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Ähnlich könnte die Anwendung eines digitalen Impfpasses aussehen (Symbolbild)

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    Digitaler Impfpass: Was Sie über CovPass wissen müssen

    Immer mehr Bürger sind geimpft und können sich über Corona-Lockerungen freuen. Doch wie weist man nach, das man geimpft ist? Ein digitaler Impfpass namens CovPass soll das alte, gelbe Heftchen aus Papier ergänzen.

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    Von
    • Thomas Moßburger
    • BR24 Redaktion

    Anfang nächster Woche soll es soweit sein: Apotheken, Impfzentren oder Ärzte können dann einen digitalen Impfnachweis ausstellen. Die dafür vorgesehene App "CovPass" wird man bereits vorher herunterladen können - das Gesundheitsministerium kündigte den Start des digitalen Impfausweises für Donnerstag an. Den Impfstatus kann man allerdings auch in der Corona-Warn-App zu hinterlegen. CovPass ist für all diejenigen gedacht, die die Corona-Warn-App nicht nutzen wollen.

    Wie komme ich an einen digitalen Impfausweis?

    Wer den digitalen Impfausweis nutzen möchte, bekommt von Apotheken, Impfzentren oder Ärzten ein Zertifikat mit einem QR Code, der dann mit CovPass-App oder der Corona-Warn-App eingescannt werden kann. Um dieses Zertifikat zu erhalten, muss der Impfstatus nachgewiesen werden, etwa über das gelbe Impfheftchen. Wer diesen analogen Impfpass verloren hat, der muss nicht in Panik verfallen. Der Impfstatus ist auch in der Patientenakte des Arztes hinterlegt.

    Was bringt ein digitaler Impfpass?

    Ein ganz banaler Vorteil erschließt sich jedem, der schon einmal panisch das gelbe oder rote Impfpass-Heftchen gesucht hat. Das Smartphone haben viele Menschen immer dabei.

    Darüber hinaus ist auch die Fälschungssicherheit einer solchen digitalen Impfpassvariante zumindest höher als beim papiernen Vorgänger. Hier reichen im Zweifel schon wenig Know-how und etwas kriminelle Energie, um sich einen Impf-Sticker zu basteln. Ein Problem, das durchaus bereits besteht, wie Sicherheitsbehörden mahnen.

    Ein weiterer Vorteil der App, die auch Impfskeptiker ein wenig besänftigen dürfte: Genau genommen ist CovPass gar kein Impfpass, sondern eher der Nachweis, dass von der eingetragenen Person ein geringes Ansteckungsrisiko ausgeht. Das kann wegen einer Impfung der Fall sein, aber auch wegen einer überstandenen Erkrankung oder einem aktuellen Test. Für denjenigen, der den CovPass kontrolliert soll nicht ersichtlich sein, ob er einen Geimpften, Getesteten oder Genesenen vor sich hat. Gerade für Covid-Genesene dürfte die App ein wichtiges Hilfsmittel sein: Sie mussten bisher mit Arztattesten hantieren, denn einen entsprechenden Pass, wie den Impfpass, gab es für sie ja nicht.

    Wird der digitale Impfnachweis Pflicht?

    Die Benutzung von CovPass ist freiwillig.

    Kann ich mit dem CovPass reisen?

    Bei CovPass handelt es sich um die deutsche Umsetzung der EU-Pläne zu einem grünen Zertifikat, das Geimpften, Genesenen und frisch Getesteten in der EU bestimmte Dinge wieder zugänglich machen soll. Die CovPass-App dürfte folglich auch in anderen EU-Staaten als Impf-Nachweis funktionieren.

    Wie funktioniert der CovPass?

    Für die CovPass-Nutzer wird vor allem eine Technologie sichtbar sein, die durch Corona einen relativ unerwarteten Push erlebt hat: ein QR-Code. Die App erstellt einen solchen Code auf dem Smartphone des Nutzers und der Wirt, Kinobetreiber oder Museumsangestellte scannt diesen mit einem eigenen Gerät. Angezeigt werden dann Name und Geburtsdatum sowie ein Status als Ampel: Grün bedeutet Geimpft, genesen oder getestet, Rot das Gegenteil. Parallel braucht es natürlich einen Ausweis, etwa einen Personalausweis, zum Abgleich der Grunddaten.

