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Fake-Ticker: Video aus Spanien ist irreführend | BR24

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Video aus Spanien zeigt nicht Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen, sondern einen Marsch für die Unabhängigkeit Kataloniens (2019)

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    Fake-Ticker: Video aus Spanien ist irreführend

    Gerüchte und Falschmeldungen zu Corona verbreiten sich so schnell wie das Virus selbst. Der #Faktenfuchs überprüft laufend Behauptungen. Alle aktuellen Faktenchecks zum Corona-Virus gibt es hier in diesem Blog.

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    Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hat Deutschland im Januar erreicht. Seither steigen die Zahlen der Infizierten. Viele Menschen sind verunsichert. Gerade im Internet und den sozialen Netzwerken verbreiten sich Gerüchte, Verschwörungstheorien und Mutmaßungen. Dafür braucht es nicht viel: Ein einzelner Nutzer kann eine Falschbehauptung in die Welt setzen – wenn andere sie aufgreifen, verbreitet sie sich schnell weiter. Der #Faktenfuchs sammelt die Gerüchte hier und klärt auf, was wirklich stimmt.

    25. Mai: Video von angeblicher Corona-Kundgebung aus Spanien stammt von 2019

    In dem Messenger-Dienst Telegram wird derzeit in Video geteilt, das angeblich Corona-Kundgebungen in Spanien zeigen soll. Das Video zeigt einen mehrere hundert Meter langen Protestzug, bei dem Menschen eng an eng über eine Autobahn marschieren und dabei rot-gelb gestreifte Fahnen schwenken. Das Video soll einen Demonstrationszug in Andalusien zeigen. Die Protestierenden sollen sich, so wird es auf Telegram angedeutet, gegen die Corona-Maßnahmen der spanischen Regierung wenden.

    Doch das Video stammt nicht aus Andalusien. Es hat auch keinen Bezug zu den aktuellen Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen in Spanien. Die Aufnahme stammt aus dem vergangenen Jahr und zeigt eine Demonstration in Katalonien, nicht in Andalusien. Über eine einfache Bilderrückwärtssuche findet man Berichte zu einem Sternmarsch auf die Regionalhauptstadt Barcelona am 18. Oktober 2019. Aktivisten hatten für diesen Tag zu einem Generalstreik in Katalonien aufgerufen. Sie forderten die Unabhängigkeit der Region vom spanischen Staat.

    Aktuell kommt es zu Protesten gegen die Corona-Maßnahmen der spanischen Regierung unter Führung des sozialdemokratisch orientierten Premiers Pedro Sánchez (Sozialistische Arbeiterpartei PSOE). Mitgetragen werden die Kundgebungen, die häufig in Form von Autokorsos durch Spaniens Großstädte ziehen, von der rechtspopulistischen Oppositionspartei VOX. Mehrere tausend Menschen nahmen in den vergangenen Tagen an den Protesten Teil. Während des Generalstreiks im Oktober 2019 waren laut Medienberichten über eine halbe Million Menschen auf der Straße.

    Spanien gehört zu den weltweit am stärksten vom Corona-Virus betroffenen Staaten. Europaweit hat Spanien die meisten bestätigten Corona-Fälle (Stand 25. Mai 2020) - nur in Italien meldet mehr Corona-Tote.

    © Screenshot/Grafik BR24

    Betrugsmasche: Menschen werden von einer nicht existierenden "Bundesstelle für Seuchenschutz" aufgefordert, Geld für ein Testkit zu überweisen.

    19. Mai – Vorsicht vor Betrugsmasche: Testkit per Vorauskasse

    Im bundesdeutschen Gebiet tauchten zuletzt gefakte Benachrichtigungen einer "Bundesstelle für Seuchenschutz" auf. Auch aus Mittelfranken gibt es nun einen Fall dieser Betrugsmasche, ein Foto dazu kursiert im Netz. In dem Schreiben werden Risikopatienten dazu aufgefordert, sich eines Covid-19-Tests zu unterziehen. Dazu müsse ein Test-Kit bestellt werden. Per Vorauskasse sollen dafür 110,50 Euro an eine Bankverbindung überwiesen oder bei der örtlichen Post bezahlt werden, damit die Sendung des Testkits ausgelöst wird. Es handelt sich dabei um eine Betrugsmasche. Eine Bundesstelle für Seuchenschutz gibt es nicht.

    Zu dem Fall in Mittelfranken läuft ein Verfahren, die Kriminalpolizei Ansbach ermittelt wegen versuchten Betruges. Die Sendungs-Benachrichtigung der Post war hingegen echt. Die Post ist in diesem Fall nur Bote, wie die Pressestelle Süd der Deutsche Post DHL Group auf BR24-Anfrage mitteilte. Sendungen per Nachnahme solle man generell nur annehmen, wenn der Absender bekannt oder die Ware bestellt worden ist.

    18. Mai – Aus Satire wird Desinformation: Bild zu Friedrich Merz ist gefälscht

    © Screenshot/ Grafik BR24

    Twitter-User verfälschten ein Bild von Friedrich Merz beim Einkaufen. Der Fake verbreitet sich in Verschwörer-Netzwerken.

