BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Diese neuen Funktionen soll die Corona-Warn-App bekommen | BR24

© Picture Alliance

Die Corona-Warn-App soll laufend verbessert werden

1
Per Mail sharen

    Diese neuen Funktionen soll die Corona-Warn-App bekommen

    Mehr Informationen, mehr Klarheit und eine "Erinnerungsfunktion": Die Corona-Warn-App soll neue Features erhalten. Wir stellen die wichtigsten davon vor.

    1
    Per Mail sharen

    Über 22 Millionen mal soll die Corona-Warn-App bislang heruntergeladen worden sein. Die tatsächliche Nutzerzahl dürfte zwar etwas niedriger liegen und dennoch: Mit der zweiten Welle scheint auch die Zahl derjenigen zugenommen zu haben, die das Programm nutzen. Allerdings gibt es auch eine Menge Kritik an der Corona-Warn-App. Insbesondere wird bemängelt, dass die Kommunikation rund um die App bisweilen unglücklich sei und die App den neuesten Corona-Erkenntnissen hinterherlaufe. Nun wollen die App-Verantwortlichen reagieren. Diese Features dürften die App in der nächsten Zeit spendiert bekommen.

    Mehr Erinnerungen

    Ein Problem der App ist, dass nur etwa 60 Prozent der Personen die positiv auf Corona getestet werden, das Programm nutzen, um ihre Kontaktpersonen zu warnen. Das wiederum führt dazu, dass die App ihr Potenzial nicht komplett entfalten kann. Die Gründe hierfür liegen vermutlich zum einen darin, dass es immer noch an der Laboranbindung hapert. Wer positiv auf Corona getestet wird, muss manchmal immer noch umständlich bei einer Hotline anrufen, um einen TAN zu erhalten und sich anschließend noch durch diverse Menüs kämpfen, bis er seine Warnung absetzten kann. Neuere Untersuchungen lassen allerdings außerdem vermuten, dass es noch andere Gründe geben könnte, beispielsweise die Sorge um die eigene Privatsphäre.

    Um eine höhere Warnquote zu erreichen, sollen Personen, die positiv auf Corona getestet wurden, in Zukunft von der App daran erinnert werden, die Warnfunktion zu nutzen. Diese Erinnerung soll einmal zwei Stunden nach der Mitteilung des Testergebnisses erfolgen und einmal nach vier Stunden.

    Schnellere Warnungen

    Bislang wird nur alle 24 Stunden überprüft, ob eine Risikobegegnung stattgefunden hat. Das ist nicht optimal, denn bei der Pandemie-Bekämpfung kommt es auch auf Schnelligkeit an. Im schlechtesten Fall wird eine Person so also erst 24 Stunden nach einer Risikobegegnung gewarnt. In Zukunft soll der Risikostatus sechs mal am Tag überprüft werden.

    Mehr Information

    "Die Menschen wollen mit der Corona-Warn-App interagieren, genau wie mit anderen Apps“, sagt Lucie Abeler-Dörner. Die gebürtige Münchnerin arbeitet an der University of Oxford und simuliert dort den Effekt von Corona-Tracing-Apps. "Es muss ein gutes Produkt sein muss, dass es mit Informationen, die die Bürger als relevant empfinden", so Abeler-Dörner. In Großbritannien etwa können sich die Bürger über die App über die Corona-Lage vor Ort informieren. In der Tat könnte man die Corona-Warn-App zu einem digitalen Schweizer Taschenmesser für die Corona-Zeit weiterentwickeln, mit hilfreichen Informationen zu Masken, Inzidenzwerten und den aktuell geltenden Corona Regeln. Vielleicht könnte einem die App auch irgendwann den Weg zum nächsten Impfzentrum weisen. Ideen gibt es viele, die das Programm ausbauen würden zu einem digitalen Taschenmesser in der Corona-Zeit.

    Offenbar sieht man auch in der Bundesregierung die Notwendigkeit, die App mit mehr Informationen für die Nutzer auszustatten. Sie soll deswegen die Nutzer bald auch über den Fortgang der Pandemie und die Nutzung der App auf dem Laufenden halten.

    Bessere Messung

    Die deutsche Corona-Warn-App basiert auf der Bluetooth-Technologie. Bluetooth wurde allerdings vielmehr dafür geschaffen, kabellos Geräte mit Smartphones zu verbinden und weniger dafür, weltweite Pandemien aufzuhalten. Das Fraunhofer-Institut, das für die Kalibrierung verantwortlich war, gibt die Zuverlässigkeit mit etwa 80 Prozent an. Bald allerdings soll die Schnittstelle, auf der die Corona-Warn-App aufsetzt, verbessert werden – und damit auch die Genauigkeit der Corona-Warn-App.

    Freiwillige Datenspende

    Eine Kritik, die im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App immer wieder geäußert wird ist, dass man es bei dem Programm mit dem Datenschutz übertrieben habe. Die hohen Datenschutzstandards sollen weiterhin erhalten bleiben. In Zukunft soll es aber möglich sein, eine freiwillige Datenspende zu leisten, sobald man positiv auf Corona getestet worden ist. Das soll vermutlich dazu beitragen, die Pandemie besser zu verstehen.

    Kommt eine Clustererkennung?

    Heute weiß man sehr viel mehr darüber, wie sich das Virus verbreitet als noch im März, als die App konzipiert wurde. Heute weiß man, dass sich das Virus über Aerosole verbreitet, über kleinste Partikel in der Luft. Heute weiß man außerdem, dass man es bei der Corona-Pandemie mit einer "Überdispersion" zu tun haben. Das heißt, wenige Menschen stecken viele Menschen an und das passiert vor allem bei sogenannten "Cluster-Ereignissen", bei Chorproben, Kneipenbesuchen, Karnevalsveranstaltungen und anderen Superspreading-Events. Die App droht also den Anschluss an die neusten Corona-Erkenntnisse zu verlieren, befürchten deswegen Kritiker.

    Die App-Verantwortlichen erwägen nun zumindest ein Corona-Tagebuch, wie es etwa vom Virologen Christian Drosten vorgeschlagen wird, in die App zu integrieren. Ob es am Ende aber wirklich kommt, ist keineswegs sicher.

    Kein Mischmasch bei den Warnmeldungen mehr

    Bislang ist es so, dass bei einer Statusanzeige "erhöhtes Risiko“ bei der Art der Risikobegegnungen nicht weiter differenziert wird. Es kann also sein, dass man mehrere rote Warnungen bekommt, obwohl nur eine davon wirklich risikoreich war. Dieser Fehler liegt an der Schnittstelle von Google und Apple und soll noch vor Weihnachten behoben werden.