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Der Taschenrechner, erfunden aus Versehen | BR24

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Der Taschenrechner, erfunden aus Versehen

Seit Jahrzehnten gehört er zum Standard-Inventar im Schulranzen, dabei war seine Erfindung eigentlich ein reines Versehen: Der Taschenrechner. Nun feiert die kleine Rechenmaschine 50. Geburtstag. Von Florian Regensburger

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Im Labor des US-Technologiekonzerns Texas Instruments (TI) wollte Jack Kilby eine Versuchsanwendung für einen neuen Mikroprozessor basteln, wie das Heinz Nixdorf Museumsforum (HNF) in Paderborn mitteilt. Heraus kam etwas überaus Praktisches: Die erste tragbare elektronische Rechenmaschine namens Cal Tech. Am 29. März 1967 stellte Kilby seine Erfindung beim TI-Direktor vor.

Ergebnisse auf Papierstreifen ausgedruckt

Der Cal Tech beherrschte die vier Grundrechenarten. Als echten "Taschen"-Rechner kann man das Gerät allerdings nur mit viel gutem Willen bezeichnen: Bei Abmessungen von circa 11 mal 15 mal 4,5 Zentimetern und einem Gewicht von deutlich mehr als einem Kilogramm wird's zumindest bei einer normalen Hosentasche schwierig, das Gerät unterzubringen. Das große Marktpotenzial der Konstruktion haben sie bei Texas Instruments nicht erkannt. Der Cal Tech blieb ein Einzelstück.

Japaner mit ersten Serien-Taschenrechnern

Stattdessen machten japanische Unternehmen wie Canon, Sanyo und Sharp den ersten großen Reibach mit den in den folgenden Jahrzehnten immer kleiner werdenden Rechenmaschinen. Rund 2.000 D-Mark kostete so ein futuristisches Stück Technik im Jahr 1970 in Deutschland, womit die ersten Geräte zunächst vor allem für professionelle Anwender in wissenschaftlichen Einrichtungen und Ingenieur-Abteilungen interessant waren. Innerhalb weniger Jahre fielen die Preise allerdings rapide. Bereits 1974 waren die ersten Geräte für unter 100 Euro auf dem Markt. Damit war der Weg frei für den Taschenrechner, Generationen von Schülern die Freuden der Mathematik näherzubringen.