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DLD: So will Sheryl Sandberg Facebook aus der Krise führen | BR24

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Facebooks Vize-Chefin Sheryl Sandberg auf der DLD

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    DLD: So will Sheryl Sandberg Facebook aus der Krise führen

    2018 machte Facebook vor allem durch Skandale von sich reden. Wie aber könnte das Unternehmen wieder zu Ruhe kommen? Diese Frage wird auch auf der Zukunfts-Konferenz DLD diskutiert. Und manch einer findet: Facebook sollte sich Hilfe suchen.

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    „Neue Technologien bringen immer neue Herausforderungen mit sich, immer!“ sagte Sheryl Sandberg gleich am Anfang ihres mit Spannung erwarteten Auftritts auf der diesjährigen DLD-Konferenz. Aus dem Mund der Vize-Chefin des Facebook-Konzerns klang das fast wie eine Mischung aus Beschwörung und Entschuldigung, verständlich, denn der Konzern hat 2018 nicht gerade den Eindruck gemacht, den Herausforderungen, die das Internet-Zeitalter mit sich bringt, gewachsen zu sein. Ein Datenskandal jagte den nächsten, hinzu kommt der Eindruck, dass Facebook der Demokratie nicht etwa nützt, sondern sogar schadet, etwa weil es dem Netzwerk nicht gelingt, Hass und Fake-News wirksam einzudämmen. Probleme, die nicht nur die berühmten blauen Seiten des Konzerns beschäftigen. Whatsapp etwa, die Chat-App, die ebenfalls zum Facebook-Konzern gehört, ist in letzter Zeit ebenfalls wegen der Verbreitung von Fake-News ins Gerede gekommen.

    Sheryl Sandberg: Mit fünf Maßnahmen gegen die Facebook-Krise

    Sheryl Sandberg stellte auf der DLD in München fünf Maßnahmen vor, mit denen Facebook die Negativ-Schlagzeilen hinter sich lassen möchte. Im einzelnen sind das:

    1. Investitionen in die Sicherheit

    2. Schutz vor Wahl-Manipulation

    3. Abschalten von Fake-Accounts

    4. Sicherstellen, dass die Nutzer jederzeit wissen, welche Daten sie wann mit wem teilen

    5. Mehr Transparenz

    David Kirkpatrick: Facebook hat zu viele Probleme

    Die entscheidende Frage ist, ob das reichen wird, Facebook wieder in ein etwas ruhigeres Fahrwasser zu manövrieren. David Kirkpatrick ist das skeptisch. Der Tech-Journalist gilt als ein intimer Kenner des Facebook-Konzerns, 2010 sorgte er mit dem Buch „Der Facebook-Effekt“ für Furore. Kirkpatrick fällt es schwer zu sagen, was Facebooks Hauptproblem ist. „Es gibt einfach zu viele!“ sagt er. Und: "Die sagen immer nur: Hey, lasst uns in Ruhe, wir bekommen das schon hin. Aber sorry, das reicht nicht.“

    Werden bei Facebook bald Köpfe rollen?

    Nur, was könnte reichen? Wie kann der Konzern Vertrauen zurückgewinnen? Klar scheint: Initiativen, wie die auf der DLD bekannt gegebene Kooperation mit der TU München in Sachen KI oder die Unterstützung von Lokal-Journalismus alleine werden das schwer ramponierte Firmen-Image nicht aufpolieren können. Es muss sich etwas Grundlegendes ändern, wozu auch personelle Veränderungen unmittelbar unterhalb der Führungsebene von Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg gehören könnten, so zumindest die Gerüchte aus dem Silicon Valley.

    Facebook muss über seinen Schatten springen

    Geht es aber nach David Kirkpatrick, wäre etwas anderes noch sehr viel wichtiger: „Facebook muss endlich einsehen, dass das Unternehmen die ganzen Probleme nicht alleine bewältigen kann“. Er glaubt, dass Facebook sehr viel intensiver mit Regierungen, aber auch der Zivilgesellschaft und NGOs zusammenarbeiten sollte. Das allerdings würde bedeuten, dass Facebook einräumen müsste, die Dinge nicht mehr im Griff zu haben. Ein Gedanke, der dem Spirit des Silicon Valleys wohl eher fremd ist.