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EU-Wettbewerbshüter überprüfen Googles Umgang mit Daten | BR24

© picture alliance / AP Photo

Google Hauptsitz in Kalifornien

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    EU-Wettbewerbshüter überprüfen Googles Umgang mit Daten

    Wie sammelt Google Daten - und warum? Das wollen die EU-Wettbewerbshüter jetzt genauer untersuchen. Fraglich ist, ob am Ende eine erneute Geldbuße droht.

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    Es klingt vielleicht erstmal ein wenig banal, aber die EU-Kommission möchte herausfinden, warum Google Daten sammelt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf eine Mitteilung der EU-Kommission.

    Demnach wollen die Wettbewerbshüter nicht nur wissen, warum die Alphabet-Tochter Google Daten sammelt, sondern auch, wie sie das tut. Um das zu erfahren, wurden bereits Fragebögen an Google verschickt. "Die vorläufige Untersuchung ist im Gange", so die Behörde gegenüber Reuters.

    Wichtigste Google-Service im Fokus

    Aus einem Dokument - in das Reuters Einsicht hatte - geht hervor, dass der Schwerpunkt der Untersuchung auf einigen der wichtigsten Services von Google liegt. Die EU-Wettbewerbshüter wollen wissen, wie Daten für folgende Bereiche erhoben werden: für lokale Suchdienste, bei Online-Anzeigen und deren Ausrichtung und auch bei Anmeldediensten und Browsern.

    Das Blog Engadget berichtet, dass es Google um eine Stellungnahme zu der laufenden Voruntersuchung gebeten hat. Bislang hat das Unternehmen jedoch nicht reagiert.

    Wettbewerbshüter befragen auch andere zu Google

    Reuters hatte bereits am Freitag berichtet, dass die Wettbewerbshüter in Brüssel auch andere Firmen zu Googles Umgang mit Daten befragen. Konkret gehe es darum, ob und falls ja, welche Vereinbarungen die Firmen mit Google zur Weitergabe von Daten getroffen haben - und ob sie dafür von Google in irgendeiner Form entschädigt wurden.

    Außerdem will die EU-Behörde von den Unternehmen wissen, welche Daten Google sucht, wie sie verwendet werden und wie wertvoll die Firmen diese Daten jeweils ansehen. Zudem geht es darum, ob Google sich in der Vergangenheit geweigert hat, Daten bereitzustellen und wie das die befragten Unternehmen betroffen hat.

    Die kontaktierten Firmen hätten nun einen Monat Zeit, auf die Fragen zu antworten, heißt es im Bericht von Reuters. Um welche Unternehmen es sich dabei handelt, ist unklar.

    Google beteuert Bereitschaft zur Zusammenarbeit

    Google erklärte gegenüber Reuters, es nutze Daten, um seine Dienste zu verbessern. Zudem könnten Nutzern ihre Daten jederzeit verwalten, löschen oder übertragen. "Wir werden mit der EU-Kommission und anderen weiter Gespräche in dieser für unsere Branche so wichtige Diskussion führen", so Google gegenüber Reuters.

    Die Wettbewerbshüter in Brüssel haben Google bereits seit längerem im Blick. In den vergangenen zwei Jahren verhängte die EU-Kommissarin für Wettbewerbsrecht Margrethe Vestager Geldstrafen von insgesamt rund acht Milliarden Euro. Dabei ging es unter anderem darum, dass Google seine marktbeherrschende Stellung bei Onlinewerbung missbrauche, aber auch um Wettbewerbsstreitigkeiten beim Smartphone-Betriebssystem Android.