    Unter Corona-Verschwörungstheoretikern verbreitet sich ein Fake-Bild, auf dem der CDU-Politiker Friedrich Merz zu sehen ist. Dieser hatte sich vor einigen Tagen mit Maske beim Einkaufen in einem Supermarkt ablichten lassen. Auf Twitter sorgten die Bilder für Spott, ein User rief am vergangenen Donnerstag unter dem Hashtag #MerzShoppingthings dazu auf, das Bild zu Satire-Zwecken zu verfälschen.

    Ein anderer User legte den ausgeschnittenen Merz in die sogenannte Greenbox-Szenerie eines Fernsehstudios, mit der beliebige Hinter- und Untergründe erzeugt werden können.

    Durch das veränderte Foto entsteht der Eindruck, Merz habe gar nicht wirklich in dem Supermarkt gestanden. 36 Stunden später wies der User auf Twitter nochmals daraufhin, dass es sich um eine Fotomontage handle – was im übrigen auch an vielen Stellen leicht zu erkennen ist, zum Beispiel an den fehlerhaften "Löchern" im Einkaufskorb. Dennoch: Seitdem wird das Bild in rechten Netzwerken und unter Verschwörungstheoretikern verbreitet mit Hinweisen, man könne Politikern in der Coronakrise nicht trauen. Diese Posts werden hundertfach ungeprüft geteilt.

    13. Mai – Positive Corona-Tests bei Papaya in Tansania?

    Ein irreführendes Video, das den Präsidenten von Tansania, John Magufuli, bei einer Rede zeigt, macht derzeit die Runde. Laut englischen Untertiteln vermutet der Präsident, jemand treibe ein "schmutziges Spiel mit den Tests". Die Regierung habe in seinem Auftrag bei Ziegen, Schafen, Vögeln, Papayas und Motoröl Sars-Cov-2-Abstriche gemacht. Diese habe man an medizinische Laboren zur Auswertung gegeben. Positiv auf Sars-Cov-2 getestet seien demnach zum Beispiel die Probe einer Papaya, einer Ziege und eines Vogels. Den PCR-Tests - so die scheinbar klare Botschaft des Videos - könne man nicht trauen: Sie lieferten zufällig falsche Ergebnisse oder die Tests selbst seien verunreinigt.

    Aber: Ein Beleg für eine mögliche Unzuverlässigkeit von PCR-Tests ist das Video nicht. Zu den tatsächlichen Umständen der angeblichen Tests gibt es nämlich keine Information. Die Afrika-Leiterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti, reagierte und sagte:

    "Wir sind überzeugt, dass die Tests, die gestellt wurden und die auf dem internationalen Markt sind, (...) nicht mit dem Virus kontaminiert sind." In Deutschland gibt es eigene Versuche zur Zuverlässigkeit von PCR-Tests, auf die Labormediziner hinweisen." Matshidiso Moeti, Afrika-Leiterin WHO

    Der Versuch hat sich damit befasst, wie gut sind die Testsysteme für die PCR-Diagnostik in Deutschland, sind sie ausreichend empfindlich und ausreichend spezifisch. Da kann man sehen, dass die Testergebnisse für diesen Versuch außerordentlich gut sind", sagte zum Beispiel Michael Müller von den Akkreditierten Laboren in der Medizin e.V.. Zuständig für die Zulassung von Medizinprodukten in Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut. Im Zusammenhang mit dem Video aus Tansania heißt es dort, dass falsch positive Ergebnisse vor allem durch Fehler oder unsauberes Arbeiten im Labor entstehen.

    Auf das Video aus Tansania bezieht sich auch der Sinsheimer Mediziner und Youtuber Bodo Schiffmann. Seit Monaten zählt Schiffman zu den am häufigsten genannten Namen, wenn es um die Kritik an den Corona-Entscheidungen von Bund und Ländern geht. In einem #Faktenfuchs checken wir die zentralen Behauptungen des Arztes. Schiffman ist Mitgründer der Bewegung "Widerstand2020". Eine Gruppe, die auch Anhänger von Verschwörungsmythen anzieht und Teil eines Spektrums ist, in dem häufig Desinformation verbreitet wird.

    13. Mai: "Analyse" aus Innenministerium spiegelt nur Meinung eines Mitarbeiters

    Auf vielen Plattformen der "Alternativen Medien" und in Telegram-Kanälen von Kritikern der Corona-Maßnahmen wird über eine angebliche "Analyse" aus dem Innenministerium berichtet. Der Autor dieses Papiers bezeichnet die Warnungen vor der Corona-Pandemie als "Fehlalarm" . Darüber hinaus fordert er, die geltenden Maßnahmen "vollständig aufzuheben". Das Schreiben trägt den Namen "KM4 Analyse des Krisenmanagements". Jedoch verfügte der Mitarbeiter - wie die Bundesregierung mehrfach betonte - u keinerlei direkte Einblicke in die Krisenstäbe der Bundesregierung. Sein Papier sei außerdem keine „Analyse“, sondern spiegele ausschließlich die Privatmeinung eines Mitarbeiters, so Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Der Mitarbeiter ist mittlerweile freigestellt.

