BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Diesmal nur online: So lief die Gamescom 2020 | BR24

© Martin Schütz/ARD
Bildrechte: picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt

Die Gamescom, Deutschlands größte Messe für Video- und Computerspiele, zieht normalerweise viele tausend Besucher an. Dieses Jahr fand sie wegen der Corona-Pandemie online statt - das hatte nicht nur Nachteile.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Diesmal nur online: So lief die Gamescom 2020

Die Gamescom, Deutschlands größte Messe für Video- und Computerspiele, zieht normalerweise viele tausend Besucher an. Dieses Jahr fand sie wegen der Corona-Pandemie online statt - das hatte nicht nur Nachteile.

Per Mail sharen
Von
  • Martin Schütz

Zum ersten Mal waren während der Gamescom die Kölner Messehallen leer und still. Während der Corona-Pandemie musste die weltweit wichtigste Publikumsmesse für Computer- und Videospiele ohne Besucher auskommen. Im vergangenen Jahr waren noch fast 400.000 Menschen in Köln. Dafür fand die Messe jetzt rein digital im Internet statt.

Die Fans sind deswegen hin und her gerissen. Einerseits freuen sie sich, dass die Gamescom trotz der Pandemie stattgefunden hat. Andererseits wollen sie in Zukunft wieder nach Köln kommen. Denn dort vor Ort können sie auf der Messe Spiele und neue Geräte selbst testen, bevor die auf dem Markt erscheinen.

Spieleentwicklern fehlt der persönliche Kontakt

"Es ist ein Unterschied", sagt auch Martin Lorber vom Spielehersteller Electronic Arts. "Eine Messe, die physisch stattfindet, wo die Spieler und Spielerinnen direkt am Stand sind, die Spiele ausprobieren und wir auch in den direkten Austausch gehen können, ist schon nochmal was anderes. Das ist im Grunde auch besser für uns".

Er hofft deshalb, dass die Gamescom im kommenden Jahr wieder mit Publikum in den Messehallen stattfindet - "und die meisten Spielerinnen und Spieler würden sich das auch wünschen."

Digitale Messe gut für internationale Aussteller und Fans

Der Stand von Electronic Arts war in den vergangenen Jahren immer einer der größten. 4.000 bis 5.000 Besucher können dort normalerweise pro Stunde spielen. Das hat in diesem Jahr gefehlt. Allerdings habe die digitale Version der Gamescom auch positive Neuerungen hervorgebracht, sagt Lorber: "Dass wir einen Haufen Angebote haben online. Und dadurch kann die Messe auch international stärker wahrgenommen werden." Es könne ja nicht jeder aus Übersee nach Deutschland reisen, um zur Messe zu kommen - gerade für die Zielgruppen seien die Online-Angebote gut.

Für die Kölner Messe ist die Gamescom ein Ausblick in die Zukunft, was bei solchen Veranstaltungen digital möglich ist. Bisher war ihr Geschäftsmodell klar: Sie hat Geld damit verdient, dass sich Besucher Eintrittskarten und Aussteller Flächen gemietet haben. Das ist während Corona nicht möglich. Aktuell steht der klassische Messebetrieb still.

Mehr als eine Million Menschen haben Eröffnung gestreamt

Aber die Gamescom hat neue Geschäftsfelder eröffnet und sorgt für eine neue, harte Währung im Messegeschäft: die digitale Reichweite. Je mehr Menschen sich weltweit auf der Plattform der Gamescom registrieren, desto mehr Geld sind Firmen bereit etwa für Werbung zu zahlen - etwa wenn die Eröffnungsschau gezeigt wird.

Für Oliver Frese, Geschäftsführer der Koelnmesse, war es eine gelungene Premiere: "Das heißt, wir haben unsere Ziele, die wir uns gesteckt hatten, bei weitem übererfüllt." Im Vorfeld hatte die Messe ein Ziel ausgegeben: Die Eröffnung der Gamescom sollten sich im Internet mehr als eine Million Menschen ansehen - und das sei gelungen, sagt Frese.

Branchenverband setzt weiter auf Vor-Ort-Gamescom

Aber ob die Messe im kommenden Jahr wieder rein digital stattfindet oder in den Kölner Messehallen, das entscheidet der Veranstalter, der Branchenverband Game. Und dessen Chef, Felix Falk, hat sich dazu schon eindeutig positioniert: "Es gibt viele Branchen, die noch nicht wissen, wie sie den Schritt in die digitale Zukunft gehen. Wir als Gamescom zeigen es in diesem Jahr - werden aber nie darauf verzichten, dass es auch vor Ort eine Veranstaltung gibt, wo die Menschen sich treffen." Das sei für die Unternehmen und die Fans wichtig.

Wenn Corona es zulässt, wird die Gamescom also 2021 wieder in Köln stattfinden. Die Messegesellschaft hat schon Konzepte für Hygiene- und Abstandsregeln ausgearbeitet. Die werden voraussichtlich im November zum ersten Mal angewendet, dann sind wieder Messen mit Publikum geplant.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!