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DDoS-Attacke: Angriff auf Wikipedia und Twitch | BR24

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Das Online-Lexikon war ab Freitagabend nicht erreichbar. Hinter dem Angriff steckt offenbar die bislang unbekannte Gruppe "UkDrillas".

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DDoS-Attacke: Angriff auf Wikipedia und Twitch

Das Online-Lexikon war ab Freitagabend nicht erreichbar. Hinter dem Angriff steckt offenbar die bislang unbekannte Gruppe "UkDrillas". Die Pixelkrieger lassen darüber abstimmen, welche Seiten als nächstes ins Visier genommen werden sollen.

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Der Angriff auf Wikipedia begann am Freitag um kurz vor 19 Uhr. Betroffen waren neben Deutschland auch andere europäische Länder wie Italien, Polen, Frankreich und Großbritannien. Laut Wikipedia Deutschland war ein "massiver und sehr breit angelegter DDoS-Angriff" schuld daran, dass das Online-Lexikon über Stunden nicht erreichbar war.

DDoS-Angriffe zwingen Webseiten in die Knie

DDos steht für "Distributed-Denial-of-Service". Bei einer DDoS-Attacke wird eine Seite mit so vielen Anfragen überhäuft, dass sie unter der Last zusammenbricht. In der Regel bedienen sich die Angreifer hierbei spezieller Programme. Um an einer DDos-Attacke teilzunehmen, sind oftmals keine tiefgreifenden technischen Fähigkeiten nötig. "Richtige" Hacker sprechen deswegen bei DDoS-Angreifern oft verächtlich von "Scriptkiddies".

DDoS-Attacken werden bisweilen in politischen Kontexten genutzt, etwa um gegen bestimmte Unternehmen oder Organisationen zu protestieren, in diesen Kreisen gelten DDoS-Attacken als eine Art "digitale Sitzblockade", weil an den angegriffenen Seiten an sich nichts verändert und damit auch kein größerer Schaden angerichtet wird.

Aber auch Staaten setzten DDoS-Attacken ein, um unliebsamen Gruppen die Kommunikation zu erschweren. Vor allem große Seiten schützten sich mit verschiedenen technischen Gegenmaßnahmen. Dass eine Seite wie Wikipedia Opfer eine DDos-Attacke wird, ist deswegen eher ungewöhnlich.

"UkDrillas" bekennen sich zu DDos-Attacke auf Wikipedia

Umso größer war die Freude bei denjenigen, denen es gelungen war, Wikipedia zeitweise lahmzulegen. Auf Twitter bekannte sich die bislang unbekannte Gruppe "UkDrillas" zu der Aktion. Die Gruppe setze den Angriff zeitweise aus, um zu beweisen, dass sie wirklich die Urheber des Wikipedia-Ausfalls waren.

Die Pixelkrieger kommunizierten bisweilen mit ihren Followern, beruhigten User, die aus beruflichen Gründen dringend auf Wikipedia angewiesen sind, und ließen Samstag früh über ihre nächsten Angriffsziele abstimmen. Sollte Wikipedia weiterhin offline bleiben? Oder sollten stattdessen bekannte Twitch-Streamer ins Visier genommen werden?

Zweiter Angriff sollte Twitch ausschalten

Die Twitterschaft entschied, dass der DDoS-Bannstrahl nun die Twitch-Streamer treffen sollte, Wikipedia ist seither wieder online. Twitch ist eine Plattform auf der vor allem Computerspiele gestreamt werden, aber auch Koch - oder Talkformate finden sich auf dem beliebten Dienst, der zum Amazon-Konzern gehört.

Das Problem für "UkDrilla": Der milliardenschwere Tech-Konzern Amazon ist auf DDos-Attacken offenbar angemessen vorbereitet. Zumindest waren die angegriffenen Twitch-Streamer auch nach der Ankündigung von "UkDrilla" noch online. Die Gruppe scheint sich an Twitch die Zähne auszubeißen und wird nun selbst auf Twitter mit Häme überschüttet: "Die waren gerade mal eine Minute offline. Ihr könnt gar nichts. Erbärmlich. Gebt auf."

© BR

Wer häufig Wikipedia nutzt, hat es vermutlich bemerkt: Stundenlang waren die deutsche Version und einige andere Ausgaben des Web-Lexikons durch eine Online-Angriff lahmgelegt.