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FAQ: Was Sie über die Corona-Warn-App wissen müssen | BR24

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Corona-Warn-App steht zum Download bereit

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FAQ: Was Sie über die Corona-Warn-App wissen müssen

Mit dem Smartphone gegen die Pandemie: Die Corona-Warn-App soll bei der Bekämpfung des Coronavirus helfen. Was bringt sie? Wie funktioniert sie? Kann das klappen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Nach langem Warten und vielen Verzögerungen steht die Corona-Warn-App hat die Corona-Warn-App Mitte Juni ihren Weg in die App-Stores gefunden.

    • Hier kann die Corona-Warn-App runtergeladen werden: Google und Apple
© Screenshot Google Play Store

So sieht die Corona-Warn-App aus

Was soll die App bringen?

Das tückische am Coronavirus ist, dass wir andere Menschen anstecken, ohne es zu wollen, weil wir gar keine Symptome haben. Ein Mittel, um die Verbreitung einzudämmen, ist es daher, Infizierten-Kontakte nachzuverfolgen, die sich dann beispielsweise testen lassen und sich gegebenenfalls in häusliche Quarantäne begeben können. So sollen Infektionsketten unterbrochen und die Pandemie eingedämmt werden.

Bisher geschieht diese Kontaktverfolgung oft noch analog und infizierte Personen müssen sich erinnern, wem sie länger begegnet sind. Danach versucht man die Kontaktpersonen zu erreichen. Saß man gemeinsam in einem Zug oder Konferenzraum, kennt man das Gegenüber manchmal gar nicht. Auch aus diesem Grund muss man im Moment in Restaurants Kontaktdaten auf Papierzetteln abgeben. Die geplante Corona-App soll die Kontaktnachverfolgung digital ergänzen – ohne auf das Gedächtnis des Infizierten angewiesen zu sein und ohne Zettelwirtschaft.

Neben diesen Funktionen soll es auch möglich sein, das Ergebnis eines Corona-Tests direkt in die App geschickt zu bekommen. Man muss also nicht zwingend auf einen Anruf warten.

Wie viele Menschen haben die Corona-Warn-App bereits installiert?

Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht hier die aktuellen Download-Zahlen. Allerdings ist diese Zahl nur bedingt aussagekräftig, um die Frage zu beantworten, wie viel Menschen die App tatsächlich nutzen. Handys können verloren gehen oder stillgelegt werden, manche Nutzer deinstallieren die App auch wieder. Legt man die anonymisierten Abrufe zu Grunde, die die Telekom auf ihren Servern gezählt hat, kann man von einer Nutzungsquote von etwa 80 % ausgehen.

Einen Richtwert für die Wirksamkeit der App liefert die Frage, wie oft sie genutzt wird, um andere zu warnen. Aufschlussreiches Datenmateriel finden Sie hier.

Wie funktioniert die App?

Die Kontaktnachverfolgung soll mit Hilfe der Bluetooth-Technologie geschehen. Genauer, mit dem Bluetooth Low Energy-Standard (BLE), das ressourcensparender arbeitet als herkömmliches Bluetooth. BLE sendet ein Signal über mehrere Meter. Das macht man sich bei einer Tracing-App zunutze. Jedes Handy, das die Corona-App installiert hat, kommuniziert so mit jedem anderen Handy.

So "weiß" Handy A, welche anderen Handys über einen längeren Zeitraum in seiner Nähe waren. Infiziert sich nun der Besitzer von Handy A, kann das Gerät an alle Handys, die länger in seiner Nähe waren und die App installiert haben, eine Warnung schicken. Die Besitzer der anderen Handys bekommen eine Push-Nachricht und können sich testen lassen. Weder die Handys noch die Besitzer oder Behörden wissen, wo das Treffen stattgefunden hat oder wer die beteiligten Personen sind. Klar ist nur, dass die Handy-Besitzer über längere Zeit und über eine relativ kurze Distanz Kontakt zu einander hatten und dass dabei eine Ansteckung passiert sein könnte.

Wie die App das Risiko genau berechnet und was "niedriges Risiko trotz Risiko-Begegnung" heißt, erklären wir hier.

