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Datenschutz: Keine Angst mehr vor der DSGVO | BR24

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Seit einem Jahr gilt in Europa die Datenschutzgrundverordnung. Anfangs gab es viel Ärger, aber mittlerweile hat sich der neue Datenschutzstandard sogar zum Exportschlager gemausert.

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Datenschutz: Keine Angst mehr vor der DSGVO

Seit einem Jahr gilt in Europa die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Anfangs gab es viel Ärger, aber mittlerweile hat sich der neue Datenschutzstandard sogar zum Exportschlager gemausert.

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Vor einem Jahr war die Unruhe beachtlich: 20 Millionen Klingelschilder müssten ausgetauscht werden, hieß es beispielsweise. Eine Erzdiözese kündigte an, keine Gottesdienste mehr im Netz übertragen zu lassen. Und dann kursierte auch noch das Gerücht, wonach es Apothekern in Zukunft nicht mehr erlaubt sei, Namensschilder zu tragen. Schuld daran sollte angeblich die Datenschutzgrundverordnung sein, kurz: DSGVO.

Die DSGVO regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten. Daten dürfen demnach nur gespeichert werden, wenn sie wirklich gebraucht werden und auch nicht bis zum Sanktnimmerleinstag. Außerdem verpflichten die Datenschutzregeln Unternehmen dazu, den Verbrauchern in verständlicher Sprache zu erklären, für welchen Zweck die Daten gespeichert werden.

Exportschlager DSGVO

Heute weiß man: Die Implementierung der neuen Regeln stellt Unternehmen bisweilen immer noch vor Herausforderungen, insgesamt war die Aufregung aber übertrieben. Stattdessen ist die DSGVO mittlerweile ein Exportschlager, in den USA wird die EU-Verordnung sogar immer wieder als Vorbild genannt, wenn es um neue Datenschutzregeln geht.

Deutschland: 20.000 Euro Strafe für Chatseite Knuddels

Die EU-Kommission betont zudem, dass das Bewusstsein für den Datenschutz insgesamt gestiegen ist. Ein Indiz hierfür sind auch die 150.000 Beschwerden, die wegen Verstößen gegen den neuen Datenschutzstandard bei den zuständigen Behörden eingegangen sind. Größere Bußgelder wurden aber nur selten verhängt, am härtesten traf es Google.

Der Suchmaschinenkonzern wurde in Frankreich wegen DSGVO-Verstößen zu einer Zahlung von 50 Millionen Euro verdonnert. Es traf aber auch ein portugiesisches Krankenhaus, das 400.000 Euro zahlen musste, weil Krankenhausmitarbeiter unerlaubt Zugriff auf Patientenakten hatten. In Deutschland wiederum musste die Chatseite "Knuddels" 20.000 Euro zahlen. "Knuddels" hatte Passwörter im Klartext gespeichert.