    Kritiker der Corona-Maßnahmen bezeichnen den Urheber der "Analyse" fälschlicherweise als Whistleblower. Der Urheber veröffentlichte keine geheimen Informationen, sondern griff ausschließlich auf öffentlich zugängliche Artikel oder Pressemitteilungen zurück. Hier ein ausführlicher Text über das "Fehlalarm"-Papier.

    6. Mai - Warum es keine Impfpflicht wegen Corona gibt

    Begriffe wie "Impfpflicht" oder "Zwangsimpfung" kursieren derzeit stark. Dabei ist eine "Impfpflicht" derzeit nicht vorgesehen - auch weil es noch keinen Impfstoff gegen das neue Coronavirus (Sars-COV-2) gibt. Gesetzlich sind einer "Impfpflicht" zugleich enge Grenzen gesetzt, wie dieser #Faktenfuchs ausführlich darlegt.

    Das Infektionsschutzgesetz ermöglicht nämlich nur für "bedrohte Teile" der Bevölkerung eine "Impfpflicht" - wobei der Bundesrat einer solchen Pflicht zustimmen muss. Nicht in der Diskussion ist derzeit eine umfassende "Impfpflicht" für einen möglichen Corona-Impfstoff. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) setzt auf Freiwilligkeit. Außerdem steht eine grundsätzliche "Impfpflicht" laut Experten im Gegensatz zu Artikel 2 des Grundgesetzes. Sie ist nur in Ausnahmefällen zu rechtfertigen. Die Rede von einer "Zwangsimpfung", wie sie von Impfgegnern und Anhängern von Verschwörungsmythen verbreitet wird, basiert nicht auf Fakten.

    5. Mai - Wie "IBAM" Desinformation nutzt

    Zu den Akteuren, die während der Corona-Pandemie mit irreführenden Informationen auch eine "Infodemie" schaffen, gehört nach einer Analyse des #Faktenfuchs auch die Webseite Ichbinanderermeinung.de, kurz IBAM. Der Analyse zufolge sind zahlreiche Aussagen, die auf ichbinanderermeinung.de zum Coronavirus stehen, als Desinformation einzuordnen. Einige Hinweise darauf sind: IBAM-Sprecher Lothar Hirneise gab bereits verschwörungstheoretischen Medien wie KenFM und Rubikon Interviews.

    Viele der Text-Beiträge auf der Seite greifen bekannte Corona-Mythen auf. Informationen wie die, dass RKI "verweigere" Obduktionen, sind veraltet und bleiben über einen längeren Zeitraum hinweg unkorrigiert. Andere Aussagen wie die Behauptung, man dürfe in Deutschland nicht alleine spazieren gehen, sind falsch. Um den Eindruck zu erwecken, dass viele Menschen hinter IBAM stecken, hat IBAM sein Logo in ein Foto von einer anderen Demonstration montiert. So kann der Eindruck entstehen, all diese Personen seien tatsächlich Unterstützer der Bewegung.

    © BR Grafik

    "IBAM" zählt zur Menge an Desinformation zu Corona

    30. April: Will Bill Gates der gesamten Menschheit einen schädlichen Impfstoff verabreichen?

    Zu Bill Gates, der mit seiner Frau eine Wohltätigkeitsstiftung leitet, kursieren während der Corona-Pandemie viele Behauptungen und Gerüchte. In einem tausendfach geklickten Youtube-Video von einem Kanal ohne Impressum und Klarnamen gibt die Sprecherstimme Bill Gates so wieder: "Die Welt werde erst zur Normalität zurückkehren, sobald man der gesamten Menschheit einen Impfstoff verabreicht habe." Viele Menschen, so der Sprecher des Videos weiter, vermuteten hinter Gates Einsatz für einen Impfstoff eine "Depopulations-Agenda". Die Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffes würden auf lange Sicht schlimmer sein als die eigentliche Pandemie. Diese Darstellung erweckt den Eindruck, Gates wolle allen Menschen einen schädlichen Impfstoff verbreichen und die Menschheit reduzieren. Die Nebenwirkungen des Impfstoffs, den Gates angeblich will, seien schrecklicher als die Corona-Pandemie.

    Dass die Bill & Melinda Gates Stiftung Geld für die Entwicklung eines Impfstoffs gibt, stimmt. Aber die zitierte Aussage von Bill Gates lautet im Original "It is fair to say things won’t go back to truly normal until we have a vaccine that we’ve gotten out to basically the entire world" und stammt aus einem Interview von April 2020. Eine korrektere Übersetzung wäre: "Man kann durchaus sagen, dass die Dinge erst dann wieder wirklich normal werden, wenn wir einen Impfstoff haben, den wir nahezu der ganzen Welt zur Verfügung gestellt haben."