© BR24

Endlich wird sie freigeschaltet, die Corona-Warn-App der Bundesregierung. Wie funktioniert sie? #fragBR24

Und das klappt wirklich?

Bluetooth kann Geräte in der näheren Umgebung erkennen und sich auf den Handys merken. Diese technische Komponente dürfte einigermaßen zuverlässig funktionieren, zumal ja ohnehin Treffen als Kontakt gewertet werden sollen, die mehrere Minuten andauern. Menschen, denen wir auf der U-Bahn-Rolltreppe oder beim Spazierengehen über den Weg laufen, gehören nicht dazu. Es geht nur um Personen, mit denen wir längere Zeit auf engem Raum waren, bei langen U-Bahnfahrten oder beim Essengehen etwa. Bei der Kalibrierung, bei der vor allem das Fraunhofer Institut in Erlangen federführend war, wurden verschiedene Situationen nachgestellt, etwa eine Zugfahrt oder eine Cocktailparty. So gelang des den Forschern, nach und nach die Messung präziser zu machen.

Klar ist aber auch: Bluetooth wurde dazu geschaffen beispielsweise Bluetooth-Köpfhörer kabellos mit Smartphones zu verbinden. Bluetooth wurde nicht geschaffen, um weltweite Pandemien aufzuhalten. Bluetooth zu benutzen, um Abstände zu messen ist eine kreative und datensparsame Lösung, die aber natürlich ihre Tücken hat. Das Software-Unternehmen SAP, das die App mitentwickelt hat, geht davon aus, dass das System zu 80 Prozent richtig liegt. Ein wenig grob ist das System vermutlich also schon, könnte aber nach und nach dazu lernen. Und über allem steht zudem die Tatsache, dass das bisherige System, das auf Gedächtnis und manueller Nachverfolgung basiert, vermutlich noch unzuverlässiger funktioniert.

Muss Bluetooth immer an sein?

Ja, nur dann kann die App arbeiten – sonst zeigt sie einen Warnhinweis. Eine Ausnahme gibt es für iOS-Nutzer: Wer Bluetooth über das Kontrollzentrum deaktiviert, schaltet es nicht komplett aus, die App kann weiterarbeiten. Komplett ausschalten geht dort nur über das Einstellungsmenü.

Muss die App immer geöffnet sein?

Nein, sie muss nicht extra geöffnet werden, sondern arbeitet im Hintergrund. Die relevante Schnittstelle ist mit der Installation der App und eingeschalteter Bluetooth-Funktion aktiv, bis sie gezielt deaktiviert wird.

Aber: Man muss der App erlauben, auch im Hintergrund aktiv zu sein. In den Einstellungen der App muss man hierfür den Regler "Priorisierte Hintergrundaktivität“ betätigen.

Was, wenn sich Menschen "zum Spaß" per App Corona-infiziert melden?

Wer positiv auf Corona getestet wurde, muss diesen Status bestätigen lassen, bevor man seine Kontakte informiert. Das soll über einen QR-Code geschehen, den man von einem Testlabor erhält oder über eine TAN, die man bei einer Telefonhotline erfragen kann. Gerade zu Beginn haperte es vor allem an der Anbindung der Labore an das System. Hier scheint sich die Situation nach und nach zu bessern, sodass Menschen, die anderen warnen wollen, nicht mehr auf die Hotline angewiesen sind.

Wie viele Nutzer müssen die App nutzen?

Ob die App ihren Zweck erfüllen kann, hängt letztlich aber vor allem an einem Faktor: der Zahl der Installationen. Experten weisen darauf hin, dass die App ab einer Adaptionsrate ab 15 Prozent helfen könnte, Corona einzudämmen. Klar ist: Eine App allein kann gegen Corona nicht helfen. Sie kann nur ein Baustein sein in einer größeren Anti-Corona-Strategie. Ein Ersatz für andere nicht-pharmazeutischen Maßnahmen zur Infektionskontrolle (Masken, Abstandhalten) ist sie nicht.

Warum dauerte die Entwicklung so lange?

