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Disney setzt auf den Streamingmarkt | BR24

© picture alliance/xim.gs

Disney sieht die Zukunft des Entertainments im Streaming

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    Disney setzt auf den Streamingmarkt

    Der Unterhaltungskonzern Walt Disney bündelt das TV- und Filmgeschäft mit den Streamingdiensten zu einer neuen Sparte. Das soll das Unternehmen im Konkurrenzkampf stärken und das Werbegeschäft verbessern.

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    Die Entertainment-Zukunft liegt im Streaming: Diese Erkenntnis versucht der Disney-Konzern jetzt in eine neue Unternehmensstruktur zu übersetzen. Die Neuaufstellung bündelt das TV- und Filmgeschäft mit den Online-Videodiensten in der neuen Sparte "Media and Entertainment Distribution", wie Disney gestern nach US-Börsenschluss mitteilte.

    "Vorrangiger Fokus" auf Streaming

    Der Umbau soll das Medien- und Werbegeschäft besser mit den Online-Services verknüpfen und Inhalte zugänglicher für die Streaming-Plattformen machen. So wird vor allem der im November 2019 gestartete Netflix-Konkurrent Disney+ in der Konzernhierarchie nach vorne gerückt, aber auch die anderen On-Demand-Video-Dienste wie ESPN+ und Hulu. In Zukunft liege der "vorrangige Fokus" auf den Streaming-Services des Unternehmens, teilte Disney mit.

    Zuvor hatte der Investor Daniel Loeb mit seinem Hedgefonds Third Point den Konzern darauf gedrängt, auf Dividendenzahlungen zu verzichten und stattdessen die Investitionen in das Streaming-Programm zu verdoppeln. Drei Milliarden Dollar an jährlichen Dividenden seien besser zu verwenden im Direktkunden-Streamingservice, schrieb Loeb in einem Brief an den Konzern. Neue Serien und Filme sollen das Angebot attraktiver machen, fordert er.

    Großes Potenzial

    Das ist ungewöhnlich, weil aktivistische Aktionäre üblicherweise höhere Dividenden fordern, um den Profit zu maximieren. Bloomberg-Daten zufolge hält Loeb einen Anteil an Disney, der unterhalb von einem Prozent liegt.

    Bislang hat der Erfolg von Disneys Streamingdiensten mit mehr als 100 Millionen Kunden die eigenen Ziele übertroffen. Mehr als 60 Millionen davon sind Disney+-Kunden. Zum Vergleich: Der Konkurrent Netflix, der seit Jahren den Streamingmarkt bespielt, hat etwas mehr als 190 Millionen Abonnenten. Deshalb ist nachvollziehbar, dass Loeb in diesem Segment langfristig großes Potenzial vermutet.

    Die Anleger sind mit Disneys Entscheidung einverstanden, wie es scheint. Die Aktie zog nachbörslich um rund fünf Prozent an. Im Verlauf der vergangenen sechs Monate ist der Börsenwert von Disney um fast ein Fünftel gestiegen.

    Tausende Mitarbeiter werden entlassen

    Zum Chef der neuen Sparte wurde Kareem Daniel befördert. Er ist bereits seit 14 Jahren bei Disney und kümmerte sich zuletzt in der Themenpark-Sparte unter anderem um Fanartikel.

    Die Neuausrichtung erfolgt in einer schweren Krise. Die Corona-Pandemie hat Disneys Entertainment-Imperium lahmgelegt, jüngst wurde die Entlassung von 28.000 Mitarbeitern angekündigt. Die neue Struktur habe damit aber nichts zu tun, beteuerte Konzernchef Bob Chapek im US-Sender CNBC. Es gehe allein darum, "strategisch das Richtige zu tun".

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