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Corona-Warn-App: Mehr als elf Millionen Downloads | BR24

© picture alliance/Revierfoto/dpa

Die Corona-Warn-App

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    Corona-Warn-App: Mehr als elf Millionen Downloads

    Seit einer Woche gibt es die Corona-Warn-App von Robert-Koch-Institut und Bundesregierung. Insgesamt knapp zwölf Millionen Mal wurde die App runtergeladen. Demnächst soll die Anwendung auch in Österreich und Italien nutzbar sein.

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    Vor einer Woche ist die Corona-Warn-App gestartet und wurde seitdem insgesamt 11,8 Millionen Mal runtergeladen. Das teilte das Robert-Koch-Institut auf Twitter mit. Bereits am Wochenende gab es mehr als zehn Millionen Downloads. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach in dem Zusammenhang in der "Bild am Sonntag" von einem "starken Signal von Geschlossenheit". Die App sei häufiger heruntergeladen worden als die "Corona-Apps aller anderen EU-Staaten zusammen", sagte Spahn.

    Die hohen Downloadzahlen gehen nach Informationen des ZDF vor allem auf Apple-Nutzer zurück. Demnach ist etwa die Hälfte aller Downloads im "App Store" von Apple erfolgt. Die andere Hälfte - rund fünf Millionen Downloads - machen Android-Nutzer aus. Das ist insofern überraschend, als dass Android auf dem deutschen Markt dominiert. Laut dem Bericht laufen etwa drei Viertel aller Smartphones in Deutschland mit dem Google-Betriebssystem. iOS kommt nur auf ungefähr ein Viertel.

    Auf Twitter schilderte Merlin Chlosta, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Uni-Bochum am Lehr­stuhl für Sys­tem­si­cher­heit, seine ersten Eindrücke zur Verbreitung der App im Alltag. Er sei positiv überrascht, wie viele Menschen, die App aktiv verwenden, schrieb Chlosta.

    App soll bald in Italien oder Österreich funktionieren

    Bisher funktioniert die Warn-App nur in Deutschland. Das soll sich laut Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) demnächst ändern. Er rechnet damit, dass die App noch vor der Hauptreisezeit auch in anderen Ländern nutzbar sein wird. "Wir denken, dass wir zum Beispiel Österreich, Schweiz, Italien noch vor der großen Sommerhauptreisezeit anbinden können, weil die ein sehr ähnliches Konzept verfolgen wie wir", sagte er im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk .   

    Schwieriger sei es zum Beispiel mit Frankreich, so Braun weiter. Denn dort würden die Daten an den Staat weitergegeben. "Wir müssen natürlich sicherstellen, dass durch den Kontaktaustausch, den wir zwischen Apps zweier Länder haben, nicht ein niedriges Datenschutzniveau entsteht."

    Das Software-Unternehmen SAP - das die App mitentwickelt hat - kündigte zudem an, dass die Warn-App demnächst auch in anderen Sprachen verfügbar sein soll. Laut SAP-Vorstand Jürgen Müller soll es beispielsweise in etwa vier Wochen eine Version in türkischer Sprache geben. Geplant seien zudem Versionen in Französisch, Arabisch, Russisch und Rumänisch.

    Auf älteren Smartphones läuft die App nicht

    Was in der ersten Wochen zunächst bei einigen Nutzer*innen für Verwirrung und dann für Ärger gesorgt hat, ist die Tatsache, dass die App auf älteren Geräten nicht funktioniert. Es muss jeweils mindestens iOS 13.5 beziehungsweise Android 6 installiert sein. Kanzleramtsminister Braun sagte im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, es liege nicht in der Hand der Politik, dass die App auf älteren Smartphones nicht laufe.

    Um viele Menschen in Deutschland, die noch über ein älteres Smartphone verfügen, nicht von der Verwendung auszuschließen, will die Bundesregierung bei Apple und Google erreichen, dass die Mindestvoraussetzungen heruntergeschraubt werden. Braun betonte, man sei im Kontakt mit den Herstellern, insbesondere Apple und Google.

    "Da haben wir noch keine Rückmeldung, aber wir sind da dran. Es ist natürlich ärgerlich, wenn man ein fünf Jahre altes Smartphone hat und dann kann man die App nicht mehr nutzen." Helge Braun, Kanzleramtsminister

    Ärger um Ausschluss von Nutzung

    Experten schätzen, dass zwischen zehn und 20 Prozent aller im Einsatz befindlichen Smartphones in Deutschland nicht die Mindestvoraussetzungen erfüllen.

    Kritik kam unter anderem von Grünen-Chef Robert Habeck. "Es ist wirklich ein Problem, dass die App nur auf neueren Smartphones läuft. Dadurch lässt sie ausgerechnet Ältere oder Menschen mit wenig Geld außen vor", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Auch sie müssen erfahren können, ob sie mit Infizierten Kontakt hatten. Die Bundesregierung muss jetzt alles dafür tun, dass möglichst alle Menschen die App nutzen können", so Habeck.

    Debatte um Äußerung von Dorothee Bär

    Für einen Shitstorm im Zusammenhang mit der Nutzbarkeit hatte die Äußerung von Dorothee Bär (CSU) gesorgt. Die Staatsministerin für Digitales hatte in einem Interview mit dem ZDF auf die Frage, ob sie darin nicht auch ein soziales Problem sehe, geantwortet:

    
"Manchmal ist es auch ein Problem der Bequemlichkeit. Es haben mich auch schon einige Berufsgruppen, die sich durchaus ein neues Handy leisten könnten, darauf angesprochen, dass die App für sie nicht verfügbar sei, weil sie noch ein iPhone 6 haben." Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales

    Das "Handelsblatt" riss dieses Zitat von Bär aus dem Zusammenhang, woraufhin ein Shitstorm gegen Bär losbrach. Ihr wurde unter anderem vorgeworfen, sie denke nicht an die sozial Schwächeren und unterstelle einigen Menschen, sie seien schlicht zu bequem, sich ein neues Handy zu kaufen. Die Zeitung hat sich inzwischen bei Bär entschuldigt.

    "Keine Belohnung, keinen Nachteil"

    Kanzlerin Merkel hatte am vergangenen Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast erneut für die freiwillige Nutzung der App geworben. Merkel sagte, die Anwendung sei "ein wichtiger Helfer, wenn es darum geht, Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen." Je mehr Menschen mitmachen würden, desto größer sei der Nutzen, so Merkel.

    Die CDU-Politikerin warb zudem um Vertrauen in den Datenschutz der Corona-Warn-App. Die Anwendung sichere die Privatsphäre, indem sie erzeugte Daten konsequent verschlüssele. Geodaten würden nicht erhoben, Daten nicht zentral gespeichert. Die App sei zudem absolut freiwillig. "Es gibt keine Belohnung für die Benutzung und keinen Nachteil, wenn sich jemand dagegen entscheidet", sagte Merkel.

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