    Die starke Übersetzung "verabreichen" geben der Satz selbst im Original und der Kontext nicht her. Denn im Interview ging es zuvor darum, ob es bei nur einer Infektionswelle bleiben würde, wenn alle Maßnahmen des Shutdowns und des Testens eingehalten würden. Gates antwortete, dass man noch nicht wisse, wie saisonal das Coronavirus sei.

    Die Behauptung, dass Impfstoffe, die derzeit zum Schutz vor dem Virus Sars-Cov-2 gesucht werden, schlimmere Wirkungen haben könnten als das Virus selbst, entbehrt jeder Grundlage. Impfstoffe werden, bevor sie eingeführt werden, geprüft, in vorgeschriebenen Entwicklungs- und Prüfverfahren.

    © BR intern

    Rauchen schützt vor Corona? Das behaupten jetzt einige User im Netz

    22. April: Schützt Rauchen vor Corona?

    Verschiedene Medien berichten über eine Studie, die einen solchen Zusammenhang untersucht. Auf Twitter behaupten deshalb bereits manche User "Rauchen schützt vor Corona!". Aber Achtung: Dass Nikotin vor einer Corona-Infektion schützen könnte, ist bisher nur eine Hypothese, der französische Wissenschaftler nachgehen. Sollte man deshalb jetzt mit dem Rauchen anfangen? Nein!

    Anlass für die Untersuchung war die geringe Zahl der Raucher unter den Covid-19-Patienten - weltweit liegt die Rate laut mehreren Studien zwischen 1,4 und 12,5 Prozent. Ein genaueres Bild bringt nun eine neue Studie aus Frankreich: Beobachtet wurden 500 Covid-19-Patienten, darunter 350 im Krankenhaus behandelte Menschen und 150 Patienten mit einem leichteren Krankheitsverlauf. Nur fünf Prozent der Erkrankten waren Raucher, erklärte der Studienleiter und Professor für Innere Medizin, Zahir Amoura, der Nachrichtenagentur AFP. Das seien 80 Prozent weniger Raucher unter den Covid-Patienten als in der allgemeinen Bevölkerung in der Alters- und Geschlechtskohorte.

    "Die Hypothese ist, dass Nikotin an Zellrezeptoren anhaftet, die vom Coronavirus genutzt werden und damit die Anhaftung des Virus verhindert", sagt Professor Jean-Pierre Changeux vom Institut Pasteur und dem Collège de France. Somit könne das Virus nicht in die Zellen eindringen und sich im Organismus ausbreiten.

    Laut Professor Amoura soll nun im Pariser Krankenhaus La Pitié-Salpêtrière mit verschieden dosierten Nikotinpflastern erforscht werden, ob zum Beispiel Pflegekräfte präventiv mit einem Pflaster geschützt und Patienten damit behandelt werden können. Für die Studie muss Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran jedoch noch grünes Licht geben.

    Gregor Zimmermann, Leiter der Pneumologie am Klinikum Rechts der Isar der TU München, hält von der Studie wenig: Die Ergebnisse seien noch sehr vorläufig und anhand der Probandenzahl nur bedingt aussagekräftigt.

    Und selbst wenn sich herausstellen sollte, dass einer von vielen möglichen Mechanismen im Reagenzglas "aus einer Laune der Natur heraus" bei einer Corona-Infektion durch Nikotin beeinflusst wird, werden durch Nikotin viele Folgen einer Corona-Infektion schlimmer. Daher ist es keine gute Idee, einen Stoff dafür zu verwenden, der so viele schädliche Wirkungen habe. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum macht Nikotin körperlich und psychisch abhängig, ist giftig, greift in das Immunsystem ein und ist wahrscheinlich krebsauslösend.

    In der Studie werden nun Nikotinpflaster getestet. Noch weniger geeignet zur Prävention sind sicherlich Zigaretten. Denn beim Rauchen inhaliert der Mensch nicht nur Nikotin, sondern auch noch jede Menge andere schädliche Inhaltsstoffe. Von den über 5300 verschiedenen Substanzen im Tabakrauch, die überwiegend erst beim Verbrennen des Tabaks entstehen, sind nach Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums mindestens 250 giftig oder krebserzeugend.

    Zimmermann warnt auch: Wenn Raucher sich mit Corona infizieren, nehme die Krankheit aufgrund der bereits geschädigten Lunge häufiger einen schwereren Verlauf. Darauf deuten Daten chinesischer Forschergruppen hin; der BR berichtete. Auch das RKI führt Raucher als Risikogruppe auf.

    17. April: Wer hat den mutmaßlichen Corona-Brennpunkt Starkbierfest Rosenheim erlaubt?

    Der Linken-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat hat am Donnerstag auf Twitter dem bayerischen Ministerpräsidenten Söder fälschlicherweise vorgeworfen, das Rosenheimer Starkbierfest im März noch erlaubt zu haben. Das Fest steht im Verdacht, eine Welle von Infektionen ausgelöst zu haben.

    Allerdings war für die Erlaubnis, zu feiern, zunächst das Ordnungsamt der Stadt Rosenheim zuständig. Das Gesundheitsamt Rosenheim hatte der Stadt zuvor zwar empfohlen, das Fest abzusagen. Doch die Stadt sah nach eigenen Angaben zunächst keine rechtliche Handhabe, wie damals die dpa berichtete.

