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Corona-Warn-App steht zum Download bereit | BR24

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Corona-Warn-App steht zum Download bereit

Nach wochenlanger Entwicklungszeit, Debatten über Datenschutz und Freiwilligkeit ist die Corona-Warn-App an den Start gegangen. Zum Download gibt es sie seit der Nacht. Um 10.30 Uhr wird sie offiziell vorgestellt - BR24 überträgt live.

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Nach langen Vorbereitungen und teils heftig geführten Diskussionen ist die offizielle deutsche Warn-App für den Kampf gegen das Coronavirus an den Start gegangen. Die Bundesregierung stellt die neue Anwendung am Vormittag in Berlin vor. In den App-Stores von Google und Apple stand die Anwendung bereits in der Nacht zur Verfügung. Das Herunterladen soll für alle Bürger freiwillig sein, um mit Hilfe von Smartphones das Nachverfolgen von Infektionen zu erleichtern.

  • BR24 überträgt ab 10.30 Uhr die Vorstellung der App live.
  • Hier kann die Corona-Warn-App runtergeladen werden: Google und Apple
© Screenshot Google Play Store

So sieht die Corona-Warn-App aus

    Regierung verspricht hohen Datenschutz

    Die Regierung wirbt für eine breite Nutzung und verspricht hohen Datenschutz. Forderungen nach einem Gesetz lehnte sie ab. Ärzte unterstützen die neue App.

    "Das ist ein sehr sinnvolles Instrument." Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer

    Die App sorge auf einfache Weise dafür, Infektionsketten zu erkennen. "Sie ermöglicht aber auch, persönliche Vorsorge zu treffen - indem man sich bei einer entsprechenden Warn-Meldung testen lassen kann." Die App wirke natürlich nur dann, wenn man möglichst viele Menschen fürs Mitmachen gewinne. "Sie würde noch besser wirken, wenn man das System grenzüberschreitend in Europa gangbar machen könnte."

    Techniker-Chef: App kann keine Wunder vollbringen

    Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, nannte die App einen sinnvollen Baustein im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. "Es ist absolut sinnvoll, die Chancen der Digitalisierung für den Kampf gegen Corona zu nutzen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die App könne aber auch keine Wunder vollbringen, und sie ersetze natürlich weder Abstands- noch Hygieneregeln.

    Baas äußerte sich zugleich kritisch zur Rolle von Apple und Google. "Das Gesundheitswesen darf nicht in eine Abhängigkeitsfalle der großen US-Konzerne geraten - gerade, wenn es um den Umgang mit und die Nutzung von Daten geht."

    Auch die Vorsitzende des Spitzenverbandes der Krankenkassen, Doris Pfeiffer, begrüßte den Start. "Ein zentraler Baustein der Pandemiebekämpfung ist das Unterbrechen von Infektionsketten. Hier kann die neue Corona-App ein wertvoller Baustein sein", sagte Pfeiffer der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

    © BR

    Corona-Warn-App steht bereit

    Huml erwartet positiven Effekt im Kampf gegen Corona

    Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erwartet von der Corona-Warn-App einen positiven Effekt im Kampf gegen das Virus.

    "Die App ist ein neuer wichtiger Baustein, um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu halten." Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml

    Lauterbach: Niemand wird kontrolliert

    SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach versicherte, die Nutzung sei aus Sicht des Datenschutzes unbedenklich: "Niemand wird kontrolliert", sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Es werden nur Zahlencodes ausgetauscht. Von diesen Zahlen aus kann niemand auf die Person schließen. Der gesamte Vorgang ist anonym." Er verspreche sich "keine Wunder davon, aber eine Menge im Kampf gegen das Virus."

    Auch Kanzleramtsminister Helge Braun beschwor die Sicherheit des Programms. "Diese App ist so sicher, wie sie nur sein kann", sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal "t-online.de". Der Quellcode sei offengelegt worden, ein höheres Maß an Transparenz könne man kaum leisten.

    Lambrecht: App auch für Kinder zu empfehlen

    Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte, besonders Beschäftigte in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Arztpraxen zum Mitmachen zu sensibilisieren. Justizministerin Christine Lambrecht sagte den Funke-Zeitungen, aus ihrer Sicht sei die Warn-App für Kinder mit Smartphones genauso zu empfehlen wie für Erwachsene - das müsse aber jede Familie für sich selbst beurteilen.

    Der Deutsche Städtetag appellierte an die Nutzer der App, den Kontakt zum örtlichen Gesundheitsamt zu suchen, wenn die App ihnen eine Warnung anzeigt: "Damit können sie ein effizientes und zügiges Arbeiten der Gesundheitsämter unterstützen", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

    So funktioniert die App

    Die App kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie in der Nähe eines Infizierten waren. Kontaktdaten werden nicht - wie zunächst vorgesehen - zentral gespeichert, sondern nur auf den Smartphones. Die Entwicklungskosten betragen rund 20 Millionen Euro.

    Technische Probleme zu Beginn

    Nutzer klagten in sozialen Medien über Verzögerungen bei der Verfügbarkeit der App sowie über Probleme beim Herunterladen. Inzwischen scheinen die Startschwierigkeiten überwunden.

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