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E3 2019: Vor der großen Streaming- und Abo-Schlacht | BR24

© Picture Alliance

Hier noch klassisch mit Xbox - aber auch Microsoft zieht mit beim Spiele-Streaming.

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E3 2019: Vor der großen Streaming- und Abo-Schlacht

Nach der Messe ist vor der Schlacht - neben dem typischen Ankündigungs- und Trailer-Feuerwerk hat auf der Videospiel-Messe E3 ein Trend dominiert: Spiele-Abos und Streaming-Modelle. Alles nur Hype?

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Natürlich ging es auch in diesem Jahr auf der E3 zunächst mal um die neuen Spiele. Vor allem Blockbuster, Fan-Lieblinge und große Namen zogen die Aufmerksamkeit: etwa Star Wars, Baldur's Gate, Zelda, Flight Simulator, Halo, Apex Legends, FIFA und natürlich Cyberpunk 2077. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Hersteller setzen auf Abos und Streaming

Und trotzdem waren nicht nur die Spiele die Stars dieser Messe, sondern vielmehr ein Trend, der die Games-Branche ordentlich umkrempeln könnte. Viele große Player haben die E3 zum Anlass genommen, Details zu ihren Abo- und Streaming-Plänen für Games bekannt zu geben. Das heißt einerseits Abos für Spiele-Pakete zu schnüren, wo Gamer für einen festen Monatspreis Zugriff auf die gesamte Spiele-Auswahl eines Publishers erhalten. Etwa mit dem "Xbox Game Pass Ultimate" von Microsoft oder "Uplay Plus" von Ubisoft. Dabei werden im Schnitt 10 bis 15 Euro fällig, je nach Modell.

Andererseits sollen künftig nicht nur Videospiele, sondern sogar die gesamte Hardware und Peripherie abonniert werden können - Stichwort Cloud-Gaming. Gamer würden also überhaupt keine eigene Konsole oder einen PC mit leistungsstarker Hardware mehr benötigen, um Spiele zu spielen, sondern all das wird in eine Cloud ausgelagert und der Gamer streamt am Ende nur das Spiele-Erlebnis selbst auf seinen Browser. Die Idee: Spiele-Infrastruktur beim Anbieter - Spielspaß beim Nutzer.

Einer fängt an, die anderen ziehen mit

Zwar gibt es die Idee des Spiele-Streamings und erste Umsetzungsversuche davon schon länger, aber richtige Goldgräberstimmung scheint erst nach der eindrucksvollen Ankündigung von Googles "Stadia" im Frühjahr aufgekommen zu sein. Nun plant zum Beispiel auch Microsoft mit "xCloud" seinen eigenen Streaming-Dienst, dessen Test-Phase im Herbst beginnen soll, noch bevor Googles Stadia dann tatsächlich an den Start geht. Nachdem der Erste nun also mit viel Effekt aus der Deckung gekommen ist, ziehen andere mit und bewerben das Cloud-Gaming-Modell groß.

Hype oder Umbruch?

Der Schritt scheint logisch. Nachdem sich auf dem Musik- und Film- bzw. Serien-Markt Streaming- und Abo-Modelle etabliert haben und auch Gamer offensichtlich bereit sind, innerhalb eines einzelnen Spielkosmos regelmäßig Geld für sogenannte Season-Passes oder DLCs (kurz: kostenpflichtige Nachlieferungen von neuen Spielinhalten) auszugeben, ist diese Entwicklung das nächste Level. Außerdem will am Ende wohl niemand in der Games-Branche den Anschluss verpassen, wenn der große Umbruch bevorsteht.

Dabei birgt sowohl die Entwicklung zu mehr Abo-Modellen aber auch Cloud-Gaming Risiken für die Hersteller. Das Cloud-Gaming und Streaming hat immer noch technische Hürden: Selbst wenn die enormen Ressourcen von Googles und Microsofts Clouds dem Spieler-Ansturm standhalten, ist noch lange nicht gesagt, dass die Internetanschlüsse der Gamer die volle Spielepracht ruckelfrei und ohne ohne Verzögerungen im Spiel mit anderen Mitspielern erlauben.

Und mit den angekündigten Abo-Modellen zeichnet sich gerade ein Überangebot ab: Wer zahlt schon gerne monatlich für drei, vier, fünf Anbieter, um all seine Lieblingsspiele spielen zu können?

Der Kampf beginnt

Ein Blick auf die Film- und Musikwelt zeigt: Wer am Ende das bequemste und technisch beste Angebot liefert, und dabei noch eine ausreichend große und exklusive Auswahl an Spielen bietet, wird sich durchsetzen. Die Schlacht in der Games-Branche hat gerade erst begonnen.