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Die UN diskutieren über Killerroboter | BR24

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Eine Predator-Drone

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    Die UN diskutieren über Killerroboter

    Töten - und zwar ohne dass ein Mensch vorher den Befehl dazu gegeben hat: Das könnte in ein paar Jahren Alltag im Krieg sein. Die UN berät deswegen ab Montag über die Frage, wie menschlich der Krieg bleiben muss.

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    Es klingt wie aus einem Science Fiction-Film, könnte aber bald Realität sein: Kriegsroboter, die den Feind selbstständig finden, identifizieren und töten. Mehrere Länder arbeiten an solchen autonomen Waffensystemen, die die Art, wie Krieg geführt wird, drastisch verändern könnten.

    Wer ist verantwortlich wenn ein Kriegsroboter einen Unschuldigen tötet?

    Denn eigenständig handelnde Kriegsmaschinen verfügen über keine Empathie und darüber hinaus stellen sich weitere Fragen: Wer kann verantwortlich gemacht werden, wenn es zu Kriegsverbrechen kommt? Kann eine Maschine wirklich unterscheiden zwischen Kombattanten und Zivilisten? Was ist mit Bugs, Programmfehlern und Hackerangriffen?

    Kein Hass, aber auch kein Mitleid

    Manche Experten sehen in autonom agierenden Waffensystemen durchaus Vorteile. Wenn sie richtig programmiert sind, werden sich künstliche Intelligenzen streng an das Kriegsvölkerrecht halten, anders als Menschen lassen Sie sich nicht von Emotionen wie Hass oder Rache leiten, sie werden nicht müde und neigen nicht zu Übersprunghandlungen.

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    Die Kampagne "Killer-Roboter stoppen" demonstrierte bereits 2013 in London - mit Hilfe von Roboter-Attrappen.

    Auf der anderen Seite können Kriegsroboter kein Mitleid empfinden und auch keine Reue oder Empathie. Deswegen sind verschiedene Menschenrechtsorganisationen und viele Experten auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz dafür, autonome Waffensysteme zu ächten, ähnlich wie dies Ende der 90er mit Landminen geschehen ist. Auch die Bundesregierung spricht sich im Koalitionsvertrag gegen autonome Waffensysteme aus, dort steht: "Autonome Waffensysteme, die der Verfügung des Menschen entzogen sind, lehnen wir ab. Wir wollen sie weltweit ächten."

    Was genau heißt eigentlich "autonom"?

    Die Frage allerdings ist, wie "autonom" bei Kriegsrobotern genau definiert wird. Sollen auch Waffen geächtet werden, denen ein konkreter Angriffsbefehl gegeben wird, den sie dann eigenständig umsetzten? Oder nur solche, die wirklich komplett eigenständig handeln? Bis Freitag Nachmittag wollen die Regierungsvertreter über diese Fragen diskutieren. Die Antworten darauf werden maßgeblich beeinflussen, wie menschlich es in den Kriegen der Zukunft noch zugehen wird.