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Corona-Warn-App: Positive Bilanz mit Blick auf den Herbst | BR24

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Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen appeliert die Bundesregierung an die Bundesbürger, die Corona-Warn-App stärker zu nutzen. Bislang haben mehr 18 Millionen Nutzer die App auf ihr Smartphone runtergeladen.

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Corona-Warn-App: Positive Bilanz mit Blick auf den Herbst

Bei der Bundespressekonferenz haben Vertreter von Politik, Telekom und SAP eine positive Bilanz zu 100 Tagen Corona-Warn-App gezogen. Dennoch ist der Erfolg ausbaufähig: Zu viele Menschen nutzen die Corona-Warn-App noch nicht oder falsch.

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Auf der Bundespressekonferenz haben Vertreter von Bundesregierung und Privatwirtschaft die Corona-Warn-App als Erfolgsgeschichte bezeichnet und erneut auf starke Download-Zahlen verwiesen. Es sei allerdings weiter eine Herausforderung, noch mehr Menschen zur Nutzung der App zu bewegen.

Viele Downloads - aber nicht genug

Gesundheitsminister Jens Spahn rechnete vor: Mit 18 Millionen Downloads kommt die Corona-Warn-App bislang auf etwa so viele Downloads wie alle anderen europäischen Corona-Apps zusammen. "Das ist viel", betonte Spahn, und fügte direkt hinzu: "Aber das reicht uns nicht." Auch SAP-Chef Jürgen Müller betonte, dass die Nutzungszahlen noch deutlich unter dem Möglichen liegen: “Es gibt noch zig Millionen Menschen in Deutschland, die die Corona-Warn-App herunterladen könnten, es aber noch nicht getan haben.” Vor allem Nutzer von Android-Smartphones seien unterrepräsentiert.

Eine weitere Schwachstelle: Viele App-Nutzer mit positivem Testergebnis tragen ihr Ergebnis überhaupt nicht in die App ein. Dabei ist der Zweck der Corona-Warn-App eigentlich der, dass positiv getestete Menschen all jene vor einem Infektionsrisiko warnen, mit denen sie in den letzten Tagen Kontakt hatten. Bei einer solchen Warnung wird den Kontakten nicht mitgeteilt, wer in ihrem Umfeld positiv getestet wurde, nur dass es eine mögliche Ansteckungsgefahr gab.

Tatsächlich warnt aber bislang nur jede zweite Person mit Corona-Warn-App und positivem Testergebnis auch wirklich ihre Kontakte. Das ist stark ausbaufähig, und lässt womöglich zu, dass einzelne Infektionsketten unerkannt bleiben, die andernfalls hätten gestoppt werden können. "Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug, informieren Sie die Kontakte", appellierte Gesundheitsminister Jens Spahn. Bislang hätten dies schon 5.000 Menschen getan.

Ein technischer Erfolg

Trotzdem wurde bei der Veranstaltung in der Bundespressekonferenz vor allem der Erfolg der App betont. Vertreter von Politik, SAP und Telekom zogen eine positive Bilanz, verwiesen auf die starken Download-Zahlen und auf die kommende europäische Lösung: Schon im Oktober soll für die Corona-Warn-App entwickelte App-Infrastruktur in elf weiteren europäischen Ländern, darunter Österreich, an den Start gehen. Dann sollen die Apps der verschiedenen Länder auch in der Lage sein, miteinander zu kommunizieren. Das würde einen bisherigen Schwachpunkt der Corona-Warn-App angehen: Dass die App noch nicht im Ausland funktioniert.

Das zeige: Zumindest technisch ist die App ein klarer Erfolg. "Ich bin stolz darauf, dass in Deutschland Politik und Privatwirtschaft so gut zusammenarbeiten kann", sagte Telekom-Chef Timotheus Höttges. Die Telekom war gemeinsam mit dem Software-Konzern SAP für die Entwicklung der App verantwortlich. Auf technische Fehler habe man bislang gut und schnell reagiert. Trotzdem sah Höttges Verbesserungsbedarf bei der Bedienung und Verständlichkeit der App. Diese dürfte mitverantwortlich dafür sein, dass nicht aus jedem Download der Corona-Warn-App auch ein zuverlässiger Nutzer wird.

Blick in die Zukunft

Genau wie die Coronapandemie wird die Corona-Warn-App sicher auch in den nächsten Monaten den Alltag weiter begleiten. Das betonte auch Kanzleramtschef Helge Braun. Damit Deutschland im Herbst durch die Pandemie komme, seien viele Maßnahmen nötig: Abstand, Alltagsmasken, Lüften, aber eben auch die Corona-Warn-App.

Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales, appellierte vor allem an diejenigen, die sich bislang nicht sicher seien, ob sie die Corona-Warn-App installieren sollten. "Covid-19 kostet noch Leben und die App ist ein Baustein, Leben zu retten", sagte sie. Tatsächlich scheint es wissenschaftlich gesehen klar, dass eine breite Nutzung einer Kontakt-Tracing-App dafür sorgen kann, vor allem Begegnungen von Unbekannten (etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Restaurants) nachzuverfolgen und so Infektionsketten zu durchbrechen.

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