    Deshalb lief das Fest drei Tage lang. Der Veranstalter brach das Fest - nach dem Beginn am 6. März - am 9. März ab. An dem Tag, an dem auch bekannt wurde, dass sich der bayerische Koalitionsausschuss darauf einigte, dass die Staatsregierung wegen der Ausbreitung des Coronavirus Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen verbieten werde. Der Vorwurf, Söder habe das Fest erlaubt, geht damit ins Leere.

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    Falschinformation zu Sonne und Corona auf Twitter

    16. April: Nein, UV-Strahlung hilft nicht gegen Covid-19

    Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor UV-Strahlen als Mittel gegen Corona. Denn falsche Schlüsse zu UV-Strahlung als Mittel gegen Corona ziehen aktuell ihre Kreise. In letzter Zeit häuften sich Meldungen über einen möglichen Zusammenhang zwischen UV-Strahlung und der Eindämmung des Corona-Virus, schrieb das BfS in einer Mitteilung. "Was dabei oft nicht deutlich gesagt wird: Es geht in diesen Meldungen allein um die Keimfreiheit von Oberflächen oder Sachen, es geht nicht um eine Abtötung des Virus auf oder in Lebewesen", stellte die Behörde klar und warnt eindeutig davor, sich intensiver UV-Strahlung auszusetzen, um das Corona-Virus loszuwerden.

    "Wer denkt, Sonnenstrahlen würden den Virus in uns abtöten und damit COVID-19 heilen, irrt", heißt es in der Mitteilung. Vielmehr könne UV-Strahlung auch dazu führen, dass die körpereigene Immunabwehr unterdrückt wird. Relevant in Bezug auf Viren ist die UV-C-Strahlung. Diese töte zwar Viren und Bakterien ab, deshalb lasse sich künstlich erzeugt in UV-C-Lampen nutzen, um etwa steril zu haltende Arbeitsplätzen von Laboren zu entkeimen. Aber: Für den Menschen ist UV-C-Strahlung schädlich - wie UV-A- und UV-B-Strahlung. "Keinesfalls sollte man in UV-C-Lampen hineinsehen, darunter stehen oder auch nur Körperteile darunter halten", schrieb die Behörde. Natürliche UV-C-Strahlung erreicht die Erdoberfläche allerdings gar nicht.

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    ÖDP-Europaabgeordneter verbreitet Desinformation zu 5G und Corona

    09. April: Desinformation über Zusammenhang von 5G und Corona

    Gerüchte über einen angeblichen Zusammenhang zwischen der Corona-Pandemie und der Mobilfunktechnik 5G schüren aktuell Ängste in Teilen der Bevölkerung. Die Behauptungen sind jedoch nicht bewiesen - es gibt keine bekannten Wirkmechanismen, die einen Zusammenhang erklären könnten.

    So behauptet - zum Beispiel - der ÖDP-Europaabgeordnete Klaus Buchner, 5G schwäche das Immunsystem und fördere die Verbreitung des Virus. Solche Aussagen bezeichnete Simon Clarke, Zellbiologe der Universität von Reading in Großbritannien, im Interview mit der BBC als "Quatsch". Zwar könne Strahlung grundsätzlich den Körper aufheizen. Aber das Energieniveau von 5G-Strahlen ist seiner Meinung nach nicht annähernd stark genug, um das Immunsystem zu beeinflussen.

    So sieht das auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Den deutschen Forschern zufolge fehlen generell wissenschaftliche Hinweise darauf, dass elektromagnetische Felder eine Wirkung auf die Ausbreitung von Viren haben könnten. Weder aus der Biologie noch aus der Physik gibt es Anhaltspunkte für mögliche Wirkmechanismen, wie das BfS auf eine BR24-Anfrage antwortete. Die Gerüchte um einen angeblichen Zusammenhang von Corona und 5G fallen allerdings auf einen idealen Nährboden. Denn die Debatte über die Gefahren von 5G-Mobilfunktechnik wird ohnehin heftig geführt. Ein Teil der Bevölkerung macht sich Sorgen vor der zusätzlichen Handystrahlung und Mobilfunkgegner sind auch im Internet sehr aktiv - während aktuell die Corona-Pandemie den Meinungsaustausch über soziale Medien anfeuert. Einen Überblick zum Stand der Forschung in Bezug auf Gesundheitsrisiken durch Mobilfunk bietet dieser #Faktenfuchs.

    09. April: Nein, Asylbewerber erhalten nicht "ohne Wenn und Aber" ein Bleiberecht

    In einem Facebook-Post behauptet der bayerische Bundestagsabgeordnete Martin Sichert (AfD), dass Asylbewerber derzeit "ohne Wenn und Aber ein Bleiberecht und eine lebenslange Alimentierung vom deutschen Sozialstaat" erhielten. Dabei handelt es sich um eine Falschmeldung, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf BR24-Anfrage mitteilt.

