BR24 Logo
BR24 Logo
Netzwelt

Deutsche Bahn: App soll vor vollen Zügen warnen | BR24

© picture alliance

Navigator-App der Deutschen Bahn

9
Per Mail sharen

    Deutsche Bahn: App soll vor vollen Zügen warnen

    Die Bahn will mit Hilfe ihrer App und der Buchungsseite Fahrgäste möglichst gleichmäßig auf die verfügbaren Züge verteilen - das berichtet der "Spiegel". Auf diese Weise sollen volle Züge in der Coronakrise vermieden werden.

    9
    Per Mail sharen

    Die Bahn-App Navigator soll in der Coronakrise vor zu vollen Zügen warne. Der "Spiegel" berichtet unter Berufung auf Konzernkreise, der Bahn-Navigator und der Internetauftritt der Bahn seien so umprogrammiert worden, dass Nutzer Züge mit einer Auslastung von 50 Prozent und mehr angezeigt bekämen.

    Damit sollen den Passagieren die Möglichkeit gegeben werden, einen Zug zu buchen, der weniger voll ist. Auf diese Weise solle der Passagierfluss besser gesteuert werden, damit in den kommenden Wochen keine gefährlich engen Situationen in den Zügen entstünden.

    App verhindert Buchung

    Eingebaut ist laut des Berichts wohl auch ein automatischer Buchungsstopp: Sollten es - trotz des Warnhinweises - auf einer bestimmten Zugverbindung weiter Reservierungen geben, würden die App und das Buchungssystem auf der Webseite der Bahn verhindern, dass dieser Zug gebucht oder reserviert wird. Diese Funktion soll den Angaben zufolge in den kommenden Tagen freigeschaltet werden.

    Der für den Personenverkehr verantwortliche Bahnvorstand Berthold Huber will heute erklären, wie das Unternehmen die Kapazitäten sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr allmählich wieder hochfahren und sich dem Normalfahrplan weiter annähern will. Die Bahn hatte ihr Angebot wegen massiver Einbrüche bei den Fahrgastzahlen in der Coronakrise heruntergefahren. In der Coronakrise sind die Fahrgastzahlen um rund 90 Prozent eingebrochen.

    Spontan einsteigen, soll weiterhin möglich sein

    Laut dem "Spiegel"-Artikel kann trotz der App jeder, der zum Bahnhof geht, auch weiterhin in einen vollen Zug einsteigen, für den die App keine Fahrkarte mehr verkauft oder keine Reservierung vornimmt.

    Verkehrsminister Scheuer (CSU) hatte Ende April eine Reservierungspflicht ins Gespräch gebracht, allerdings deutlich gemacht, in dieser Frage nicht festgelegt zu sein. Es sei eine Frage, wie Passagierströme vor allen Dingen an großen Bahnhöfen organisiert würden. Ein geschlossenes System würde bedeuten, dass Kunden einen Platz in einem bestimmten Zug buchen müssen - so wie im Flugzeug.

    Regelungen im Ausland

    In Frankreich hatte die Staatsbahn SNCF Anfang Mai angekündigt, dass Bahnreisende sich vor der Fahrt über die Auslastung der Züge informieren können. Für jeden Zug sollte es etwa in der App einen Tag vor der Abfahrt ein entsprechendes Symbol geben. Das gelte besonders für Regionalzüge.

    Bei Fernverkehrszügen wie dem TGV gilt in Frankreich sowieso Reservierungspflicht. Dort sollte die Buchung blockiert werden, wenn eine Auslastung von 50 Prozent erreicht ist.