Die Bevölkerung soll die App freiwillig nutzen. Daher müssen die Menschen Vertrauen in den Datenschutz der App haben. Auch deswegen haben sich die Verantwortlichen letztlich für eine dezentrale Speicherung der Daten gespeichert. Die ist sicherer, weil persönliche Daten wie der ID-Code des Nutzers und sein Gesundheitszustand nicht auf einem Server, sondern getrennt voneinander gespeichert werden. Eine dezentrale Datenverarbeitung ist allerdings für die Entwickler auch deutlich aufwendiger. Zudem dauerte auch die Entscheidung, ob die App dezentral oder zentral arbeiten soll, einige Zeit.

Ist die App Pflicht?

Nein. Das Warnsystem basiert auf freiwilligen Nutzern, niemand ist verpflichtet, eine entsprechende App zu nutzen. Auch eine gesetzliche Regelung, die bestimmte Freiheiten an die Nutzung der App koppelt ("Nur wer die App auf dem Handy installiert hat, darf wieder ins Freibad") ist derzeit nicht geplant. Grüne und Linke im Deutschen Bundestag fordern allerdings ein eigenes Tracing-Gesetz, um unter anderem auch sicherzustellen, dass Nicht-App-Nutzer nicht diskriminiert werden. Bislang ist umstritten, ob Privatpersonen oder Unternehmen die App zur Pflicht machen dürfen. Hier wird man gegebenenfalls entsprechende Gerichtsentscheidungen abwarten müssen.

Gibt es ein Mindestalter für die App?

Apple-Nutzer haben vielleicht bemerkt, dass bei ihnen im App-Store ein Mindestalter von 17 Jahren für die Nutzung der App angezeigt wird. Das hängt damit zusammen, dass es bei Apple keine Altersfreigabe ab 16 Jahren gibt. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht wies darauf hin, dass Menschen ab 16 Jahren die App von sich aus nutzen können, Jüngere aber die Einwilligung eines Elternteils bräuchten. Für Apple-Nutzer heißt das: Die Kindersicherung muss deaktiviert sein. Android-Nutzer haben keine Altersbeschränkung, die App ist im Google Play Store ab 0 Jahren freigegeben. Christine Lambrecht empfiehlt die App auch für Kinder. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat aus diesem Grund nach Erscheinen der App auch eine Lockerung des Handyverbots an Schulen ins Spiel gebracht.

Eine solche Lockerung ist in Bayern Anfang September beschlossen worden. Die Schüler dürfen ihre Handys im Unterricht anlassen. Allerdings müssen die Geräte stumm geschalten sein und "während des Unterrichts in der Schultasche verbleiben."

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Die Frage, wie man die App möglichst datenschutzfreundlich gestaltet, bestimmte von Anfang an die Diskussion zu dem Vorhaben. Nicht zuletzt daher hat sich die Bundesregierung für eine freiwillige Tracing-App entschieden, deren Daten dezentral gespeichert werden. Außerdem wurde bereits vor der Veröffentlichung der App, der Quellcode, also die Architektur der App, für alle zugänglich gemacht. So können Datenschützer, Bürger, Experten und Kritiker sich selbst ein Bild über die App machen. Experten wie etwa Redakteure von Heise.de haben das vorab getan und zogen ein insgesamt positives Fazit. Insgesamt sind Datenschützer und Bürgerrechtler mit der Corona-Warn-App zufrieden.

Die dezentrale Verarbeitung der Daten soll verhindern, dass Cyberkriminelle oder auch Behörden intime Daten eines Menschen abgreifen können. Kurz gesagt werden Identifikationsnummer, Bluetooth-Kontakte und Gesundheitszustand einer Person getrennt gespeichert. Wer also Zugriff auf einen Server hat, kann entweder nur ID-Nummern (ohne Namen dazu) auslesen oder nur Gesundheitszustände.

Hinzu kommt die grundsätzliche Entscheidung für eine Tracing-App statt für eine Tracking-App, wie sie etwa in Island, Israel oder Südkorea im Einsatz ist. Eine Tracking-App verfolgt ihren User und erstellt ein Bewegungsprofil: Sie weiß etwa, in welchen Supermärkten, Restaurants, U-Bahnen und Wohnungen ein User in den vergangenen 14 Tagen und warnt auf dieser Basis, wenn an einem dieser Orte zur gleichen Zeit auch ein Infizierter war. Auch diese Methode funktioniert theoretisch. Allerdings wollen viele Menschen nicht, dass eine App oder der Staat mitschneidet, wo sie sich aufhalten.

