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Cypercops bei der Kriminalpolizei Würzburg | BR24

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Wer sind eigentlich die Beamten, die im Internet auf der Suche nach Straftaten sind? Wir haben die Cyber-Abteilung der Kriminalpolizei Würzburg besucht.

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Cypercops bei der Kriminalpolizei Würzburg

Immer wenn es um Internetkriminalität geht, sind die Ermittler auf Experten angewiesen. Informatiker werden aber auch von der freien Wirtschaft heftig umworben. Dennoch ist es der Polizei in Würzburg gelungen, alle Stellen zu besetzen.

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Zwei Jahre war Franziska Graf als Softwareentwicklerin für ein Unternehmen tätig, dann ist sie als Cybercop in den Polizeidienst gewechselt, obwohl sie dort etwas weniger verdient.

"Das stimmt, aber die Rahmenbedingungen passen bei der Polizei. Auch die Sicherheit, im Job von der Wirtschaftslage unabhängig zu sein. Natürlich wird man auch von den Unternehmen ein Stück weit umgarnt, aber mir war es wichtig, in der Region bleiben zu können und nicht weiter weg zu gehen oder viel unterwegs zu sein." Franziska Graf, Informatikerin bei der Polizei

Cybercop: reizvolle Aufgabe bei der Polizei

Zudem hat die 28-Jährige das breite Aufgabenspektrum bei der Polizei gereizt. Da geht es bei der Informatik eben nicht nur um Software, sondern auch um andere Fachgebiete, und sie bekommt dabei Fälle aus fast allen Deliktsgruppen auf den Tisch. Von Diebstahl und Hehlerei über Handel mit Waffen und Drogen, Erpressung oder Sexualdelikte. Weil das den Berufsalltag so abwechslungsreich macht, hat sich auch Johannes Heunisch bei der Polizei beworben – direkt nach dem Studienabschluss als Wirtschaftsinformatiker. Jetzt hilft der 25-Jährige unter anderem solche Betrugsdelikte aufzuklären:

"... dass Sachen in Online-Shops bestellt werden mit geklauten Kreditkartendaten oder dass Dinge gekauft werden über ebay, ebay-Kleinanzeigen oder andere Plattformen und dann nicht gesendet werden." Johannes Heunisch, Informatiker bei der Polizei

Die Cybercops werden immer dann eingeschaltet, wenn Ermittler ohne Spezialwissen nicht mehr weiterkommen. Oft geht es dabei um die Sicherung und Auswertung von Spuren auf Datenträgern, wie Mobiltelefonen, Laptops, Tablets oder in Überwachungskameras.

Cybercops werden gleich Kriminalhauptkommissare

Die Cybercops fangen gleich als Kriminalhauptkommissare an und werden entsprechend besoldet. Das ist ein Anreiz, um geeignete Bewerber für die Polizei zu rekrutieren. Nicht überall hat das so gut geklappt, wie bei der Kriminalpolizei Würzburg, so Kommissariats Leiter Heiko Rittelmeier:

"Wenn wir nach Aschaffenburg schauen: da hatten wir über Jahre hinweg massive Probleme Bewerber zu finden, was natürlich auch daran liegt, dass der Ballungsraum Frankfurt sehr attraktive IT-Jobs bietet und die Leute lieber nach Frankfurt als nach Aschaffenburg fahren." Heiko Rittelmeier, Kommissariatsleiter

Mit 15 Cybercops ist in Würzburg dagegen nach nur zweieinhalb Jahren die Sollstärke erreicht. Alle IT-Spezialisten waren zuvor ein Jahr lang für den Kriminaldienst geschult worden, auch an der Waffe. Schließlich gibt es auch Außeneinsätze: Etwa um bei Verdächtigen Speicherkarten oder Laptops sicherzustellen, um einen Kinderpornoring zu sprengen. Keine andere Deliktsgruppe hat so hohe Zuwachsraten wie die Internetkriminalität. Ziemlich sicher sind deshalb in Zukunft noch mehr Cybercops gefragt.

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Franziska Graf und Johannes Heunisch an ihrem Arbeitsplatz