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Seit heute gibt es die neue Autobahn App.

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    Die neue Autobahn-App: Kritik am Datenschutz

    Staus, überfüllte Rastplätze und Baustellen machen Autofahrern oft das Leben schwer. Das will die Autobahn GmbH des Bundes mit einer neuen App ändern. Doch in Sachen Datenschutz gibt es auch kritische Stimmen.

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    Von
    • Peter Welchering

    Staus und Baustellen können so manche Autofahrt in die Länge ziehen. Zwar können Navigationssysteme hilfreich sein, doch in diesen Fällen helfen sie nur bedingt weiter. Sie weisen dem Fahrer zwar den Weg und warnen mitunter vor Staus, aber was auf einem bestimmten Autobahnabschnitt wirklich los ist oder wie stark frequentiert der nächste Rastplatz ist – alle diese Informationen erhält der Autobahnfahrer nicht über sein Navigationssystem.

    Künstliche Intelligenz für "intelligentes Verkehrsmanagement"

    Die neue Autobahn-App der Deutschen Autobahn GmbH des Bundes soll in solchen Fällen weiterhelfen: Autofahrer sollen über die Service-App mehr und bessere Informationen über die Verkehrslage bekommen - es handelt sich um "intelligentes Verkehrsmanagement". Stephan Krenz, Chef der Deutschen Autobahn GmbH, erklärt, dass künstliche Intelligenz zusammen mit hochaktuellen Daten aus Verkehrskontrollen und eingekauften Daten dazu verhelfen soll, einen wirklich aktuellen Stand abzubilden, was auf den deutschen Autobahnen los ist.

    Blick auf den Verkehr per Webcam

    Der App-Nutzer kann sich auf Knopfdruck alle Informationen von aktuellen Staus bis hin zu Baustellen anzeigen lassen und noch einiges mehr, wie Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär im Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, erläutert: "Serviceangebote an Parkplätzen oder Rastanlagen, sei es nun Toiletten oder Raststätten, Informationen zu Ladesäulen oder natürlich auch die Einbindung einer Verkehrsprognose. Das heißt also, die voraussichtliche Entwicklung des Verkehrs an den nächsten Tagen."

    Dabei erhalten die App-Nutzer Zugriff auf die Webcams, die entlang der Autobahnen aufgestellt sind. Anhand der Livebilder auf der für die Route relevanten Webcams können die Autobahnnutzer sich dann im wahrsten Sinne des Worts ein Bild vom Verkehrsaufkommen machen.

    Fragen zum Datenschutz bleiben offen

    Der Informatikprofessor Hartmut Pohl findet das nicht nur in Sachen Datenschutz äußerst problematisch. Das Risiko sei hoch, dass nicht nur Bürger, sondern auch Kriminelle die Daten benutzen. Der Nachbar könne schauen, wann man in den Urlaub fährt oder morgens ins Büro und wann man zurückkommt: "Wenn Sie über die Autobahn fahren, müssen Sie ja damit rechnen, dass Sie spätestens nach sieben Minuten die nächste Kamera erwischen oder die Kamera das Autokennzeichen erfasst."

    Die Autobahn-App bietet außerdem eine Routenplanung. Diese ist allerdings kein Navigationssystem. Die Routendaten können allerdings an ein Navi übergeben werden. Die Routen selbst werden dabei gespeichert. Auch die Speicherung der Routen ist laut Informatikprofessor Pohl nicht unproblematisch. Denn damit werde der organisierten Kriminalität ein Bewegungsprofil frei Haus geliefert. "Das Auslesen von Handys, von allen mobilen Geräten ist ja ein ganz normales Vorgehen von Kriminellen." Eine vollständige Überwachung sei möglich, so Hartmut Pohl. Eine Anfrage zum fehlenden Datenschutz bei der Webcam-Schaltung und die missbräuchliche Nutzung der Daten durch Kriminelle an das Bundesverkehrsministerium blieb bislang unbeantwortet. Professor Pohl ist sich sicher: Da müsste noch ziemlich nachgearbeitet werden.

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