Eine Tracing-App, wie sie jetzt in Deutschland zum Einsatz kommt, merkt sich statt dem Standort eines Handys nur, welche anderen Handys in der Nähe sind. Diese Daten sollen nur auf dem Handy gespeichert werden, sind aber nicht für die User einsehbar. Zudem werden keine Namen anderer Handy-Besitzer gespeichert, sondern lediglich zufällige ID-Nummern, die sich zudem regelmäßig ändern, um eine Rückverfolgung zu verhindern. Es werden bei einer solchen Tracing-App letztlich also überhaupt kaum Daten generiert und diese noch dazu dezentral verarbeitet.

Warum hat auch die „dezentrale Lösung“ einen Server?

Über irgendeine Stelle müssen die pseudonymisierten bestätigten Positiv-Meldungen Infizierter an die Smartphones aller anderen App-Nutzer zurückverteilt werden, damit deren Smartphones wiederum lokal überprüfen können, ob man die IDs der Positiv-Getesteten selbst auch als Begegnung abgespeichert hat. Der Server hat alleine diese Verteilaufgabe, ohne die eine Begegnungsüberprüfung nicht funktionieren könnte. Eine zentrale Speicherung der Daten findet also nicht statt.

Wer hat die App entwickelt?

Hinter der App stehen die Bundesregierung und die deutschen Unternehmen SAP und Telekom. Kostenpunkt für die Entwicklung waren offenbar rund 20 Millionen Euro.

Gibt es die Corona-Warn-App nur in Deutschland?

Anfangs war die Corona-Warn-App nur über die deutschen App-Shops abrufbar. Mittlerweile gibt es das Programm auch in allen EU-Ländern und weiteren Ländern.

Darüber hinaus haben viele andere Länder innerhalb und außerhalb Europas Apps und andere digitale Werkzeuge im Einsatz, die bei der Bekämpfung von Corona helfen sollen. Auch unsere Nachbarn aus Österreich, die ebenfalls auf Tracing setzen. Andere Länder wie Island, Norwegen oder auf andere Art und Weise auch Südkorea setzen dagegen auf Tracking. Hier finden Sie eine kleine Übersicht der internationalen Lösungen.

Bringt mir die App etwas im Ausland?

Wer etwa nach Spanien oder ins europäische Ausland in den Urlaub fährt, kann die deutsche Corona-Warn-App auch dort nutzen, die Funktionalität bleibt im Ausland erhalten. Trifft man also etwa auf Mallorca andere Deutsche, die die App installiert und aktiviert haben, funktioniert sie dort genauso wie in Deutschland. Dazu müssen Nutzer nichts weiter tun und keine weiteren Einstellungen vornehmen.

Das RKI weist jedoch darauf hin, dass die daran angeschlossenen Funktionen wie Benachrichtigungen über ein Testergebnis via QR-Code auf die Anforderungen des deutschen Gesundheitssystems abgestimmt sind. Es werden Laborergebnisse eines Tests also nur aus deutschen Laboren angezeigt. Ergebnisse, zum Beispiel aus einem spanischen Labor, können nicht eingebunden werden.

Seit einiger Zeit wird an einer europäischen Tracing-Lösung gearbeitet, die deutsche Corona-Warn-App dient hierbei als Vorbild. Wann es diese Lösung geben wird, das steht noch nicht fest.

Was für ein Handy brauche ich?

Grundsätzlich sollte nahezu jedes halbwegs aktuelle Smartphone mit der App klarkommen. Android und Apple haben sogenannte Schnittstellen bereitgestellt, sodass die Entwickler der App eine passgenaue Version für die gängigen Smartphones bauen konnten. Mindestanforderung bei Android-Handys ist die Version 6.0, die 2015 veröffentlicht wurde. Auch für die Besitzer von Huawei-Handys, die keine Google-Dienste installiert haben, ist die App verfügbar. Allerdings muss eine Verbindung zu den Google Play Diensten bestehen und über eine solche Verbindung verfügen nur ältere Huawei-Handys. Für Besitzer sehr alter Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone oder einem Blackberry-System dürfte es dagegen keine Corona-App geben.

