihnen, wie.

    Viele haben es in den letzen Wochen erlebt: Eine gewöhnlich wirkende Nummer ruft an, man hebt ab und am anderen Ende der Leitung beginnt eine etwas blecherne Stimme etwas von wichtigen Informationen von Europol zu erzählen, die für für einen hinterlegt seien. Um an die wichtige Information zu gelangen, soll man Tasten drücken. In Wirklichkeit steckt dahinter eine Betrugsmasche und die einzige Taste, die man drücken sollte, ist die für Auflegen.

    Immer mehr solcher Anrufe nerven die Bürger, 7600 Beschwerden sollen deswegen alleine im Juni bei der Bundesnetzagentur eingagangen sein. Und oft gibt sich die automatische Stimme nicht mehr nur als Europol aus, sondern auch von Interpol, dem BKA oder anderen Polizeibehörden.

    Leider immer noch erfolgreich

    Das echte BKA schreibt, dass die Hintermänner ihre Opfer zu Überweisungen oder Geldübergaben drängen oder versuchen, Informationen zu gewinnen, um später Straftaten zu begehen. Diese sogenannte "Europol-Masche" versucht Seriosität und Autorität vermitteln, will aber auch Angst machen und Druck aufbauen.

    Im Juni sammelten Kriminelle in Unterfranken an einem Tag mehr als 500.000 Euro ein, in dem sie sich als Ermittler bei meist älteren Menschen ausgaben. Sie forderten "Kaution", um Angehörige ihrer Opfer vor dem Gefängnis zu bewahren.

    Selbstschutz: Wachsam bleiben

    Die aktuellen "Europol"-Attacken gelten als besonders perfide, weil die Angreifer beim Anrufen offenbar Nummern anzeigen lassen, die authentisch wirken und als deutsche Nummern erkennbar sind.

    Schützen kann man sich trotzdem, etwa mit einer gesunden Portion Skepsis. Grundsätzlich gilt, dass Ermittlungsbehörden niemals über das Telefon oder E-Mail Geldforderungen stellen würden. Auch Bargeld-Übergaben gibt es dort nicht.

    Übergeben oder überweisen Sie daher auch niemals fremden Menschen Geld oder Wertsachen. Geben Sie auch keine wichtigen Informationen weiter und nennen sie Fremden keine Adressen oder Bankdaten. Klicken Sie auch nicht auf Links in E-Mails oder Nachrichten von unbekannten Absendern.

    Kurz gesagt: Wenn Sie einen Anruf oder eine E-Mail bekommen, die sich nicht erwartet haben und deren Absender sie nicht kennen, sollten Sie sie irgnorieren, auflegen oder die Nachricht löschen. Und wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Nachricht authentisch ist, greifen Sie zum Hörer und fragen bei der jeweiligen Behörde nach.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!