    Anlass für Sicherts Äußerung ist ein Bericht auf dem Online-Portal "Tichys Einblick". Sichert hatte den Artikel in seinem Facebook-Post verlinkt. In dem Artikel wird über eine Aussetzung der Zustellung negativer Asylbescheide berichtet. Das Bundesamt verzichte aktuell auf die Zustellung, da es aufgrund der "Corona-Pandemie und der zur Verhinderung einer weiteren Verbreitung ergriffenen Maßnahmen schwierig sein kann, eine Rechtsberatung oder anwaltliche Vertretung in Anspruch zu nehmen".

    Sprich: Aufgrund der Kontaktbeschränkungen können Asylbewerber keinen Kontakt zu Anwältinnen oder Anwälten aufnehmen. Um ein rechtsstaatliches Verfahren sicherzustellen, muss der Zugang zur Rechtsberatung jedoch gegeben sein.

    Ein Sprecher des BAMF betont auf BR24-Anfrage, dass Menschen keinesfalls „ohne Wenn und Aber ein Bleiberecht“ erhalten:

    "Das BAMF trifft auch weiterhin Asylentscheidungen. Ablehnende Bescheide werden etwas später zugestellt. Das bedeutet nicht, dass jeder Antragstellende automatisch Schutz bekommt." Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

    Aufgrund der Corona-Pandemie und der dadurch geltenden Kontaktbeschränkungen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF) bereits am 20. März beschlossen Anhörungen von Asylbewerbern nicht mehr persönlich durchzuführen.

    Auf die Frage wann das BaMF zum regulären Betrieb zurückkehren könnte, heißt es: "Das Bundesamt wartet die weitere Entwicklung der infektionsschutzrechtlichen Vorgaben ab und wird seine Anhörungspraxis bei Bedarf hieran anpassen."

    © Screenshot/ Grafik BR24

    Der bayerische Bundestagsabgeordnete Martin Sichert verbreitet auf seiner Facebook-Seite eine Falschmeldung

    8. April: Fest mit 50.000 Muslimen findet nicht statt

    Eine BR24-Userin hatte behauptet, in Dortmund würde zur Fastenzeit der Muslime auch in diesem Jahr das sogenannte dreiwöchige "Festi Ramazan" mit über 50.000 Menschen (01.05 - 24.05.2020) auf engstem Raum stattfinden. Andere User posteten dazu einen Artikel eines rechten Blogs, in dem ebenfalls behauptet wurde, das Fest fände auch in diesem Jahr trotz Corona-Beschränkungen statt. Das ist schlichtweg falsch. Die Stadt Dortmund hat am Montag via Twitter erneut darauf hingewiesen, dass der Veranstalter das Fest – der Stadt gegenüber – schon vor einiger Zeit abgesagt hatte.

    Wie der WDR berichtete, steht die Entscheidung bereits seit vergangener Woche fest. Allerdings sei es zu Irritationen gekommen, weil der Ausrichter die Absage auf der Internetseite des Festes erst am Dienstag bekanntgegeben hatte. Laut Veranstalter gebe es dafür aber eine Erklärung. Der Homepage-Administrator habe die letzten Wochen im Ausland in Quarantäne verbracht. Wie die Veranstalter auf BR24-Nachfrage bestätigten, soll das nächste "Festi Ramazan" erst im Jahr 2021 stattfinden.

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    Falsche Behauptung: Das "Festi Ramadan" in Dortmund findet in diesem Jahr nämlich nicht statt.

    07. April: Unbestätigt - Arzt aus den USA behauptet Medikament mit fast 100 Prozent Heilungsquote für Corona zu haben

    In einem offenen Brief an den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump behauptet der Arzt Vladimir Zelenko aus dem Bundesstaat New York eine Behandlungsmethode entwickelt zu haben, die zu einer angeblich fast 100-prozentigen Erfolgsquote bei der Behandlung von Covid-19 Patienten geführt habe. Dazu verabreiche er fünfmal täglich einen Mix aus Hydroxychloroquin, Azithromycin und Zinksulfat.

    In Deutschland griff das Online-Portal "Epoch Times" die Meldung auf. Das Portal berichtet darüber, dass der Arzt "699 Patienten von 700 erfolgreich behandelt hat". Die Behauptung wird in dem Beitrag zunächst nicht hinterfragt. Später im Text heißt es, dass "Kritiker sowohl Dr. Zelenko als auch US-Präsident Trump beschuldigen, wissenschaftlichen Ergebnissen vorauszueilen".

    Richtig ist, dass die Forschung unter anderem auf das Mittel Hydroxychloroquin setzt. Weltweit halten Forscherinnen und Forscher diesen Wirkstoff, der unter anderem bei der Behandlung von Malaria eingesetzt wird, für besonders aussichtsreich. Abschließende Studien zur Wirksamkeit liegen jedoch noch nicht vor. Zugleich sind die Nebenwirkungen und Gefahren einer möglichen Behandlung in der Wissenschaft bekannt.

