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Datenschutz: Zuckerberg verspricht mehr Privatsphäre | BR24

© picture alliance / AP Photo

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

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    Datenschutz: Zuckerberg verspricht mehr Privatsphäre

    Facebook-Gründer Zuckerberg will sich in Zukunft stärker um den Schutz der Privatsphäre kümmern. Private Nachrichten sollen bald verschlüsselt gesendet werden können. Kritiker sind skeptisch.

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    Die Techwelt im Silicon Valley reibt sich verdutzt die Augen: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sorgt mit seinem Blog-Post für Verwunderung. "Meint er das wirklich ernst?", lauten viele Kommentare. Der ehemalige Sicherheitschef von Facebook Alex Stamos, der das Unternehmen im März vergangenen Jahres im Streit verlassen hatte, schreibt auf Twitter: "Solch eine Ankündigung hatte ich nun wirklich nicht erwartet, ich wünschte, Zuckerberg hätte das schon vor zwei Jahren geschrieben."

    "Wir müssen Facebook an seinen Taten messen", mahnt dagegen Kurt Opsahl von der Datenschutzorganisation "Electronic Frontier Foundation" in San Francisco. "Der Teufel liegt im Detail. Wir müssen uns die Implementierung anschauen. Wenn sie wirklich unser Vertrauen wollen, dann müssen sie transparent sein in punkto Geschäftsmodell. Sie müssen Vertrauen durch Handeln aufbauen."

    Fokus auf private Nachrichten

    In seinem Blog-Post kündigte Zuckerberg an, dass der Verschlüsselung von Daten in dem Netzwerk eine Schlüsselrolle zukomme. Anstelle öffentlicher Statusmitteilungen auf Facebook gelte der Fokus dem Schutz privater verschlüsselter Nachrichten zwischen Nutzern oder in kleinen Gruppen. Deren Inhalte soll nicht einmal Facebook lesen können.

    Unter anderem schreibt er: "Wenn ich über die Zukunft des Internets nachdenke, glaube ich, dass eine Kommunikationsplattform, die sich auf die Privatsphäre konzentriert, noch wichtiger werden wird als die heutigen offenen Plattformen." Das klingt erst einmal nach einer Wende um 180 Grad. Statt offenem Marktplatz geht es nun um das private Wohnzimmer, wo Menschen eine geschützte Unterhaltung führen können, die sich nach einiger Zeit sogar unwiederbringlich löschen lässt.

    Nur ein Taschenspielertrick?

    Zuckerberg versucht auch, auf die Skeptiker zuzugehen. Immerhin hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren Transparenz versprochen und einen besseren Schutz seiner Nutzerdaten. Passiert ist in der Regel das Gegenteil.

    Bei Zuckerberg hört sich das so an: "Ehrlich gesagt haben wir derzeit keinen guten Ruf, wenn es um den Aufbau von Diensten geht, die die Privatsphäre schützen. Wir haben uns in der Vergangenheit auf Werkzeuge konzentriert, die Dinge öffentlich teilen. Wir haben jedoch immer wieder gezeigt, dass wir uns weiterentwickeln können, um die Dienste aufzubauen, die die Menschen wirklich wollen – zum Beispiel das Versenden privater Nachrichten."

    Gemeinsame Chat-Dienste von Facebook, WhatsApp und Instagram

    Der langatmige, aus 3.200 Worten bestehende Blogeintrag lässt sich am besten so zusammenfassen: Statusmitteilungen auf Facebook werden weniger wichtig, dafür die Kommunikation kleiner Gruppen. Die Chat-Dienste von Facebook-Messenger, WhatsApp und Instagram sollen nach dem Willen Zuckerbergs auf einer technischen Plattform verschmolzen werden.

    Ein Taschenspieler-Trick, meinen Zuckerbergs Kritiker. Er wolle dadurch einer möglichen Aufspaltung seines Unternehmens zuvorkommen. Wenn also Facebook als Netzwerk weniger wichtig wird, dafür die Bedeutung der Chatdienste wie WhatsApp steigt, wie sieht dann ein künftiges aus Werbung finanziertes Geschäftsmodell aus? Diese Antwort bleibt Zuckerberg bislang schuldig.

    Sendung

    BAYERN 1 am Morgen

    Autor
    • Marcus Schuler
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