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EU-Kommission will unsichere Kinder-Smart-Watch verbieten | BR24

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Kind mir Smartwatch

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    EU-Kommission will unsichere Kinder-Smart-Watch verbieten

    Eltern erhoffen sich mehr Sicherheit, wenn sie ihren Kindern wearables mit Tracking-Funktion mitgeben. Bei einer Smartwatch des Herstellers ENOX könnte das Gegenteil herauskommen. Die EU-Kommission warnt, dass die Kinderuhr leicht zu hacken sei.

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    Die Hamburger Firma Enox wirbt mit zusätzlicher Sicherheit für den Nachwuchs durch ihre Smartwatch Safe-Kid-One. Die Kinderuhr ist mit GPS ausgestattet, Eltern können so den Aufenthaltsort ihres Kindes abrufen. Gleichzeitig kann das Kind durch sogenannte SOS-Tasten am Gerät vorgespeicherte Telefonnummern anrufen. Mit dem Gefühl der Sicherheit könnte es nun schnell vorbei sein, wenn Eltern klar wird, dass sie ihrem Nachwuchs eine Wanze mitgeben, über die auch Fremde womöglich recht leicht ihr Kind orten könnten. Und mehr noch: Hacker können sich von der Kinderuhr anrufen lassen.

    Das europäische Schnellwarnsystem RAPEX (Rapid Alert System for Non-Food Products) warnt bei der Kinder-Smartwatch von ENOX.

    Bei dem Modell „Safe-KID-One“ werden nach Darstellung der isländischen Behörden die Kommunikationsdaten unverschlüsselt übermittelt und ermöglichen damit nicht authentifizierten Zugriff auf Daten wie Standortverlauf, Telefonnummern etc. Außerdem besteht der Meldung zufolge die Gefahr, das Dritte Befehle an die Uhr senden können.

    Knackpunkt ist offenbar die Mobil-App, die zur Uhr gehört. Sie kommuniziert ohne Verschlüsselung mit dem Backend-Server. Dadurch können auch Daten manipuliert werden. Kriminelle könnten angeblich die Uhr beispielsweise die eigene Nummer anrufen lassen und mit dem Kind so Kontakt aufnehmen. Aufgedeckt hatten den Fall isländische Verbraucherschutzstellen. Auch der italienische Sicherheitsforscher Christian Bernieri hat die Uhr unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die zugehörige App womöglich gar nicht von ENOX stammt, sondern von einem chinesischen Entwickler kommt.

    App für die Kinderuhr kommt aus China

    “Interesting... on the Play Store, all the link related to this app are unavailable. The privacy policy link to a Linkedin page with no info at all. CHINA DEVELOPER...” Sicherheitsforscher Christian Bernieri

    Die örtlichen Behörden sollen die Uhr nun aus dem Verkehr ziehen. Die EU-Kommission fordert von den lokalen Behörden einen Rückruf der Kinder-Smartwatch. Es ist offenbar der erste europaweite Rückruf eines Produktes aufgrund von Datenschutzproblemen. Vor gut einem Jahr waren deutsche Behörden allerdings schon einmal wegen Smartwatches eingeschritten. In Deutschland beschäftigt sich inzwischen auch die Bundesnetzagentur mit der ENOX-Kinderuhr.