    Ist der CovPass sicher?

    Die CovPass-App ist technologisch letztlich viel weniger komplex als etwa die Corona-Warn-App oder die Luca-App. Sie erfasst nicht laufend Daten oder muss ihre Daten mit jemandem teilen, um ihren Zeck zu erfüllen. Vielmehr werden die Daten nur auf dem Smartphone gespeichert, auf der die CovPass-App installiert ist. Der Kontrolleur des Biergarten oder des Theaters kann diese Daten dann mit Hilfe eines Scanners ablesen, wobei dieser nur Name, Geburtsdatum und einen grünen oder roten Status zu sehen bekommt.

    Geschützt sind die Daten im QR-Code durch eine Verschlüsselung, die laut CovPass fälschungssicher ist. Verliert man sein Smartphone, ist die App letztlich so gut geschützt wie jede andere App auf dem Smartphone. Sie sollten daher in jedem Fall Ihr Handy per Fingerabdruck, mehrstelligem Code oder ähnlicher Methodik sperren. Selbst wenn jemand das Handy knackt, könnte ein Dieb mit Ihrer CovPass-App nicht mehr anfangen, als wenn er oder sie Ihren Pappausweis findet. Da zusätzlich ein Abgleich mit dem Personalausweis erfolgt, können sich Handy-Diebe nicht einfach so den Zutritt zu bestimmten Orten erschleichen.

    Wichtig: Der Quellcode der App soll veröffentlicht werden, sodass sich Experten selbst von der Sicherheit der App überzeugen können.

    Kostet die Impfpass-App etwas?

    Nein.

    Läuft CovPass auf meinem Handy?

    Die App wird wohl auch für recht alte Smartphone-Modelle verfügbar sein: iPhone-Nutzer müssen wohl mindestens iOS 12 (oder eine neuere Version) haben. Das heißt, dass die App selbst auf dem 2013 erschienenen iPhone 5s läuft. Android-User brauchen ein Handy, auf dem mindestens die Version Android 6, auch "Marshmellow", läuft, welche im Herbst 2015 veröffentlicht wurde.

    Gibt es Kritik am digitalen Impfpass?

    Selbstverständlich ist der digitale Impfpass nicht unumstritten. Wohl nicht zuletzt, weil er manchem als "Instrument der gesellschaftlichen Spaltung" erscheint, wie Linus Neumann, Sprecher des wie Chaos Computer Clubs (CCC) es ausdrückt. Ebenfalls vom CCC kommt die Befürchtung, dass bestimmte Stellen sich Zugriff auf die hinterlegten Daten erhoffen. Etwa gebe es bereits Begehrlichkeiten bei der Polizei in Bezug auf Impfdatenbanken.

    Hinzu formuliert etwa "Heise" Bedenken, dass eine Kontrollstelle am einem Konzerteinlass modifizierte Scanner einsetzen oder die angezeigten Informationen anderweitig sammeln könnte. Dies ist jedoch verboten und ein solches Datensammeln wäre wohl auch mit Papierausweisen möglich. "Hier wird man den Kontrolleuren viel vertrauen müssen", so Heise. Ähnliche Gefahren lauern, falls Kriminelle die Briefe mit den QR-Codes abfangen würden, die an Geimpfte gehen werden. Sie könnten so auch deren Impfstatus erfahren. Allerdings ist hierfür einige kriminelle Energie nötig.

    Gibt es Alternativen zur CovPass-App?

    Wer kein entsprechendes Gerät besitzt, kann sich mit dem alten Impfpass ausweisen oder aber sich den QR-Code, den das Handy anzeigen würde, auf Papier ausdrucken. Statt dem Handy zeigt man also einen Zettel und den Personalausweis vor – und kann den Papier-Pass sicher daheim aufbewahren.

    Zudem können auch mehrere Personen auf einem Handy ihren Status hinterlegen. Ältere Menschen oder Kinder können sich folglich auch bei Verwandten, mit denen Sie oft unterwegs sind, mitregistrieren, wenn sie kein eigenes Gerät haben.

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