Zurück zur Startseite
Netzwelt
Zurück zur Startseite
Netzwelt

Datensicherung in öffentlicher Cloud oder privater Datenwolke | BR24

© picture alliance

Daten auf Smartphone und PC

3
Per Mail sharen
Teilen

    Datensicherung in öffentlicher Cloud oder privater Datenwolke

    Daten begleiten unser Leben. Manche will man immer dabei haben. Gleichzeitig soll nichts verloren gehen oder geklaut werden. Grundsätzlich gibt es hierfür zwei Lösungen: Clouddienstanbieter oder ein in Eigenregie betriebener Online-Datenspeicher.

    3
    Per Mail sharen
    Teilen

    Dropbox und Google-Drive sind inzwischen fast jedem Nutzer / jeder Nutzerin ein Begriff. Es handelt sich hier um Clouddienste, bei denen auch private Daten in großen Mengen abgespeichert werden können. Doch ist es wirklich eine gute Wahl, seine Filme, Fotos und Dateien diesen Unternehmen anzuvertrauen und sie dabei quer durch das weltweite Netz (womöglich sogar bis in die USA) zu schicken? Die andere Option wäre, selbst einen entsprechenden Speicher zu Hause ans Netz zu hängen. Auch das ist inzwischen relativ unkompliziert. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

    Deutsche Clouddienstanbieter sind die besten

    Neben Dropbox und Google Drive hat die Stiftung Warentest auch deutsche Anbieter getestet und die schneiden besonders gut ab. Im Test rangieren Web.de und MagentaCloud der Deutschen Telekom ganz oben. Zu der guten Bewertung führen vor allem saubere Geschäftsbedingungen und guter Datenschutz. Alle Daten werden Ende-zu-Ende verschlüsselt. Das heißt, ein Hacker, der versucht beim Übertragen vom heimischen PC in die Cloud etwas abzufischen, kann nichts erkennen. Größter Nachteil der deutschen Dienste: Sie bieten keine Zwei-Faktor-Authentifizierung, die den Zugang zum Kunden-Account extra absichert.

    Clouddienste sind praktisch aber auf Dauer teuer

    Alle Dienste bieten ein gewisses Gratiskontingent an Speicher an. Beim Testsieger Web.de fällt der mit 2 Gigabyte relativ klein aus, bei Google sind es immerhin 15 Gigabyte. Wer mehr haben möchte, muss ein Abo buchen. Für ein Terrabyte fallen bei den meisten Unternehmen monatliche Kosten von rund 10 Euro an. Clouddienste sind generell eine praktische Variante, man muss sich um nichts kümmern. Sicherheitsupdates, Ausfälle von Hardware und andere Probleme übernimmt der Anbieter. Viele Experten stellen allerdings die Vertrauensfrage:

    „Mit einem Clouddienstanbieter gibt man die Herrschaft über die eigenen Daten auf.“ Ernst Ahlers, Computerzeitschrift CT

    Man weiß nie genau, wie eng Clouddienstanbieter mit Sicherheitsbehörden und anderen staatlichen Stellen kooperieren. Außerdem können die Cloudunternehmen auch Pleite gehen, die Daten sind dann womöglich futsch.

    Private Cloud macht unabhängig, kostet aber Geld und Zeit

    Wer seine Daten selbst im Griff behalten möchte und vor ein wenig technischem Aufwand nicht zurückschreckt, kann sich eine Netzwerkfestplatte (NAS) kaufen und zu Hause aufstellen. Stiftung Warentest hat acht Geräte von vier Anbietern untersucht. Die Bestnoten bekamen die Platten der Firma Synology. Sie konnten durch einfache Handhabung, hohe Datensicherheit und niedrigen Stromverbrauch (ca. 10 Euro im Jahr) punkten. Konkurrenzprodukte fielen teilweise durch hohe Stromkosten oder lückenhaft Datenschutzbestimmungen der Hersteller negativ auf. Die Anschaffungskosten bewegen sich zwischen 150 und 200 Euro, wenn man sich mit einem Laufwerk begnügt. Wer sichergehen möchte für den Fall, dass das Laufwerk plötzlich ausfällt, kauft eine NAS mit doppeltem Laufwerk. Der Preis ist dann allerding auch fast doppelt so hoch. Für das Geld kann man allerdings auch gut zwei Jahre lang einen Clouddienstanbieter nutzen.

    Wo sind die Daten am sichersten?

    Das ist schwer zu sagen. NAS-Speicher sind nur dann wirklich sicher wenn, sie über ein doppeltes Laufwerk verfügen, wenn alle Sicherheitsupdates des Herstellers regelmäßig installiert werden und wenn zusätzlich noch ein Backup auf einem anderen Medium gezogen wird (z.B. externe Festplatte), denn bei Blitzschlag oder Feuer zu Hause sind die Daten weg. Clouddienstanbieter legen Daten mindestens doppelt ab. Das Risko ist hier aber, dass das Unternehmen Pleite geht oder aber Daten etwa an staatliche Stellen herausgibt. Welche Risiken eingegangen werden sollen, muss jeder Nutzer für sich selbst entscheiden.