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Ein Blick in die Daten: So oft schlägt die Corona-Warn-App Alarm | BR24

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Soll gegen die Pandemie helfen: Die Corona-Warn-App

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    Ein Blick in die Daten: So oft schlägt die Corona-Warn-App Alarm

    Seit zwei Woche kann man die Corona-Warn-App herunterladen. Aber wie erfolgreich ist das Programm? Und hilft es wirklich gegen die Pandemie? Ein Blick auf die Zahlen.

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    14,4 Millionen Deutsche haben die Corona-Warn-App mittlerweile heruntergeladen. Das sind etwa 18 Prozent der Bevölkerung und so gilt das Programm jetzt schon als beachtlicher Erfolg. Die App hat kürzlich ein Update spendiert bekommen, welches ein paar kleinere Fehler beseitigt hat. Gerade wird an neuen Sprachversionen für die App gearbeitet, zudem ist sie nun auch in ausländischen App-Stores verfügbar. Interessant ist aber vor allem die Frage, ob die App wirklich gegen Corona hilft?

    Wir gut wirkt die Corona-Warn-App?

    Mittlerweile gibt es Statistiken, die unter anderem der Chemiker Michael Böhme aufbereitet hat. Auf einer Seite veröffentlicht er, wie viele Personen die Corona-Warn-App eingesetzt haben, um andere anonym über ein positives Corona-Testergebnis zu informieren. Wichtig: "Aufgrund der dezentralen Architektur der Corona-Warn-App können die analysierten Daten nur abgeschätzt werden“, heißt es auf der Seite. Dennoch erlauben die Daten eine Annäherung an die Frage, ob die App wirkt.

    18 mal wurden Kontakte informiert

    Demnach wurde bis zum 3. Juli 2020 die App 181 mal dazu benutzt, um Kontaktpersonen darüber zu informieren, dass sie Kontakt zu einer Person hatten, die positiv auf Covid 19 getestet wurde. Allein am 2. Juli 2020 lösten 37 Personen per App den Corona-Alarm aus. Vergleicht man dies mit den Infektionszahlen, welche das Robert Koch-Institut täglich vermeldet, so haben 7,4 Prozent der Personen, die positiv auf Corona getestet wurden, die App benutzt, um ihre Kontakte zu warnen. 7,4 Prozent wohlgemerkt nicht der App-Nutzer, sondern aller Personen, die positiv auf Corona getestet wurden.

    Jede Meldung hilft

    Die naheliegende Frage lautet: Ist das nun viel oder wenig? Die 7,4 Prozent lassen zumindest den Schluss zu, dass vermutlich bei Weitem nicht jeder, der die App installiert hat, sie im Fall der Fälle auch nutzt, um seine Kontakte zu informieren. Es kann aber natürlich auch sein, dass die App in den Milieus, in denen in letzter Zeit Covid-Ausbrüche registriert wurden, etwa in Fleischereibetrieben, nicht besonders weit verbreitet ist. Nicht zuletzt sind viele Labors noch nicht ausreichend digitalisiert, um es dem User zu ermöglichen, unkompliziert eine Warnung per App auszusenden. Bislang muss man noch relativ umständlich eine TAN bei einer Telefonhotline erfragen.

    Bislang seinen 300 TANs erfragt worden, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einem aktuellen Interview mit dem Spiegel gesagt. Das sind mehr als die 181 Warnungen, die verschickt wurden. Möglicherweise warnt auch nicht jeder Nutzer, der sich von der Hotline eine TAN geben lässt, dann auch seine Kontakte. Trotz der wackligen Datenbasis zeigen die Zahlen aber auch, dass die App nicht nur heruntergeladen, sondern auch genutzt wird. Und jede unterbrochene Infektionskette ist eine, die im Kampf gegen die Pandemie weiterhilft.

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