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Dirndl und Digitalisierung | BR24

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Zu wenig Frauen entscheiden sich für digitale Berufe. Die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach möchte das mit einem Förderprogramm ändern. Der Opposition gehen die Maßnahmen nicht weit genug.

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Dirndl und Digitalisierung

Zu wenig Frauen entscheiden sich für digitale Berufe. Die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach möchte das mit einem Förderprogramm ändern. Der Opposition gehen die Maßnahmen nicht weit genug.

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"In Mathe bin ich nur Deko" ließ der Otto-Versand 2013 auf ein Mädchen-T-Shirt drucken, der Textilhersteller erntete dafür einen beachtlichen Shitstorm. An diesen Vorfall erinnerte Digital-Staatsministerin Dorothee Bär, als sie am Dienstag zusammen mit der bayerischen Digitalministerin Judith Gerlach "BayFiD" vorstellte. "BayFiD", das steht für "Bayern Frauen in Digitalberufen" und soll dazu beitragen, dass in Zukunft mehr Frauen sogenannte "MINT-Berufe" ergreifen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

Zu wenig Frauen in der Informatik

Das scheint dringend notwendig: Insgesamt arbeiten laut Bundesagentur in Bayern rund 163.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in der Informatik, in der Softwareentwicklung und in der Betreuung von IT-Systemen. Darunter sind ungefähr 27.000 Frauen und dieser Anteil wächst seit Jahren kaum. Auf mehr weiblichen Nachwuchs hoffen kann Bayern momentan auch nicht, das zeigen die aktuellen Studierendenzahlen: unter den bayerischen Informatik-Studenten machen Frauen 20 Prozent aus. Bei den Auszubildenden für Fachinformatik sind es sogar nur 7 Prozent. "Jedes Jahr geht enorm viel Frauenpower verloren", so Judith Gerlach.

Bär: Frauen und Mädchen brauchen Vorbilder

"Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem", sagt dazu Dorothee Bär. Auch deswegen hat sich die CSU-Politikerin mittlerweile zur Anhängerin von Mädchenschulen gewandelt, wo es völlig normal sei, dass Mädchen den Mathematik-Leistungskurs belegen. Neben strukturellen Problemen fehlte es nach Ansicht der Staatsministerin für Digitalisierung auch an Vorbildern, in den USA etwa gäbe hingegen es Frauen wie Sheryl Sandberg. Sheryl Sandberg ist die Geschäftsführerin des Facebook-Konzerns, in dieser Funktion aber auch nicht unumstritten.

Frauen sollen Netzwerke knüpfen können

"Bay FiD" besteht aus verschiedenen Bausteinen. Gründerinnen sollen besonders gefördert werden, außerdem sollen weibliche Talente von einem speziellen Partnerprogramm profitieren. Firmen, Verbände, politische Institutionen sollen junge Frauen auf ihrem Weg in digitale Berufe begleiten. Junge Frauen sollen so auch in die Lage versetzt werden, eigene berufliche Netzwerke aufbauen zu können. Dorothee Bär: "Wir brauchen nicht nur Laptops und Lederhosen, sondern auch Dirndl und Digitalisierung."

Grüne: Programm nur "ein erster guter Schritt"

Bei der Opposition im Bayerischen Landtag ist die Reaktion auf den Vorstoß aus dem bayerischen Digitalministeriums eher verhalten. Als einen guten ersten Schritt bezeichnete Eva Lettenbauer aus der Grünen-Fraktion "Bay FiD". Allerdings fehle es in dem Programm an finanziellen Mitteln, "sonst ist den Frauen nicht geholfen" so die Grünen-Politikerin.