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Der Microsoft Flight Simulator 2020: Ein virtuelles Weltwunder | BR24

© Microsoft

Auch was Wetterberechnung und Lichteffekte angeht, setzte der neue Microsoft Flight Simulator Maßstäbe

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    Der Microsoft Flight Simulator 2020: Ein virtuelles Weltwunder

    Kuala Lumpur, Kairo oder Kutzenhausen: Im neuen Flugsimulator von Microsoft kann man den ganzen Erdball erkunden. Ist das grandios oder größenwahnsinnig?

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    1982, da konnte man mit dem allerersten Flugsimulator von Microsoft seine Runden drehen. Das Cockpit bestand aus ein paar klobigen Pixeln und die Berge entsprachen plattgedrückten Dreiecken. 38 Jahre nach diesem Klassiker, ist nun der neue Microsoft Flight Simulator erschienen.

    Das Programm ist dabei weniger Computerspiel als vielmehr Lebensaufgabe. Schon im ersten Ladebildschirm werden Hobbypiloten mit Infos zum Themenkomplex "Überziehungsgeschwindigkeit" beglückt. Anschließend warten dann insgesamt 160 Tastaturbefehle darauf, entdeckt zu werden. Und wer möchte, der kann sich die Flugzeit unter anderem damit vertreiben, Luftfahrts-Checklisten durchzuarbeiten. Realismus wird also groß geschrieben im neuen Flight Simulator von Microsoft. Das heißt aber auch: Wer sich von der wunderschönen Grafik ablenken lässt und das Ruder seiner Cessna 153 übersteuert, auf den warten unweigerlich Strömungsabriss, Trudelflug und Absturz.

    Trotzdem lässt einen das Spiel nicht allein, sondern nimmt einen an die Hand. Mit Hilfe gut gemachter Flugtutorials lernt man schnell, wie man das Flugzeug in der Luft hält und weiß nach kurzer Zeit sogar, was ein "Variometer" ist. Und jetzt zeigt sich, was dieser Microsoft Flight Simulator doch für ein virtuelles Weltwunder ist.

    Ein Software-Koloss mit zwei Petabyte an Daten

    "Wo vorher Hardware war, da ist jetzt Software", so lautet die einfachste Definition für den Begriff "virtuell". Um die Hardware, also Steuerknüppel, Flugzeuge, Städte, Berge, Flüsse und ganz generell die Oberfläche des Planeten Erde abzubilden, ist eine ganze Menge Software notwendig. Microsofts Flugsimulator lädt sich topologische Daten permanent aus dem Netz, theoretisch kann man sich aber auch alles auf die eigene Festplatte schaufeln.

    Vorher sollte man aber noch den Papierkorb leeren und ein wenig aufräumen, denn um die 45.000 Flughäfen, die zwei Millionen Ortschaften und die insgesamt 1,5 Billionen Bäume herunterzuladen sind zwei Petabyte an Daten notwendig. Das sind 2.000.000 Gigabyte-Festplatten.

    Microsoft Flight Simulator: The map is the territory

    Dieses Spiel ist also gigantomanisch und vielleicht auch ein wenig größenwahnsinnig. "The map is not the territory", so lautet ein berühmter Ausspruch des polnisch-amerikanischen Sprachwissenschaftlers Alfred Korzybski. In diesem Flugsimulator kann man den ganzen Erdball befliegen und sich von oben die Pyramiden von Gizeh, Nationalparks in Grönland, das Schloss Neuschwanstein oder München Sendling anschauen. Natürlich ist auch das nur Abbildung und Ausschnitt der Realität. Aber wohl kaum jemals zuvor also war “The map" zugleich auch so sehr "The territory".

    Kostenlos im XBox Gamepass enthalten

    Für die Oberflächen-Daten wird auf die Daten von Microsofts Kartendienstes Bing Maps zurückgegriffen. Auch der hauseigene Clouddienst Azure kommt zum Einsatz. Und so ist der Flugsimulator für das Unternehmen aus Redmond nicht nur ein interessantes Angebot für flugzeugbegeisterte Kundschaft, sondern zugleich eine Leistungsschau des eigenen Produktportfolios. Das faszinierende Programm ist zudem kostenlos im XBox-Gamepass enthalten und dürfte dem auf Spiele spezialisierten Abo-Dienst von Microsoft neue Kunden bescheren.

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