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Der Game Boy hat alles verändert | BR24

© Picture Alliance

"Tetris" auf dem Game Boy: Das Spiel trug entscheidend zum Erfolg der mobilen Spielkonsole bei.

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    Der Game Boy hat alles verändert

    30. Geburtstag der legendären Spielkonsole to go: In Japan wird vor drei Jahrzehnten der Wegbereiter des mobilen Spielens geboren: Der Game Boy. Warum wurde der kleine graue Kasten so ein Erfolg?

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    Keine langweilige Bus- oder Zugfahrt mehr – die Spielekonsole einfach in der Tasche. Heute ist das Normalität: Auf dem Smartphone kann immer und überall eine Runde gezockt werden. Aber als der Game Boy der japanischen Firme Nintendo am 21. April 1989 auf den Markt kommt und ein Jahr später auch in Europa verkauft wird, ist das ein revolutionäres Versprechen, das Nintendo da macht und auch einlöst. Und das lange vor "Snake" auf dem Nokia-Handy oder "Candy-Crush" und "Angry Birds" auf dem Smartphone .

    Ein sogenannter "Game-Changer", der Nintendo mit dem Game Boy da vor 30 Jahren gelingt. Und mit dem ersten grauen Kasten ist noch lange nicht Schluss. Es folgen populäre Modelle wie der Game Boy Pocket (1996), der Game Boy Color (1998), der Game Boy Advance (2001), bis 2005 die Nachfolger-Serie verschiedener Nintendo DS-Modelle auf den Markt kommt.

    Tetris als Erfolgsfaktor

    Der Game Boy – ein Gerät, das mobil ist, und nicht nur ein fest vorinstalliertes Spiel hat. Im Gegenteil: Der Spieler kann die Spiele einfach wechseln und hat alle seine Lieblingstitel dabei – von "Super Mario" bis "Zelda". Trotzdem ist für den Erfolg insbesondere ein Spiel nicht zu unterschätzen, sagt Markus Schwerdtel, Mitglied der Chefredaktion bei der Spielezeitschrift Gamestar bzw. Gamepro:

    "Natürlich war der Launch-Titel 'Tetris' ein riesiger Erfolgsfaktor, denn man brauchte nicht nochmal Geld auszugeben, der war gleich dabei. Man hatte sofort ein Spiel, das jeder kapiert, das man auch jedem zeigen konnte. Sogar die eigene Mutter verstand, um was es geht." Markus Schwerdtel, Spiele-Redakteur

    Nintendo hatte rechtzeitig den richtigen Riecher, sich die "Tetris"-Lizenz für den Game Boy zu sichern. Der Game Boy erreichte damit auch eine neue Gruppe von Spielern, die das Spielerlebnis abseits von Konsole oder PC schätzten.

    Es geht auch ohne High-End-Technik

    Der Ingolstädter Michael Mrozek betreibt einen kleinen Online-Shop für Retro-Spiele und -Konsolen. Für ihn ist klar: Der Game Boy war damals sicher nicht das Gerät mit der besten Leistung für die anspruchsvollsten Spieletitel. Aber darauf kam es nicht unbedingt an:

    "Wenn ich mobil unterwegs bin, was bringt mir dann eine Konsole, die wirklich nur 30 Minuten hält? Insofern hat Nintendo hier also relativ viel richtig gemacht. Sie haben eine Konsole entwickelt, die zwar technisch nicht auf dem aktuellsten Stand war, dafür aber von der Batterielaufzeit her so überragend war, dass es wirklich mobil nutzbar war." Michael Mrozek

    Ein Display, das nur schwarz-weiß beherrscht, grobe Pixel und 8-Bit-Sound? Alles keine Argumente gegen den Game Boy. Das mobile Spielerlebnis funktionierte trotzdem. Und wie!

    Smartphones ohne Spielgefühl

    Heute, 30 Jahre später, wird mobil so viel gespielt wie lange nicht. Der 8-Bit-Sound ist fast Kulturgut, und die Spieleserien aus dem Universum von "Mario" oder "Pokémon", die Nintendo geschaffen hat, sind Klassiker. Allerdings spielen wir heute auf anderen Geräten. Dank moderner Smartphones sind mobile Konsolen fürs Spielen nicht mehr zwangsläufig notwendig. Trotzdem – das Gefühl ist und bleibt ein anderes, ist sich Markus Schwerdtel sicher:

    "Wenn ich ein Joy-Pad oder ein Game-Pad in der Hand habe, dann spüre ich unter meinem Daumen das Steuerkreuz, die Knöpfe, die Rundungen und den Widerstand. Auf einem Touchscreen-Display dagegen sehe ich den Knopf nur. Das ist ein ganz schwammiges und unbefriedigendes Spielerlebnis im Vergleich zu einem richtigem Knopf-Pad." Markus Schwerdtel