Bei Apple-Geräten wie dem iPhone ist das aktuelle iOS 13.5 Mindestvoraussetzung. Das gibt es für Geräte ab dem iPhone 6s oder dem iPhone SE. Ältere Modelle wie das iPhone 5, 5S oder 6 reichen nicht aus.

Zugleich muss das Smartphone natürlich eine Bluetooth-Funktion haben, damit die App funktionieren kann. Ob Ihr Handy Bluetooth kann und wie Sie es einschalten, können Sie in der Regel in der Betriebsanleitung des Handys nachlesen oder Sie durchforsten die Einstellungen auf Ihrem Smartphone auf eigene Faust.

Insgesamt ist die App auf dem Großteil der Gerät lauffähig sein, die gerade in der Benutzung sind.

Warum ist mein iPhone nicht dabei?

Das kann unterschiedliche Gründe haben: Zum einen haben ältere iPhones (bis zum iPhone 6) gar nicht die Hardware-Voraussetzungen des benötigten Bluetooth Low Energy Beacon (4.2). Zum anderen wird es immer schwieriger und aufwendiger Interoperabilität, also Nutzbarkeit über verschiedene Modellversionen herzustellen, je mehr unterschiedliche Betriebssysteme ins Spiel kommen (hier z.B. dann iOS 9, 10 bzw. 12). Außerdem: Alle iOS-Geräte, die seit 2015 auf dem Markt sind, können das benötigte Betriebssystem iOS 13.5 aufspielen.

Bei älteren Android-Geräten ist das seltener problematisch, denn hier werden vor allem die sogenannten Google Play Services geupdatet und nicht das Betriebssystem. Dort lässt sich die Kombination „altes System, neue Play Services“ leichter herstellen.

Grundsätzlich gilt: Die App schützt nicht direkt, sondern indirekt. App-Nutzer, die sich aufgrund der App-Warnung testen lassen und sich gegebenenfalls in Quarantäne begeben, schützen auch Personen, die die App nicht nutzen können.

Kann jeder die App nutzen?

Die App-Entwickler haben großes Augenmerk auf Barrierefreiheit gelegt. Die App arbeitet mit vielen Bildern und einfacher Sprache. Die App lässt sich außerdem komplett mit einem Finger bedienen, das ist wichtig für ältere Personen oder Personen mit motorischen Einschränkungen.

Gestartet ist die App in in Deutsch, Englisch und Türkisch, weitere Sprachen sollen folgen.

Informationen zur App in Gebärdensprache findet man hier.

Ich habe kein Bluetooth-fähiges Smartphone - gibt es andere Geräte?

Aktuell braucht es für die Nutzung der Corona-App ein Smartphone.

Warum verlangt die App von mir, dass ich meinen Standort aktiviere?

Die Corona-Warn-App speichert keine Standortdaten über ihre Nutzer - selbst wenn sie wollte, werden ihr die Berechtigungen dazu vom Betriebssystem des Smartphones gar nicht erteilt. Trotzdem muss man Location-Daten aktivieren, etwa per GPS, damit die App richtig funktioniert. Der Grund dafür ist, dass das Smartphone nur anhand der Bluetooth-Signalen von anderen Smartphone in der Nähe suchen kann.

Welche Fehlermeldungen gab und gibt es bei der Corona-App?

Dass Apps Kinderkrankheiten haben, inbesondere dann, wenn sie so schnell entwickelt werden mussten, wie die Corona-Warn-App ist nicht ungewöhnlich. Erschwerend kommt hinzu, dass sich hier auch die Entwickler der entsprechenden Betriebssysteme keine Fehler erlauben dürfen. Nutzer sollten wissen, dass von den bislang bekannten Fehlern, keine Gefahr für ihre Privatsphäre oder ihre Geräte ausgeht.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der bislang bekannten Probleme, die aber zum Teil schon behoben wurden.

