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EU soll klare Regeln für 5G-Mobilfunk schaffen | BR24

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Berliner Experte fordert klare Regeln für 5G

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EU soll klare Regeln für 5G-Mobilfunk schaffen

Auf die neue EU-Kommission warten viele technische Fragen. Eine der wichtigsten: Wie lassen sich 5G-Mobilfunknetze, unter Beteiligung chinesischen Firmen wie Huawei, schnell und sicher aufbauen. Dafür müssen grundlegende Dinge geklärt werden.

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Die emotionale Debatte darüber, ob chinesische Konzerne - insbesondere Huawei - beim Aufbau des 5G-Netzes ausgeschlossen werden sollten, verhindert klare Regeln für einen wirklich sicheren Mobilfunk. Diese Ansicht vertritt Jan-Peter Kleinhans, Netz-Experte bei der Berliner Stiftung Neue Verantwortung, die von Unternehmen aber auch vom Auswärtigen Amt finanziert wird. Er bemängelt, dass es derzeit zum Beispiel keine Mindestanforderungen an Telekommunikationsanbieter, zum Betrieb von Mobilfunknetzen in Deutschland und Europa gebe.

Wie soll bei 5G verschlüsselt werden?

Geregelt werden müsste zum Beispiel, ob und wenn ja welche Verschlüsselungstechniken bei der Übertragung der Signale zwischen einem Handy und dem Mobilfunkmasten eingesetzt werden müssen. Ein großes Problem ist, dass die Netze zunehmend komplizierter werden, mit der Folge, dass sich Unternehmen wie Vodafone, Telefonica oder 1&1 damit manchmal nicht mehr auseinandersetzen wollen und können. Die Folge ist, dass sich die Netzbetreiber womöglich zu sehr auf ihre Zulieferer verlassen.

"… dass man zum Beispiel sagt, im Rahmen eines Service-Vertrages mit Herstellern wie Nokia, Ericsson oder Huawei, kauf ich nicht nur das Equipment bei dir ein, sondern ich übertrage dir auch die Wartung und den Betrieb des Netzwerkes." Jan-Peter Kleinhans, Netz-Experte bei der Berliner Stiftung Neue Verantwortung

Huawei müsste nicht ausgeschlossen werden

Es sollte also auch klare Regeln dafür geben, wieviel Verantwortung die Netzbetreiber ihren Zulieferern übertragen dürfen, glaubt Kleinhans. Denkbar wäre etwa, dass kein Zulieferbetrieb die komplette Netzinfrastruktur alleine übernehmen darf. Oder, dass Netze, über die besonders sensible Informationen fließen, beispielsweise von Regierungsmitgliedern oder von Kraftwerksunternehmen, ausschließlich von europäischen Zulieferern aufgebaut werden dürfen.

Die neue EU-Kommission müsste schnell einen klaren Rahmen schaffen, dann könnten auch chinesische Unternehmen – bei entsprechenden Einschränkungen - beauftragt werden. Sollte dagegen insbesondere Huawei in Europa komplett ausgeschlossen werden, könnte sich der 5G-Aufbau verzögern. Mobilfunkkonzerne arbeiten mit dem chinesischen Konzern seit vielen Jahren zusammen und haben sich darauf eingestellt auch beim neuen Netz Huawei-Technik zu verbauen.