    Weite Verbreitung fanden die Behauptungen unter anderem weil Donald Trumps persönlicher Rechtsanwalt, der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, den Blogpost zu Vladimir Zelenkos "Erkenntnissen" auf Twitter teilte.

    Die US-amerikanischen Faktenchecker von "Snopes" sind den Behauptungen zu Dr. Zelenko nachgegangen. Sie schreiben, dass Zelenko kein Studiendesign vorlegt und seine Daten nicht zugänglich macht, weswegen seine Arbeit nicht kritisch überprüft werden könne. Entsprechend beurteilen die Faktenchecker von Snopes die Behauptung als "unbestätigt".

    7. April - Sagt die Serie "My Secret Terrius" von 2018 die jetzige Corona-Pandemie voraus?

    Eine südkoreanische Serie auf Netflix aus dem Jahr 2018 soll den aktuellen Coronavirus-Ausbruch vorhergesagt haben. Diese Behauptung verbreitet sich über diverse Social Media-Kanäle. Über Twitter zum Beispiel, wie eine einfache Suche zeigt, aber auch über Whatsapp, wie uns ein Leser schrieb. Er bat um einen Faktencheck. "Ich finde es beunruhigend und kann nicht glauben, dass es echt ist", schrieb er uns.

    In der Folge 10 der ersten Staffel von "My Secret Terrius" wird über Coronaviren gesprochen. Daraus ziehen einige Schlüsse, die nicht haltbar sind. Zu den Gerüchten gehört, das Virus sei absichtlich verändert worden, um tödlicher zu sein; oder dass das Virus vor dem Ausbruch bekannt gewesen sei und man die Bevölkerung ihm absichtlich ausgeliefert habe.

    Diverse Gruppen von Faktencheckern haben diese Behauptungen bereits widerlegt, etwa Mimikama oder Snopes. Die Serie ist erstens Fiktion und greift zweitens darauf zurück, dass die Familie der Coronaviren tatsächlich schon länger bekannt ist. In der Serie wird aber nicht von dem tatsächlich kursierenden und neuartigen Sars-Cov-2 gesprochen.

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    Zum Beispiel auf Twitter verbreiten sich Gerüchte zu "My Secret Terrius"

    7. April: Wegen zu viel Falschinformation schränkt Whatsapp Weiterleitungsfunktion ein

    WhatsApp hat in einem Eintrag des Unternehmens-Blogs angekündigt, die Funktionsweise des Messengers zu ändern. Nun soll es Nutzern nur noch möglich sein, eine Nachricht an eine Person weiterzuleiten. Grund für diesen Schritt sei die "Verbreitung von Fehlinformationen" rund um die Corona-Pandemie.

    Unter Experten gelten Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Telegram derzeit als Hauptverbreitungsweg von Desinformation. Schon in den vergangenen Jahren hatte WhatsApp auf die Kritik reagiert und sowohl die Gesamtzahl an Teilnehmern von WhatsApp-Gruppen limitiert als auch die Weiterleitungsfunktion adaptiert: Wenn eine Nachricht öfter als fünfmal weitergeleitet wurde, hat WhatsApp sie mit einem Doppelpfeil-Symbol versehen.

    Facebook, der Mutterkonzern von WhatsApp, geht derweil andere Wege. Erkennen die Faktenchecker von Facebook Falschinformationen auf der Plattform, so werden diese gekennzeichnet. User müssen einen Hinweis, dass es sich um Falschinformation handelt, zuerst wegklicken.

    YouTube, ein Tochterunternehmen von Google, blendet unter Videos mit Corona-Bezug eine Weiterleitung zur Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ein.

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    Gerüchte und Falschmeldungen zu Corona verbreiten sich so schnell wie das Virus selbst. Der Faktenfuchs checkt sie laufend.

    2. April: Nein, im Klinikum Rechts der Isar ist nicht "alles ruhig" - aber es ist auch "nicht überlastet"

    In einem Video, das derzeit über Messaging-Dienste wie Telegram verbreitet wird, behauptet eine Frau, dass im Münchener Klinikum Rechts der Isar "alles ruhig" und "alles entspannt" sei. Die Frau, die sich selbst mit dem Smartphone filmt, steht nachts vor dem Haupteingang des Klinikums. Als Beweis gibt sie an mit zwei Krankenschwestern gesprochen zu haben, die ihr bestätigt hätten, dass die Situation ruhig sei.

    Trotz der Aufforderung nicht zu filmen, befragt die Frau einen Mitarbeiter des Klinikums am Haupteingang, der ebenfalls angibt, dass das Klinikum nicht überlastet sei. Die Frau scheint das als Beweis für eine angebliche Panikmache im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu werten.

    Auf Nachfrage von BR24 bestätigt eine Sprecherin des Krankenhauses, dass das Video mittlerweile bekannt sei. Man habe sich auf Facebook zu dem Fall geäußert. Es handle sich um eine Falschinformation.

    Denn: Es herrsche kein Chaos, aber man nehme die Corona-Pandemie durchaus wahr, so eine Sprecherin. Bereits vor Wochen habe man angefangen sich auf die Corona-Pandemie einzustellen und entsprechende Vorbereitungen getroffen, um "Intensivpatient*innen aller Art entsprechend zu versorgen", so die Sprecherin.