Region möglicherweise nicht unterstützt

Einige Nutzer der App haben in den vergangenen Tagen Warnmeldungen erhalten - das betrifft wohl vor allem iPhone-Besitzer. Manche bekommen den Hinweis angezeigt, dass die "Covid-19-Kontaktermittlungen" in ihrer Region möglicherweise nicht unterstützt werden.

Dabei handelt es sich wohl um einen iOS-Fehler und nicht der Entwickler. In den offiziellen FAQs der Corona-Warn-App heißt es, dass Apple bereits an einer Lösung arbeite und der Fehler beim nächsten iOS-Update voraussichtlich behoben sein wird. Bis dahin können Nutzer eigentlich nur eines tun: Den Warnhinweis schlicht ignorieren. Man kann die Meldung laut den Entwicklern einfach mit "OK" wegklicken, die Kontaktermittlung funktionieren weiter ganz normal.

Wer es trotzdem gegenchecken möchte, geht in den Geräte-Einstellungen unter 'Datenschutz' > 'Health' > 'COVID-19-Kontaktprotokoll' und kann dort den Status der Kontaktermittlung überprüfen.

Ein weiterer Fehler, der sowohl iPhone wie auch Android-Nutzer betrifft, ist der Hinweis, dass die Risiko-Ermittlung seit mehr als 24 Stunden nicht hätte aktualisiert werden können. Der Fehler wurde bereits auf der Entwicklerplattform Github gemeldet. Zeit Online berichtet, dass die App-Entwickler von SAP nach eigenen Angaben bereits an einer Lösung arbeiten.

Nutzer können diesen Fehler eventuell selbst leicht beheben. iPhone-Nutzer sollten prüfen, ob sie die Hintergrundaktualisierung via WLAN und mobiler Daten für die Corona-Warn-App erlaubt haben - das kann in den Einstellungen überprüft werden. Genauer erklärt, wird es auch auf der Webseite der Corona-Warn-App.

Bei Android kann dieses Problem auch am jeweiligen Smartphone-Hersteller liegen, heißt es. Diese würden oft zu aggressive Maßnahmen zum Energiesparen anwenden, weswegen die Corona-Warn-App dann längere Zeit den Risikostatus nicht aktualisieren könne. Auch hierzu bieten die Entwickler eine Anleitung zur Problemlösung auf der Webseite an. Beispielsweise könne es helfen, die Einstellungen zum Akku-Verbrauch für die App zu ändern.

ENErrorDomain-Fehler 5

“Etwas ist schiefgelaufen. Der Vorgang konnte nicht abgeschlossen werden" hieß es Anfang immer wieder auf Apple-Geräten nach dem öffnen der App. Auch das war ein Bug in der Schnittstelle von iOS. Der Fehler scheint mittlerweile behoben zu sein, allerdings kann es etwas dauern, bis die Änderung auf den Geräten ankommt.

ENError Domain-Fehler 11 / ENError Domain-Fehler 13

Auch diese beiden Fehlermeldungen sind nervig, aber harmlos. Auch diese Bugs scheinen ihre Ursprung in der Schnittstelle von Apple zu haben und dürften bald beseitigt sein. Solang kann es auch helfen, das Gerät neu zu starten und gegebenenfalls etwas zu warten.

Fehler 9002

Dieser Fehler tritt offenbar vor allem bei Geräten mit Android-Betriebssystem auf. Hier wird empfohlen, die neueste Version der App zu installieren.

Ist Bluetooth überhaupt geeignet?

Bluetooth hat zunächst den Vorteil, dass das Signal nur über wenige Meter reicht. Das verhindert schon einmal viele Probleme in Sachen Datenschutz und Co. Dennoch sollten Sie bei Anfragen zur Koppelung von Geräten – etwa in der U-Bahn - aufpassen und überlegen, ob sie Sinn machen.

Bluetooth kann zudem dafür sorgen, dass Ihr Akku etwas schneller zur Neige geht. Sie sollten es dennoch nicht ausschalten, wenn die App funktionieren soll. Ein extremer Energiefresser ist Bluetooth aber nicht.

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