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Coronavirus: Hacker nutzen Pandemie für Angriffe aus | BR24

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Cyber-Attacke

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    Coronavirus: Hacker nutzen Pandemie für Angriffe aus

    Cyber-Kriminelle nutzen die Verunsicherung vieler Menschen aus und verbreiten über vermeintlich sichere Informationswebseiten zu COVID-19 Schadsoftware. Auch betrügerische Angebote zu "Schnäppchen" aus dem Gesundheitsbereich tauchen im Netz auf.

    Per Mail sharen

    Hacker verschicken derzeit Spam-Mails, die auf die Informationsbedürfnisse der Menschen mitten in der Coronakrise zielen. So haben sie etwa die prominente Webseite des medizinischen US-Forschungsinstituts Johns Hopkins University gefälscht. Die authentische Webseite zeigt stets aktualisiert die Anzahl der Corona-Infizierten weltweit.

    Kriminelle haben Screenshots der Webseite gezogen und diese infiziert. Links zu diesen Screenshots verschicken sie millionenfach als Spam-Emails, das Informationsbedürfnis in der Corona-Krise ist der Köder.

    © Malwarebytes

    Infizierter Screenshot US-Forschungsinstitut Johns Hopkins University

    Experte warnt: Mail, Namen und Passwörter werden gesammelt

    Wer auf den Link in der Spam-Email klickt, geht in die Falle. Denn im Hintergrund startet ein Programm, das corona-virus-map.com.exe., mit dem der Nutzer unwissentlich die AZORult-Malware herunter lädt. Diese Schadsoftware stiehlt Informationen, warnt Pieter Arntz, Lead Intelligence Reporter der IT-Sicherheitsfirma Malwarebytes.

    "Die Cyberkriminelle können durch ihre Angriffe Zugang zu verschiedenen sensiblen persönlichen Daten erhalten. So können beispielsweise personenbezogene Daten gesammelt werden, einschließlich Namen und Passwörter, E-Mails, Informationen aus Chat-Programmen, besuchte Websites und finanzielle Aktivitäten inklusive Kreditkarteninformationen." Pieter Arntz, Lead Intelligence Reporter der IT-Sicherheitsfirma Malwarebytes

    Die Informations-stehlende Software sei obendrein in der Lage, das Benutzerverhalten zu überwachen, verdeckt Screenshots und Videoaufzeichnungen zu sammeln, eine angeschlossene Kamera oder ein angeschlossenes Mikrofon zu aktivieren, so Pieter Arntz.

    Gefälschtes WHO-E-Book saugt Daten ab

    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes haben zudem eine weitere perfide Phishing-Kampagne aufgedeckt. Der Absender gibt sich nach BR-Recherchen fälschlicherweise als Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus und verspricht das Neuste zum "Coronavirus". Dass diese Schreibweise nicht der der WHO entspricht, die "Coronavirus" ohne Bindestrich schreibt, ist vielen Nutzern nicht bekannt.

    In dieser speziellen Kampagne, so die Anaylsten von malwarebytes benutzen die Akteure der Bedrohung ein gefälschtes E-Book als Lockmittel und behaupten, das "My Health E-Book" enthalte eine vollständige Recherche über die globale Pandemie sowie eine Anleitung zum Schutz von Kindern und Unternehmen.

    © Malwarebytes

    Fishing-Mail mit angeblichem Absender WHO.

    Vorsicht vor vermeintlichen Schnäppchen in Online Shops

    Nach einem Bericht der Cyber-Sicherheitsfirma Check Point Research wird derzeit gezielt mit vermeintlichen Schnäppchen im Netz geworben, wie dieses Beispiel zeigt: "True Mac", verkaufe ein 2019 MacBook Air model für nur 390 US-Dollar, als "corona special offer." Das ist natürlich ein betrügerisches Angebot, so ein Firmensprecher von Check Point. Wer auf das Angebot klickt, infiziert dann oft nicht nur seinen Computer, sondern auch gleich das gesamte Heim-Netzwerk.

    © Check Point Research

    Betrügerisches Angebot Fakte-Onlineshop.

    Schutz vor Corona-Hacks

    Um nicht Opfer der Corona-Cyber-Gangster zu werden empfehlen IT-Sicherheitsexperten jetzt:

    • Besondere Vorsicht bei Emails von unbekannten Absendern
    • Keine Anhänge öffnen und nicht auf Links klicken
    • Nur originale Webseiten von Ministerien, Ämtern oder Universitäten nutzen.

    Nutzer, die diese Ratschläge befolgen, werden ihre Computer nicht mit Cyber-Corona infizieren.

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