    Aktuell (Stand 1. April) behandle das Klinikum "70 Patient*innen mit Covid-19", davon seien "gut ein Drittel davon auf der Intensivstation", so die Sprecherin weiter. man habe jedoch "Kapazität für wesentlich mehr Patient*innen."

    Die aktuellen Kapazitäten des Klinikums Rechts der Isar sowie zahlreicher weiterer Krankenhäuser finden sich auf einer vom Robert Koch Institut initiierten Homepage. Die Seite wird laufend aktualisiert.

    1. April: Verkürzung der Sommerferien in Bayern ist Fake

    In den sozialen Medien kursiert der Screenshot eines vermeintlichen Spiegel-Artikels. Allerdings sind nur drei Zeilen zu lesen, darin heißt es, Zitat: "Aufgrund des durch den Coronavirus ausgefallenen Unterrichts in den 3 Wochen vor Ostern, haben sich der Kultusminister zusammen mit der Staatsregierung auf eine Kürzung der Sommerferien an bayerischen Schulen um 3 Wochen geeinigt." Bei dem Screenshot handelt es sich um einen Fake.

    Bayerns Kultusminister Michael Piazolo äußerte sich in einer Pressemitteilung: "Derartige missglückte Aprilscherze mitten in der Corona-Krise sorgen nur für Unruhe und Verunsicherung. In einer Zeit, in der alle Beteiligten auf verlässliche Informationen und Unterstützung seitens der staatlichen Behörden angewiesen sind, sind solche Aktionen unverantwortlich." Auch der "Spiegel" warnte vor dem Fake-Screenshot. Einen solchen Artikel habe es auf der Seite des Magazins nie gegeben:

    1. April: Video von rechtem Blogger über Berliner Klinikum ist Desinformation

    Im Netz verbreitet sich ein Video des rechten Bloggers Billy Six. In dem Video filmt Six einen leeren Aufenthaltsbereich des Berliner Virchow-Klinikums, eine Zweigstelle der Charité. In dem Video behauptet der rechte Blogger, dass die Corona-Krise von Politik und Medien übertrieben werde, da im Klinikum "gar nichts los" sei. Auf Nachfrage erklärt eine Sprecherin der Charité: "Die Aufnahmen sind tatsächlich am Campus Virchow-Klinikum entstanden, jedoch handelt es sich hierbei nicht um die Charité-Untersuchungsstelle für Covid-Verdachtsfälle."

    Die Charité-Untersuchungsstelle befinde sich in einem extra separierten Gebäudeteil am Campus Virchow-Klinikum. Nur dort würden COVID-19-Testungen durchgeführt, zur Zeit seien es täglich rund 100 Fälle. Die Untersuchungsstelle ist nur eine von insgesamt acht Corona-Untersuchungsstellen in Berlin. Die Aufnahmen des Bloggers seien ohne Genehmigung der Charité erfolgt, man habe deshalb bei den zuständigen Behörden Strafanzeige gestellt.

    Das Video von Billy Six hatte mehrere hunderttausend Abrufe und wurde wiederholt von Youtube und Facebook aufgrund von Verstößen gegen die Community-Regeln gelöscht. Kopien davon verbreiten sich weiter. Die Kollegen des ZDF bezeichnen Six' Video als "voll von Verschwörungstheorien, Halbwahrheiten, wissenschaftlich nicht bewiesene Behauptungen und Stimmungsmache gegen die sogenannten Staatsmedien."

    © Quelle: Screenshot Youtube

    Ein rechter Blogger betreibt mit einem Video über ein Berliner Klinikum Desinformation.

    💡 Was macht der #Faktenfuchs?

    Der #Faktenfuchs ist das Faktencheck-Format des Bayerischen Rundfunks. Wir gehen Gerüchten auf den Grund - und wir beantworten Fragen. Die Journalistinnen und Journalisten im #Faktenfuchs-Team klären absichtlich verbreitete Falschmeldungen oder sich haltende Gerüchte auf. Die Ideen für unsere Artikel kommen vor allem aus den Social Timelines und Kommentarspalten. So erklärt sich die Vielfalt der Themen beim #Faktenfuchs: Politik, Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft, Landwirtschaft oder Medizin. Wirken Inhalte verdächtig oder tritt der Breaking-News-Fall ein, dann prüfen wir auch Bilder oder Videos auf ihre Echtheit und ihren Faktengehalt. Hier erklären wir das ausführlicher. Warum eigentlich “Faktenfuchs”? Wir arbeiten mit einer Software, dem "factfox". Sie hilft uns, die Fakten im Internet besser zu verbreiten.

    Dieser Text beschäftigt sich mit Verschwörungstheorien, Gerüchten und Behauptungen rund um das neu aufgetretene Coronavirus. Der Text wird laufend erweitert, wenn wir von neuen Verschwörungstheorien erfahren. Die älteren Einträge haben wir hier gesammelt.

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